2. Sonntag nach dem Christfest. 

Predigt in der Christusgemeinde über Eph. 1, 3-14

Dreifaltigkeit - Perichoresis

Dreifacher geistlicher Segen,

fordert Dankbarkeit und Verantwortung

In der Weihnachtszeit haben viele Menschen kleine und große Geschenke erhalten. Eltern bescherten ihre Kinder, Kinder die Eltern und Freunde ihre Bekannten. Diese Bescherung bestand aus recht handfesten Dingen – anfassbar, erfahrbar und schmeckbar. Sie lagen als Ausdruck des guten Willens, des Wohlwollens und unserer Zuneigung unter dem Christbaum oder wurden uns gegeben.

Ist dies nicht ein schönes Bild eines irdischen Segens? Etwas ist sichtbar und greifbar, und es tut uns gut. Es erfreut unser Herz. Doch schon ein paar Tage oder Wochen danach ist dieser zeitliche Segen, verbraucht, weggestellt, auch umgetauscht oder gar vergessen. Ja, zeitlicher Segen ist vergänglich. Doch himmlischer nie.

Und obwohl zeitlicher Segen wünschenswert ist, wie er auch immer wieder dem Volk Israel zugesprochen und geschenkt wurde, so spricht dieser zeitliche Segen eigentlich von einem himmlischen und ewigen Segen. Was zeitlich ist, das ist vergänglich, was aber ewig ist, das bleibt und ist bleibend.

Das Alte Testament zeigt oft den irdischen Segen für Israel oder Familien, die dem Bunde Gottes treu waren. Das Neue Testament dagegen spricht stärker vom ewigen oder himmlischen Segen. Es geht weiter und weist auf das Ziel und den bleibenden ewigen Segen im Himmel hin.

Worum es nun bei diesem himmlischen Segen geht, erklärt uns der Apostel Paulus in seinem Lobpreis, den er an Gott richtet. Hier erkennen wir drei himmlischen Segnungen, mit denen wir ebenfalls mit dankbarem Herzen einstimmen sollten. Möge dieser dreifache Segen doch unser Herz ergreifen, uns so erwärmen, dass göttliches Feuer der Dankbarkeit in uns entfacht wird und bleibende Früchte bringt.

  1. Segen: Erwählt zu Kindern und Erben -V 4 +11

Schon vor der Entstehung der Welt, als Christus – der Gottes Liebling und Werkmeister des Universums ist – in Gemeinschaft mit dem Vater lebte, da hatte der Vater bereits einen wunderbaren Plan. Er wollte noch viele solcher Lieblinge und Söhne besitzen. So hatte er in seiner Weisheit solche, die er liebte, aus Liebe erwählt. Er wollte sie nämlich adoptieren und sie zu seinen Kindern und Erben machen. Und dieser Plan entstand nicht plötzlich erst gestern, auch nicht vorgestern.

Es war nicht so, als ob ein Bettler oder Asylant an die Türe käme. Herr Meyer, geben sie mir etwas Geld. Ich überlege dann: Gebe ich ihm 5,- 8,- oder 20 Euro? Doch Gott hatte sich nicht so plötzlich überrascht gefühlt oder sich dann planlos für uns entschieden.

Nein, bei Gott war es wie bei einem Ehepaar, das Kinder adoptieren wollte. Dieses hatten sich genau überlegt, wie viele Kinder, aus welchem Land sie stammen, und ob es Mädchen oder Jungen sein sollten. Alles, auch deren Zukunft war bereits wohl überlegt und eingeplant. Und dies geschah auf Gottes Seite schon bevor er die Welt durch Christus erschuf.

Doch nicht alle Menschen hatte er auserwählt. Aus der Menge der Rebellen und Sünder nur diese, die er liebte. Und weil er uns zuerst erwählte, konnten wir dann auch an Christus und seinen Opfertod persönlich glauben. Er erwählte uns Rebellen zu Kindern und seinen himmlischen Erben.

Ist dies nicht der Grund, Gott dankbar zu sein und ihm von Herzen für deine Erwählung zu danken? Danke ihm, weil er dich durch Christus erwählt hat.

  1. Segen: Erlöst von Sünden und Verderben V 7

Nach Gottes Plan, uns durch Adoption als seine Kinder und Erben zu erwählen, musste Gott noch einen steinigen Weg ebenen und dorthin vorbereiten. Zuvor musste er, durch ein Sühnopfer, das er durch Christus plante und vollbrachte, uns von dem ewigen Tod und der Verdammnis erretten. Es war durch Christus, durch sein vergossenes Blut am Kreuz, dass er unsere Sünden vergeben wollte. Darum heißt es auch: Das Lamm, was erwürgt war vor Grundlegung der Welt. Und dies war schon fest beschlossen vor Christi Geburt, vor mehr als 2000 Jahren. Gott, der Vater, hatte diese Erlösung schon fertig in Christus, bevor je ein Mensch geboren wurde, bevor es überhaupt Sonne und Mond gab. Und nach jüdischer und biblischer Berechnung gibt es seit ca. 6000 Jahren Menschen auf dieser Erde. Er hatte uns einst diesen geheimnisvollen Ratschluss und seine unergründliche Weisheit vorenthalten, doch jetzt hat er dies offenbart. Und das Wort, der Logos, Christus wurde Fleisch. Und wir sahen seine Herrlichkeit, ….. voller Gnade und Wahrheit. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade.

Ist dies nicht der Grund, Gott dankbar zu sein und Ihn von Herzen für deine Erlösung zu danken? Danke ihm, weil er dich durch Christus erlöst hat.

  1. Segen: Versiegelt für den Empfang unseres wirklichen Erbes (durch die Gabe des Heiligen Geistes. V 13

Doch wir sollen Gott nicht nur danken, dass er uns als seine Erben erwählt hat, ihm nicht nur danken, dass er uns von unseren Sünden erlöst hat, sondern besonders danken, dass er uns, die wir an ihn glauben, bereits versiegelt hat.

Dann aber, als wir nach Gottes Ratschluss zum Glauben an Christus kamen, als Christus sich uns zu erkennen gab, und wir Christus erkannten, da hat er uns den Heiligen Geist in unser Herz gegeben.

Denken wir doch an Kornelius. Als Petrus der Familie des römischen Offiziers die Rettungsbotschaft verkündete, da fiel der Heilige Geist auf alle, die zuhörten. Auch allen, die zu Pfingsten die Bekehrungsbotschaft des Petrus hörten und Buße taten, wurde der Heilige Geist verheißen. Alle 3000, die sich bekehrten, wurden mit dem verheißenen Heiligen Geist versiegelt. Hier aber heißt es auch, dass die Epheser, sofort als sie gläubig wurden, sogleich mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden.

Wofür steht aber das Siegel? Nun, wenn eine Briefrolle wie damals mit Wachs versiegelt wurde, dann hatte dies die Bedeutung, dass der Brief ein echter Brief des Absenders war. Auf Echtheit, Authentizität, kommt es an. Uns wird damit gesagt: Wir sind also echte Kinder Gottes. Weiter aber zeigt das Siegel, dass wir als Brief Gottes auch Besitz Gottes sind. Ein Siegel spricht auch von Besitz. Uns wird damit gesagt, dass wir Eigentum Gottes sind. Dies gibt uns aber Gewissheit und Sicherheit, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn wir aber rechtliche Kinder Gottes sind, dann gehört uns schließlich auch das versprochene Erbe im Himmel.

Es ist so, als ob ein Vater oder eine Mutter bereits zu Lebzeiten ein Testament aufstellt und unterschreibt. Du aber erhältst eine Kopie davon. Darin steht bereits alles, was du erben wirst. Dies macht froh, aber auch demütig. Denn ein Erbe hat niemand verdient. Es wird gnädig geschenkt. Ein Erbe kann nur verliehen werden. Dies aber gibt uns eine große Freude. Der Vater hatte es genau geplant. Unser Erbe ist im Himmel, es ist sicher und steht für uns bereit. Bisher kennen wir nur bruchstückhaft und teilweise diese volle Erlösung. Denn es heißt: Betrübt nicht den Heiligen Geist, mit dem ihr versiegelt seid, bis auf den Tag eurer Erlösung. Das volle Erbe der Erlösung kommt noch, es steht für dich bereit, wenn du in den Himmel einziehst.

Ist dies nicht der Grund, Gott dankbar zu sein und Ihm von Herzen für deine Versiegelung zu danken? Danke Ihm, weil er dich durch Christus versiegelt hat.

 Danke Ihm, weil er dich erwählt, erlöst und bereits versiegelt hat. Spreche ein Halleluja auf den dreifachen Segen, der im Himmel bereit steht. Dieser Segen sollte in dir die Dankbarkeit entflammen, nicht nur im Gebet und mit den Lippen, sondern auch durch dein ganzes Leben.

Wie soll sich nun dieser dreifache Segen auswirken? Dreifach nach dem Epheserbrief:

  • Die Erlösten sollten das neue Leben Christi leben und das alte sündige ablegen.
  • Die christliche Haustafel sollte sich Christus unterordnen, und die Familien sollten das Prinzip der Unterordnung zum Segen der Gemeindschaft praktizieren.
  • Alle Christen sollten die christliche Waffenrüstung anziehen und die kämpfende Kirche hier auf Erden unterstützen.

So sollte sich der dreifache himmlische Segen in dreifacher gelebter Verantwortung hier auf Erden umsetzen.

Lass dich deshalb in die Verantwortung des himmlischen Segens hinein nehmen. Lass deine Dankbarkeit im Leben sichtbar werden. Amen.

Bischof.Meyer@rekd.de

 

News Januar 2020 – German & English

Von Grace Meyer

Liebe Freunde und Gebetspartner.
Wir beide haben einen schönen Weihnachtstag mit drei unserer Mädchen und deren Familien erlebt.

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Gerhard ist noch immer Bischof der Anglikanischen Kirche (REC) in Deutschlan mit neun Pastoren und zwei Prädikanten. Er leitet auch das  Benedikt Seminarmit mehreren Studenten und Dozenten und Gastprofessoren. Meistens predigt er an den Sonntagen in der Christusgemeinde und hält wöchentliche Bibelstunden / Gemeindekurse. Darüber hinaus ist er weiterhin Geschäftsführer der EuroRuf Mission GmbH (Global Outreach Inc.) und des Camps. Knuellcamp.

 

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Grace ist immer noch vollamtlich der Campküche tätig, sowie Buchhalterin von drei Organisationen (Euro Ruf, Jause und der Anglikanischen Kirche in i.D.), mit verschiedenen Verwaltungsbereichen und betreibt das Wanderrestaurant: Knuelljause

 

 

 

Melody arbeitet weiterhin im kirchlichen Rentamt.  Björn arbeitet für das Rathaus. Ihr Sohn Jonas (13) mag Fußball, ihre Zwillingsmädchen (11) Priscilla liest gern Bücher und Salome liebt es, kreativ mit Basteln und Zeichnen umzugehen.

 

Joy und Olaf Noltes Bäckerei ist in Schwarzenborn. Sie haben acht Geschäfte, in denen sie Brot, Kuchen und vieles mehr anbieten. Die meisten von ihnen haben auch ein integriertes Café. Rund 100 Mittarbeiter arbeiten für sie. Carl Philipp (14) hat ein neues Hobby gefunden: Bücher lesen. Paul (13) und Conrad (10) lieben jedoch elektronische Spiele.

Esther lebt in der Nähe von Bonn und ist Leiterin einer Schulnachbetreuung mit vier Gruppen, dIE sie sehr genießt. Dirk ist Lektor meist für christliche Verlagshäuser. Ihr Sohn Jan-Magnus (20 Monate alt) ist sehr süß, aufmerksam und sehr aktiv. (hier Bild mit dem Opa).

Jessica (verteilt gerade Geschenke – Bild) arbeitet noch immer in einer großen Krankenversicherung. Daniel ist in der IT tätig und plant, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

 

On Tour with Grandkids

Vom 6. bis 8. Januar verbringen wir drei Tage mit unseren Enkeln mit dem Zug unterwegs und entdecken Wittenberg, die Lutherstadt.

Wir werden in einer Jugendherberge neben der 95 Thesen-Kirche übernachten, lernen in Cranachs alter Druckerwerkstatt zu drucken, werden Spaß, gutes Essen und auch das Hallenbad nicht vermissen

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Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und glückliches neues Jahr 2020.

Grace Meyer  (und Bf. Gerhard)                http://www.grace.meyer@gmx.de

 

 

 

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Download with pictures:

Infobrief Januar 2020 German English

Dear Friends and Prayer Partners

From Grace Ann Meyer

We experienced a lovely Christmas Day with three of our girls and their families.

 

Gerhardimg_20191031_075109 is still bishop of the German Anglican church (REC) with 9 Pastors, 2 Lay-Readers. He is also directing our SBS www.benediktseminar.org with several students and guest professors. He preaches most Sundays in Christ Church and holds the weekly Bible studies. In addition, is still the manager of the Global Outreach German, directing our www.knuellcamp.de

 

 

 

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Grace is still full time involved in the main kitchen, accountant of 3 organizations (Euro Ruf, Jause and the Anglican Church in Germany), various administrative areas and runs the hiking restaurant www.knuell-jause.de

 

 

 

Melody is continuing to work in the Lutheran church office. Björn is working for the city hall. Their son Jonas (13) likes soccer, their twin girls (11) Priscilla loves to read books, and Salome enjoys to be creative with drawings.

Joy and Olaf’s bakery is in Schwarzenborn. Joy manages the office. They have 8 stores where they sell their bread, cakes and more. Most of them have a cafe integrated as well. About 100 people are working for them. Carl Philipp (14) has found a new hobby, to read books. Paul (13) and Conrad (10) are very much into electronic games.

Esther lives near Bonn and is head of an after school program of four groups, enjoying it very much. Dirk is proof-reading books mostly for Christian publishing houses. Their son Jan-Magnus (20 months) is very cute, alert, and very active. (here with Grandpa).

Jessica (left) is still working in a health insurance office in Frankfurt. Daniel is involved in IT and plans to start a business of his own.

 

On Tour to Wittenberg

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From January 6-8 we will spend 3 days with our grand-children in Wittenberg and discover Luther’s city. We will stay in a Youth Hostel next to the 95 Thesis Church, learn to print in Cranach’s old printing shop (last picture), and have fun, good food and jump in an indoor swimming pool.

 

 

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Have a blessed and happy New Year 2020

Gerhard and Grace Meyer.  (grace.meyer@gmx.de

 

Die Reformierte Episkopalkirche ist anglikanisch und versteht sich als „Kirche der Mitte“ oder einfach als „Die Evangelisch-Katholische Kirche“. Eine Journalistin bezeichnete kürzlich unsere Kirche als „die Kirche, die den goldenen Mittelweg zwischen den beiden großen Konfessionen geht“.

Sie besitzt als Hauptbekenntnis das historische anglikanische Gebetbuch das „Book of Common Prayer“ als „Das Allgemeine Gebetbuch“ seit 2014 in Deutsch. Es basiert auf der Version von 1662, die auch von dem deutschen Reformator Martin Bucer beeinflusst war. Als weiteres Bekenntnis sind die „Neunundreißig Artikel“ nachgeordnet. Siehe weitere Information unter:

http://www.rekd.de

Predigt zum 1. Sonntag nach dem Christfest –  hier Download: 

Dein Platz bei der Krippe

Krippenspiel 2013

Nah oder fern am Krippenplatz? – Hast Du Deinen Platz gefunden

 + Bischof Gerhard Meyer

 Beinahe war es ein Christkind. Am 23. Dezember 2009 wurde Maximilian P. in Österreich geboren. Die Mutter ist M.  geb. Meyer, Tochter meines Bruders Alexander. Wir alle waren hocherfreut. Mutter und neugeborener Sohn waren wohlauf. Doch lag dieser nicht in einer Futterkrippe, sondern in einem Kinder-Bettchen im Krankenhaus in Klagenfurt.

Ist es nicht etwas Bestaunenswertes, solch ein kleines „Buschi“ – wie die Schweizer sagen – in den Armen zu wiegen, so klein und niedlich, lebendig und schon richtiger Mensch. Wer kann da schon abseits stehen und unberührt bleiben, selbst Außenstehende und Nichtverwandte?

Unser vertrautes Bild, dass uns Matthäus 1 und Lukas 2 zeichnet, ist das der Heiligen Familie zusammen mit all den Besuchern von Nah und Fern. Sie alle haben sich um die Krippe geschart. Ja, Krippenplätze sind heute wieder begehrt.  Plätze für Babys und Kleinkinder. Krippenplätze sollen sogar gesetzlich festgeschrieben und auch gefördert werden. Nicht aber wegen der Kinderfreundlichkeit in Deutschland oder der Sorge um die Kinder, sondern mit dem unterschwelligen Ziel, dass viele Mütter in den Arbeitsprozess eingespannt sind und dann die wohl begehrten Steuern an den Staat fließen.

Um Krippenplätze, um die Sorge um den Säugling war es aber auch zurzeit Jesu schon schlecht bestellt. Es war kein Platz in der Herberge, dem Gasthaus. Maria und Joseph mussten in aller Armut etwas selbst zusammensuchen, in Niedrigkeit sich mit einer schmutzigen Futterkrippe zufrieden geben. Was kann man aber da in einer Futterkrippe noch bestaunen, huldigen, anbeten?

 

  1. Der engste Kreis: Das waren einmal die Eltern. Maria, die Mutter des Kindes. Jesus war ihr ein und alles, ihr Erstgeborener und ihre Hoffnung. Wofür steht auch noch Maria? Sie steht für Eva, die den Samen, den Nachkommen und Retter der Welt hervorbringt, der dann dem Satan den Kopf zertritt, ihm die Herrschaft dieser Welt entreißt und am Ende siegt. Maria hat den menschlichen und göttlichen Sohn hervorgebracht. Sie ist die Erfüllung der alten Prophezeiungen. Damit ist sie mit der Bezeichnung der Kirchenväter auch „theotokos“ die Gottesgebärerin oder Mutter Gottes hier auf Erden. Somit ist Christus erst ganz Mensch und ganz Gott, und das mit der Geburt in Zeit und Ewigkeit.

Anw. Wollen auch wir wie Maria antworten, wenn Gott uns anspricht und antworten:

Siehe hier bin ich, deine Magd. Tue mir, was du willst, du als Frau, du als Mann?

Sie brachte die höchste Form des Willens Gottes hervor: Gott durch ihr Fleisch und Gott: Christus in Fleisch und Blut. Gott kommt ins wirkliche Menschsein. Bringe auch du Christus in Deine Welt, in dein Menschsein, in deinen Alltag.

Nun zu Joseph, der menschliche Adoptivvater. Er steht besonders als ein Zeichen für das, was Gott mit uns gefallenen Menschen auf Erden vorhat. Wie Joseph will Gott uns als seine vollwertigen Kinder an Kindesstatt annehmen. Denn dies tat Joseph mit Jesus. Obwohl er nicht leiblicher Vater war, nahm er Jesus als seinen eigenen Sohn an. Dies tut Gott mit allen wahrhaften Gläubigen. Er adoptiert uns wie seinen eigenen Sohn in die Familie Gottes.

Anw: Wollen wir wie Joseph antworten und handeln: Jeden aus jeder gesellschaftlichen Schicht berufene Menschen als vollwertig und erbberechtigt fürs Reich Gottes anzunehmen, als Bruder und Schwester in Christus.

Deshalb gilt uns: Nehmet einander an, wie auch Gott euch in Christus hat angenommen.

  1. Der erweiterte Kreis der Sterndeuter

Sie stehen für alle Philosophen, Priester und Wissenschaftler. Sie benutzen ihre intellektuellen und geistlichen Fähigkeiten, um aus Geistes- und Naturwissenschaften etwas über die göttliche Konstellation der Erscheinung herauszufinden: Was sagt die Wissenschaft über das Zentrale des Universums und der Erde? Wen sollen wir dort suchen, huldigen, verehren und beschenken? Ist das nicht auch die Frage aller Menschen? Jene suchten allumfassend: In Natur- und Geisteswissenschaft, in Politik- und Gesellschaftswissenschaft und am Ende in Bibel- und Pastoralwissenschaft. In ihrer Forschung und ihrem Einsatz sind sie uns ein Vorbild. Am Ende fanden sie aber Jesus, den neugeborenen König der Juden im göttlichen Krippenplatz liegend. Und diesen einmaligen Ort war es wert, zu unterstützen: mit Gold, für den noch in Windeln liegenden König, mit Weihrauch für den hier zukünftigen Hohenpriester, mit Myrrhe für den kommenden Propheten, zur Heilung der Sündenkrankheiten des Volkes.

Singen wir jetzt die Strophe:  Mit den Weisen will ich geben, was ich Höchstes hab im Leben, geb` zu seligem Gewinn ihm das Leben selber hin

Anw. Wollen wir doch Christus huldigen und Ihm unser Höchstes, unsere Begabung und unsere finanziellen Werte zur Verfügung stellen, damit er als König, Priester und Prophet in dieser Welt herrschen kann.

  1. Der große Kreis der Hirten

Es ist zwar bekannt, dass die Hirten oft arm waren und eine unter Schicht repräsentierten, doch die bekanntesten Hirten des AT waren, Abraham, Isaak, Jakob, auch Hiob mit seinen Herden, reich aus der Oberschicht. Selbst das gesamte Volk Israel war in Ägypten als Viehzüchter bekannt. Auch Saul und David wurden von ihren Herden weg geholt und durch Gott zu Hirten seines Volkes Israel eingesetzt. Moses wurde nach 40 Jahren Hirtentätigkeit in der Wüste zum 40jährigen Dienst über das Volk Israel als Hirte eingesetzt. Deshalb als Hirten in Israel werden vorerst die Staatsmänner, dann aber auch die Obersten Priester bezeichnet. Hes 34, 1-2 sagt:

1 Das Wort des Herrn erging an mich: 2 Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet, und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden.

Müssen denn die Hirten nicht die Herde weiden?

Nun kommen solche Hirten, um zu erkunden was der Engel ihnen gesagt hatte:

11 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.

Die zentrale Botschaft der Hirten ist und bleibt nur eine: Jesus ist der Retter, der Messias, der Herr.

Diese Botschaft verkündeten sie nach ihrem Treffen an der Krippe an alle, die sie danach trafen, zuerst den einheimischen Juden, dann aber auch den Nichtjuden.

a) Diese Hirten repräsentieren aber vorrangig Bischöfe und verantwortlichen Leiter der Zweige der weltweiten Kirche Christi. Sie haben nur eine Botschaft in ihrem eigenen Schafstall zu verkünden und diese Botschaft auch zu bewahren. Jesus ist: der Retter, der Messias und der Herr. Er ist unser Oberhirte und bringt allein das Heil dieser Welt.

b) Aber auch die Fürsten Israels, die Staatsführer werden als Hirten bezeichnet. Auch sie sollen diese Botschaft bewahren und verkündigen. Denn nur durch die Botschaft von Christus wird es Rettung für Politik, Wirtschaft und Umwelt geben. Nicht durch: Rettet das Klima, die Umwelt, die Eisbären.

Anw:  Auch wir, wenn wir zur Krippe kommen, sollen wie diese Hirten zurückkehren und Gott rühmen und preisen für das, was wir gehört und von Christus gesehen haben. Staune, bete an und verkündige.  

  1. Wir – nah oder fern – am Krippenplatz

Zum Schluss wollen wir uns aber fragen. Wo stehen wir an der Krippe? Sind wir wie ein Holzschnitzer, der seit seiner Geburt an seinem eigenen Lebenswerk schnitzt, Jahr für Jahr etwas Neues entwirft, aber mit seinem Leben der Krippe fern bleibt? Der sagt:

Das Kind in der Krippe, der fleischgewordenen Jesus, das ist mir zu emotional, das ist mir zu touchy. Dazu will ich meine Gefühle nicht äußern, dem will ich mich nicht aussetzen. Alles unlogisch.

Ich schnitze einfach weiter an meinem Leben, lasse die anderen zur Krippe gehen. Aber ich stelle mich nicht dazu. Und wenn ich ehrlich bin, ich passe auch nicht dahin. Ich bin ein Intellektueller- habe Zirkel, Winkel, I-Pod oder bin ganz Praktiker – kann schneiden, schnitzen, schaffen. Die Begabungen gehören mir, aber ich will sie nur für meine Vorstellungen gebrauchen. Und ich bin zum Schluss gekommen: Mein Leben einfach aus der Ferne von der Krippe zu führen. Ich kann mit dem Jesuskind nichts anfangen. Ich bleib einfach da draußen stehen. Egal, was macht’s? Aber, ich habe auch gemerkt, dass mir etwas fehlt. Dann haben andere mich da draußen gefunden und zur Krippe gebracht. Und seltsamerweise wurde ich zum Kreis der Familie gebracht, um das Zentrum der Krippe gestellt. Ich stehe jetzt neben dem Heiligen Paar, neben den Sterndeutern und Hirten, stehe genau zwischen Ochs und Esel; dem Ochsen, der alle starken Völker der Welt repräsentiert, und dem Esel, der das störrische Israel darstellt. Und nun schaue ich mit all diesen auf den einzigartigen und wertvollsten Krippenplatz der Welt. Aber von hier aus schaut mich Jesus an. –  Langsam begreife ich etwas, nachdem ich auch alle hier in der Runde angeschaut habe. Sie alle kommen von Nah und Fern, mit den größten Unterschieden und doch gemeinsamen Interessen, mit  wenigen und großen Begabungen, doch mit dem einen Ziel, an der Krippe den neugeborenen König und Retter der Welt zu bestaunen, ihn anzubeten und ihm mit den eigen Gaben zu dienen. Ich erkenne langsam, dass ich mit dazugehöre, dass im Schauen und gemeinsamen Staunen über die Krippe mein Leben verändert wird, dass ich im Schauen und Staunen nun meinen Retter und König erkenne, dass ich ja auch mit zur Familie Gottes gehöre.

Hast du aber deinen Platz bei der Krippe gefunden? Hast du deine Gaben mitgebracht, deinen Zirkel, Winkel und Schnitzmesser? Und hast du erkannt, dass hier in dieser christlichen Familie dein Zuhause und dein Auftrag ist? Wenn ja, dann bleibe ab heute beim Christuskind in der Krippe und in dieser Familie Gottes.

 

Adventskranz (2)

PREDIGT – Download: Mt 11,02-10 Johannes Vorläufer

 


 

  1. Sonntag im Advent 2019  –   Mt. 11,2-10 / Mal.3,1

Der Vorläufer des Herrn

Die Ankunft Christi und seines Vorläufers

In unserem Text wird Johannes der Täufer noch einmal in den Mittelpunkt gestellt. Wer war er denn wirklich? Was hatte er für einen besonderen Auftrag? Wollen wir von ihm heute lernen.

Die alttestamentliche Prophezeiung sprach bereits davon:

Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vorbereiten soll. Mal 3,1

 

  1. Johannes ist ein Prophet und er ruft zur Lebensveränderung auf

Johannes hatte seinen Auftrag vom Himmel und nicht durch Menschen. Alle Menschen hielten ihn für Gottes Propheten.

Was sind aber Propheten für besondere Menschen?

Es sind beständige, entschlossene und unbeirrbare Menschen. Dies gründet sich einmal auf ihre Berufung durch Gott, dann aber auch auf ihren besonderen Charakter.

Deshalb fragte Jesus seine Zuhörer über Johannes:

Wolltet ihr ein Rohr sehen, was sich im Winde bewegt? Oder, das jedem Winde nachgibt.

Nein, Johannes war kein Fähnchen im Wind. Er war ein charakterfester Mensch, entgegen vieler Politikern und Kirchenfürsten, die ihre Politik nach jedem Wind und Meinung der Leute gestalten. Johannes richtete sich nicht nach den letzten Meinungsumfragen, nein, er war ein entschlossener Mann, der sich allein auf Willen Gottes gründete und selber auch tat. Und als er die Ethik des Herodes angriff, der seinem Bruder die Frau ausgespannt hatte und mit ihr zusammenlebte, da verbog er sich nicht einen Millimeter im Wind. Er gab auch damals nicht verschiedene Auslegungsmöglichkeiten für jeden Fall, aber er verkündete das Gericht des Gesetzes Gottes ohne Scheu: nämlich, solche Menschen sind nach dem Gesetz Gottes zu steinigen. Johannes verbog weder sich, noch seine Botschaft. Er passte sie nicht zeitgemäß nach jedem neuen Windzug der Gesellschaft an.

 

Propheten sind Menschen, die sich selbst verleugnen.

Jesus fragte das Volk: Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Damit meinte er Menschen in vornehmer Kleidung, die in Palästen und Fünf-Sterne-Hotels wohnen. Nein, Johannes Kleidung passte auch zu seiner Botschaft. Er trug wie Elia einen Karmelhaar-Mantel und einen Ledergürtel. Denn eine raue Botschaft bedarf auch einer rauen Kleidung. Und seine braune „Kutte“ das Bußgewand des Kamelhaar-Mantels passte damit auch zu seiner Umgebung, nämlich zur Wüste. Aus diesem Grunde müssen Prediger und Evangelisten auch darauf achten, dass sie nicht wie Show-Master und Fernsehstars aussehen, noch sich so benehmen. Form geht immer mit Inhalt zusammen. Denn die Botschaft muss mit dem Charakter übereinstimmen. Auch Kleidung und Botschaft gehen gemeinsam einher. Das betrifft auch mein Auftreten und mein Zeugnis!

 

Propheten sind Menschen, die einen besonderen Auftrag erhielten. Immer ging es darum, das Volk oder die Oberen zurück zu Gott und seinem Gesetz zu rufen. Auch Johannes sollte alle Menschen zur Buße rufen. Busse bedeutet Umkehr, eine Umkehr von bösen Wegen, Taten, Worten und Gedanken. Johannes ist aufgetreten und hat so die Herzen der Menschen auf Christus vorbereitet. Er hat gesagt: Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt. Er hat auf Ihn, das wahre Licht hingewiesen, das in die Dunkelheit der Menschen hinein leuchtet. Johannes ist aufgetreten und hat auch Menschen getauft, als Zeichen, dass ihre Sünden abgewaschen werden, damit ihnen durch Christus vergeben wird, und dass sie anstatt eines ungerechten Lebens wieder ein gerechtes Leben führen sollten. Bei Johannes ging es um Lebensveränderung in allen Volksschichten, bei Priestern, theologischen Lehrern, Zolleinnehmern, römischen Soldaten und der Tempelgarde.

Wenn wir uns auf Advent einstellen, dann geht es auch darum, dass auch wir unser Leben verändern lassen. Egal, ob wir hier im Neukirchen, in Schwarzenborn, in den alten oder neuen Bundesländern wohnen. Die Veränderung unseres Lebens ist wichtig, damit wir Christus bei seiner 2. Wiederkunft gereinigt und verändert empfangen können.

Die Adventszeit ist immer eine Bußzeit. Die Vorbereitung auf das Geburtstagsfest Jesu ist eine Besinnungs- und Vorbereitungszeit, kein Weihnachtsrummel

Wir müssen uns vorbereiten, dass wir keine schmutzigen und ungerechten Kleider tragen. Diese müssen wir ausziehen, um so in gereinigten Kleidern den kommenden König zu empfangen. Und so heißt es.

  1. Joh 3,2+3

Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn ER offenbar wird, werden wir im gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.

Wollen wir Neid und Ärger mit uns selbst und anderen, unseren Nächsten im Hause und außer Haus ablegen? Wollen wir keine bösen Gedanken über sie hegen? Wollen wir nicht unbarmherzige Worte über unsere Nächsten und Verwandten reden oder Geschwister in der Gemeinde denken? Richtet und beurteilt niemanden, denn das letzte Gericht gehört dem wiederkommenden Friedensfürsten. Wollen wir Gott um Vergebung bitten, und … wollen wir unser Leben verändern.

So lasst uns in dieser Adventszeit solche bösen Kleider ausziehen und uns auf die zweite Ankunft unseres Herrn vorbereiten. Wollen wir ihn mit Festkleidern der Wahrheit und Gerechtigkeit empfangen.

 

  1. Johannes ist der Bote , der dem Volk sein Selbstvertrauen wegnimmt

Johannes ist der, von dem es in den Heiligen Schriften heißt.

Ich (Gott, der Vater) sende meinen Boten vor dir (Gott, dem Sohn) her – das sagt Gott -, damit er (Johannes) den Weg für dich (den Sohn) bahnt`“.

Johannes sollte Jesu Weg vorbereiten. Wodurch geschah dies?

Die Juden besaßen großes Selbstvertrauen in sich selbst. Sie sagten: Wir haben Abraham zum Vater. Wir sind seine Kinder. Wir stammen aus dieser Verwandtschaft ab, egal was wir tun, egal, wie wir uns verhalten. Es macht nichts, ob wir gerecht oder ungerecht sind, ob wir böse zu unseren Nächsten sind oder sie betrügen. Hauptsache,  wir gehen zum Tempelgottesdienst oder in die Synagoge gehen, dann ist alles schon gut. Denn, wir sind ja Abrahams Kinder, wir sind beschnitten, wir sind doch die auserwählten Juden.

Doch dies stimmte nicht: Denn schon immer waren diejenigen, die Auserwählten, die, die zerbrochenen und zerschlagen Herzens waren. Es waren die, die auch taten, was Gottes Gebote sagten. Nur diese waren sein wirkliches Volk. Denn nur die, die beschnittenen Herzens waren und Gott wirklich liebten, dass waren die Erwählten Gottes. Sein Volk war immer nur ein erwählter Überrest.

 

Römer 2, 28+29 Denn der ist ein Jude, der es äußerlich ist,… sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht.

Nun aber gilt dies auch uns: Gott lässt uns durch seine Boten heute sagen: „Ich will euer großes Selbstvertrauen in euch selbst wegnehmen.“ Sagen wir nicht auch: Ich bin evangelisch, ich bin katholisch. Ich bin Christ. Ich bin Mitglied der Kirche, einer christlichen Gemeinde, ich bin getauft, ich bin konfirmiert, ich bin gefirmt. Ich bin intelligent! Was wollt ihr denn? Ich bleib‘, was ich bin. Ich habe die Kirche zur Mutter und damit Gott zum Vater. Ist dies genug? Ich habe ein starkes Selbstvertrauen.

Ja, es mag genug sein, wenn dein Leben mit dem der Gebote übereinstimmt, wenn du Jesu Lebensweise nachlebst. Dann darfst du vertrauen, aber dann allein in Gottes Gnade. Wenn diese Lebensweise Jesu bei dir nicht vorhanden ist, dann ist weder Abraham dein Vater, noch die Kirche (wo du meinst die Seligkeit her kommt) deine Mutter, noch Christus dein Herr. Wenn dein Leben nicht nach der Lebensweise Jesu gelebt wird, dann ist die Axt schon an deinen Lebensbaum angelegt, dass er abgehauen wird. Worauf gründet sich deine Selbstsicherheit? Nicht umsonst heißt es:

Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht!

  So wie Johannes den Juden ihre Selbstsicherheit wegnahm, wegen ihrer Beschneidung und Abstammung von Abraham, so muss auch unsere Selbstsicherheit, wegen unserer Leistung, Gutestun oder Kirchenzugehörigkeit weggenommen. Auch ich als Prediger muss sagen: Es genügt nicht, dass du getauft bist (mit viel oder wenig Wasser), dass du konfirmiert bist oder in den Religionsunterricht gingst oder zu einer Kirche gehörst. Dass alles ist gut und nützlich, aber es reicht allein reicht nicht aus, um ewiges Leben zu haben. Was ist aber wichtig?

Wichtig ist vor allem, dass unser Leben auf den Kommenden beständig ausgerichtet ist.

 

 

  1. Johannes ist Wegweiser auf den Kommenden, Ihn selbst empfangen

Maleachi sagt nun weiter:

Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HERR, den ihr sucht.

Dieser Herr kam in den Armen der Maria zum Tempel.Zacharias suchte ihn schon lange und nahm ihn dann in seine Arme. Er sprach zu Jesus:  Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Er hatte auf ihn gewartet und ihn selbst empfangen.

Wie steht es mit dir? Für uns ist es wichtig, dass wir Jesus mit unseren inneren Augen als Retter, als unseren Heiland erkennen und ihn in unsere Arme und unsere Herzenskrippe nehmen. Ihm sollen wir danken, dass er uns die Sündenschuld vergibt und uns von der Macht des Teufels errettet hat. Wollen wir Ihn als unseren Heiland annehmen? Erst dann sind wir wirklich Abrahams Kinder, wenn er unser persönlicher Retter ist und er unser Herr bleibt.

Johannes sagt:      Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.Er weist von sich selbst weg, indem er sagt: Ich bin nicht der Prophet, ich bin nur eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn seinen Weg.

Johannes ist nur Wegweiser  auf den KOMMENDEN hin. Wir aber sollen den Messias empfangen. Johannes sagt:

Ich taufe ich mit Wasser. Er aber, der nach mir kommen wird, der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen:

Das ist mit seiner vollkommenen Erlösung. Leute, auf diesen Kommenden kommt es an.

Lasst uns deshalb den Kommenden empfangen, seht Ihn, empfangt Ihn und verändert euer Leben.

Zusammenfassung: 

Johannes ist ein Prophet  und ruft zur Lebensveränderung auf

Bist du solch ein berufener und charakterfester Mensch wie jener, der andere zur Lebensveränderung aufruft? Stimmt deine Lebensform mit deiner Botschaft überein?

 Johannes ist der Bote, der dem Volk sein Selbstvertrauen wegnimmt.

Bist du solch ein Bote, der anderen nur deshalb das Selbstvertrauen wegnimmt, weil du möchtest, dass diese Menschen allein Christus vertrauen?

Johannes ist Wegweiser, der auf den Kommenden hinweist, Ihn selbst zu empfangen.

Bist du solch ein Wegweiser, dass du von dir wegweist und Menschen zu Christus führst, damit sie ihn persönlich annehmen?

Wenn ja, dann kann Gott dich wie einst Johannes als Prophet, Bote und Wegweiser gebrauchen auf Christi zweites Kommen hinzuweisen.. Amen.

 

Predigt Trinitatis 11 – Christusgemeinde

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Allmächtige Gnade oder gnädige Allmacht in Deinem Leben?

Predigt zum 11. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspuch: „Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den

Lesungen: Altes Testament: Dan 9,3-6.14-18; Epistel: 1 Kor 15,1-11; Evangelium: Lk 18,9-14
Tagesgebet:
O Gott. Du erweist Deine Allmacht vor allem darin, dass Du Mitleid und Erbarmen zeigst. Verleihe uns nach Deiner Barmherzigkeit ein solches Maß Deiner Gnade, dass wir – dem Weg Deiner Gebote folgend – Deine gütigen Verheißungen erlangen und so Teilhaber Deiner himmlischen Schätze werden. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Das heutige Kollektengebet (Tagesgebet für die Woche) bezieht sich auf unsere drei obigen Schriftlesungen, insbesondere wie Gottes Allmacht vor allem in seiner Gnade (Barmherzigkeit und in seinem Mitleid) gesehen wird und von dieser Grundlage aus sein allmächtiges Handeln geschieht.

„Dieser Zusammenhang – Gnade und Allmacht – ist besonders in den Gedanken zu finden, dass die Bekehrung und Errettung eines Sünders dann Anteil an Gott an seinem „himmlischen Schatz“ gibt.

  1. Das Werk der Barmherzigkeit ist jedoch zugleich Gottes höchstes Handeln in Macht. Denn die Kräfte, die hier benötigt werden, um die Rechtfertigung eines von Gott getrennten Sünders zu erreichen sind folgend: Es geht darum die geistliche Trennung zwischen Gott und den Menschen aufzuheben. Und dies geschieht durch nichts Geringeres als durch das Blutvergießen und den Gehorsam seines Sohnes. Darin liegt die allmächtige Kraft.
  2. Auch die Kräfte, die notwendig sind, um die Heiligung des nun geretteten Sünders zu bewirken, ist nichts Geringeres als das weiter mächtige Wirken des Geistes Gottes. Dieses erste und zweite Eingreifen geschieht aus Gnade, bzw. aus Mitleid und Barmherzigkeit Gottes an allen Gläubigen.

Das hier angesprochene Ineinander greifen des Wunders der Barmherzigkeit und der Macht Gottes wird am deutlichsten am Beispiel des Apostels Paulus in der heutigen Epistel Lesung erkannt (1 Kor 15,1-11). Gott erklärte seine Allmacht am Nachdrücklichsten in Rückgewinnung dieses Verfolgers der Gemeinde Christi. – Er musste gebändigt werden, durch Blendung seiner Augen, durch Sturz vom Pferd, durch Schrecken und Hilflosigkeit bei der Orientierung, durch Besuch und Gebet eines einfachen Bruders und Begnadigung. Die Gnade, die einherging mit Allmacht, verwandelte diesen unwürdigen Pharisäer, diese Fehlgeburt Saulus in einen bekehrten Paulus. Und wie alle Menschen von Geburt an durch Sünde Adams auch eine Fehlgeburt sind, so müssen auch wir durch Gottes Allmacht von unserem hohen Ross geworfen werden, müssen geblendet werden, um blind zu werden für den Glitz und Glamour dieser Welt, und der Welt Satans. Der sagt: All diese neuesten Dinge der Welt musst du besitzen, alle deine selbst gesteckten Ziele musst du erreichen, du musst vor den Menschen nach Anerkennung streben, du musst dich selbst verwirklichen, du musst nur an dich denken, sind seine Eingebungen.

Erkennen wir, es benötigt eine ungeheure Kraft, uns aus der Macht unserer Gedanken, unseres verbogenen Willens und der Macht Satans herauszulösen.

Diese Herauslösung geschah bei Paulus aus Gnade.

Bei jeder Bekehrung zu Gott und Ergreifen der Erlösung durch Christus finden wir, dass die Macht Gottes mit Barmherzigkeit gepaart ist, mit der Gnade daherkommt.

Denn je schlimmer die Sünde des Sünders, je tiefer der Abgrund, in den er vor Gott und Menschen gesunken ist, je dunkler sein Leben, desto stärker ist die Macht Gottes gefragt, die Ihn oder Sie aus Sumpf und Dunkelheit herausziehen kann.

In jedem Fall ist die unbegrenzte Macht und die unbegrenzte Gnade Gottes gefragt und wird tätig.

Dies geschah bei Paulus, der die Kirche Gottes und damit Christus selbst verfolgte. Er, der Unwürdige, die Fehlgeburt, wird nun durch die geistliche Neugeburt gleichzeitig berufen, ein Instrument zur Verbreitung des Evangeliums zu werden.

Und er wird es auch, mehr als die anderen Apostel. Der unwürdigste Apostel wird zum meist gebrauchten Apostel, zum effektivsten in der Mission. Warum? Durch die allmächtige Gnade.

Paulus wurde damit berufen, ein Instrument zur Verbreitung des Evangeliums zu werden.

Und dieses Evangelium ist uns im Wortlaut überliefert. An diesen Wortlaut müssen wir uns halten, dass Christus wegen unserer Schuld vor Gott gestorben und von den Toten auferstanden ist nach drei Tagen, und dass ihn mehr als 520 Zeugen lebend gesehen haben.

Ja, die Gnade Gottes geht einher mit der Allmacht Gottes, besonders in der machtvollen Auferstehung Jesu Christi.

Gottes Allmacht zeigt sich besonders auch bei seinem auserwählten Volk.

Immer wieder fiel es von Gott ab vom Errichten des goldenen Kalbes bis zum Anbeten von Götzen auf allen Höhen und unter Bäumen und Unzucht treiben im Tempel. Gott führte es in seiner Allmacht in die Gefangenschaft der Völker.

In unserer AT Lesung betet Daniel und bekennt für sich und das ganze Volk, dass sie immer wieder nicht getan haben, was sie tun sollten, aber getan, was sie unterlassen sollten, und dass kein Heil in ihnen vorhanden war.

Dann aber antwortet Gott in seiner allmächtigen Gnade. Er führt sie nach 70 Jahren wieder in das verheißene Land, zurück nach Israel. Er unterstützt sie sogar durch ihre einstigen Unterdrücker und lässt durch sie Jerusalem und den Tempel wieder aufbauen.

So sagt auch der Psalmist (106, 7-8). Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer. Er aber half ihnen um seines Namens willen, dass er seine Macht beweise.

Obwohl also Israel immer wieder so tief gefallen war, befreite sie Gott – nicht um ihrer guten Werke oder ihres großmütigen Charakters willen – sondern um seines Namens willen, aus Gnade, um darin seine Macht zu beweisen. Allmächtige Gnade!

Gottes Allmacht zeigt sich auch in unserer Evangeliumslese in Gnade. Im Kontrast zwischen dem sich als Nr. 1 darstellenden Pharisäer, der besser und vollkommener sich neben Gott im Tempel stellte als der in der Ferne stehende Sünder. Gott hätte ja noch froh sein müssen, solch einen Kerl im Gottesdienst zu haben und ihn bedienen zu können. Er hätte ihm noch danken sollen, dass dieser makellose Kerl ihn im Tempel besucht.

Doch nein, Gott verachtet die Stolzen, die Hochmütigen, die da überall auffallen und sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Bei jenen kann seine allmächtige Gnade nicht wirken. Sie wird von dem blitzenden Ego-Feuerwerks des Selbstgerechten abgewiesen.

Doch bei unserem Zöllner oder Zolleintreiber, der wusste, dass er viel Dreck am Stecken durch Unwahrheit und Betrug hatte, bei ihm zeigt Gott seine Allmacht und Gnade. Dieser Mensch hatte vor Gott nichts verdient, hatte keinerlei Anspruch auf Anhörung, Zuneigung oder irgendein Entgegenkommen Gottes.

Da dieser sich aber als völlig bloß, als vollkommen bedürftig, als Armer vor Gott im Geist darstellt, deshalb wird er zum Gegenstand der Gnade und Liebe Gottes.

Der Zöllner sagt quasi: meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld, und: Sei mir gnädig.

Damit öffnet er sein leeres Leben, öffnet das Schleusentor, sein ausgetrocknete Lebensdock. Jetzt strömen und schießen die Wasser der Gnade hinein in sein Leben. Er erhält das Wasser des Heils umsonst, ohne jegliches Verdienst.

Lass auch Du – wie bei Paulus und dem Zöllner – die Allmacht Gottes besonders durch die Gnade Gottes in dein Leben einströmen. Lass Dein Leben durch die Macht der Gnade verändern. Denn Dein Leben soll das eines würdigen Gesandten des Evangeliums sein, der den Wortlaut der Gnade recht verkündigt. Dann werden auch Fernstehende durch sie verändert. Amen.

xtus Kapelle

DOWNLOAD für Gemeindebrief 2019 September

 

Sonntag jeweils 10 Uhr Gottesdienst im September
Mahlfeier 2x monatlich Schwarzenborn, Richbergstr. 11, Christuskapelle;
Vorletzter und letzter Sonntag im Monat Wortgottesdienst Haus Rhönblick
Nach den Gottesdiensten Einladung zum Brunch in die Jausenstation.
Andachten und Treffen unter der Woche

Dienstag-Samstagmorgen: 8:00 bis 8:30 Uhr Morgenlob/ Familienlob
Dienstag: 18 Uhr Kurs Evangelisation – Bischof Gerhard, außer im Urlaub.
Donnerstag: 19.30 Uhr Frauentreff, Kaminzimmer Richbergstr. 17,
Schwalmblick; Verantwortlich: Gabriele Buder; Handy 0157-73550851
Samstag: 19.00 Uhr: Gebetsstunde mit Klaus und Gabriele Buder – Örtlichkeiten im Knüllcamp wechselnd. Anfrage.

Hinweis: Bischof Gerhard und Grace Meyer sind vom 16.09.-1.10. im Urlaub

 

ÜBERBLICK  SEPTEMBER

11. Sonntag nach Trinitatis
01.09.2019 Pharisäer und Zöllner
10.00 Uhr Christuskapelle
Abendmahlsgottesdienst

Wochenspruch: „Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ 1. Petrusbrief 5,5b

Lesungen: Dan 9,1-5.14-18; Psalm 113; 1.Kor 15,1-11; Luk 8,18,9-14
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12. Sonntag n. Trinitatis
08.09.2019 Die große Krankenheilung
10 Uhr Christuskapelle
Abendmahlsgottesdienst
Wochenspruch: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Jesaja 42,3

Lesungen: Jes 29, 17-24; Ps. 30; 2 Kor 3,4-11; Mr 7,31-37
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13. Sonntag nach Trinitatis
15.09.2019 Der barmherzige Samariter
10:00 Uhr Christuskapelle
Abendmahl-Gottesdienst
Predigt: de Vries –  Student St. Benedikt Seminar

Wochenspruch: „Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ (Mt 25,40)

Lesungen: Jes 58,7-12; Psalm 73 (112); Gal 3, 15-37; Lk 10, 25-37

14. Sonntag nach Trinitatis
22.09.2019 – Der dankbare Samariter
10.00 Uhr Rhönblick – Wortgottesdienst –
(Predigt Andreas Hermann, Wiesbaden)

Wochenspruch: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan  hat.“ Psalm 103,2

Lesungen: 1.Chronik 29, 9-21; Psalm 84, Galater 5, 16-24; Lukas 17, 11-19
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15. Sonntag nach Trinitatis
29.09.2019  Die irdischen Güter
10.00 Rhönblick – Wortgottesdienst
(Predigt Klaus Buder)

Wochenspruch: Alle eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ 1.Petrus 5,7

Lesungen: 1. Könige 17, 8-16; Psalm 37,1-6.25-29; Galater 5,25-6,10; Matth. 6, 24-34

 

Einladung Theologie am Abend

während des St. Benedikt Seminars am
5. Oktober 20 Uhr im Knüllcamp/Rhönblick mit
Dr. Norbert Feinendegen, Bonn.

C S Lewis

Vortrag über C. S. Lewis
intellektuellen Werdegang und seine heutige Aktualität. Die von Dr. Feinendegen übertragenen Lewis-Texte ins Deutsche sind kürzlich erschienen im Fontis-Verlag
und werden vorgestellt.
Mehr im Internet unter:  http://www.fontis-shop.de/Durchblicke

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C.S. Lewis zählt zu den größten Vorbildern und Mentoren des Christentums. Seine Kinderbücher – etwa „Die Chroniken von Narnia“ – sind bei Familien in aller Welt beliebt. Werke wie „Pardon, ich bin Christ“ und „Über den Schmerz“ haben Millionen von Menschen geprägt. Die vierteilige Dokumentation stellt „einen der kreativsten Köpfe des 20. Jahrhunderts“ vor und beginnt mit Lewis‘ Wurzeln in Nordirland. Clive, der sich selbst gern „Jack“ nannte, wurde in einer Familie groß, die Bücher und Ideen liebte.

 

 

Trinity

 

 

Download: –> Predigt zu Offb 4,1-11 Trinitatis

TRINITATIS 2019 – Wer dient wem?

Oder spiegelt unser Gottesdienst den himmlischen wieder?

Offenb. 4,1-11

 

Gottesdienst, das ist eine Verpflichtung und ein Privileg für das Volk Gottes, im Alten, wie auch im Neuen Bund. Die Frage nach dem rechten Gottesdienst wird immer wieder neu gestellt. Liturgie oder Gottesdienst, hat dies vorrangig mit uns Menschen oder mit Gott zu tun? Geht es darum, dass wir etwas vom Gottesdienst haben, dass er uns etwas gibt, dass wir aufgebaut werden? Wohin geht der heutige Gottesdienst-Trend?
Wir kommen doch zusammen, um eine gute Zeit zu haben! Nun, wenn wir solche Aussagen betrachten, scheint es sich bei solchen Treffen doch stark um die Bedürfnisse der Gottesdienst-Zuschauer zu gehen, die befriedigt werden sollen. Das ist also die Frage aller Fragen. Bedeutet denn Gottesdienst, dass wir Gott dienen? oder doch eher, dass Gott uns dient? Geht es um Bedürfnisbefriedigung des Menschen oder um die Ehrerbietung Gottes?
Ohne jedoch auf die gesamte alt- und neutestamentliche Gottesdienstgestaltung oder die Bedeutung von Liturgia, dem „Wirken des Volkes“ für einen höheren Sinn einzugehen, wollen wir heute nur den Predigttext aus Offenbarung 4,1-11 betrachten und eine Antwort finden. Hier wird dem Apostel Johannes ein Blick in den himmlischen Thronraum gewährt, der ja ein Vorbild unseres irdischen Gottesdienstes ist.

1. Wer ist der Gegenstand der Anbetung?

Er wird hier wird mit ER beschrieben und sitzt auf einem Thron. Ein Thron spricht von Würde und Macht. Er wird beschrieben mit leuchtender Heiligkeit und mit blutroten Erlösungsfarben sowie die Regenbogenfarben, die an seinen fortgesetzten Schöpfungsbund erinnern.
Die 24 Ältesten repräsentieren 2 x 12 Vertreter des Gottesvolkes aus dem gläubigen Israel und den gläubigen Nichtjuden. Sie versammeln sich um den Thron und bringen Gott dem Schöpfer stellvertretend für alle Gläubigen die Ehre da. Die vier Wesen als Tiere dargestellt scheinen vier ranghohe Engel zu sein, die Gott dienen, und seine Macht stützen. Dies ist der Gegenstand unserer Anbetung. Wer steht hier im Mittelpunkt? Es ist Gott allein, der von der Kirche des Alten und Neuen Bundes und den Engeln angebetet wird.

2. Was sind die Handlungen ihrer Anbetung?

Die vier Wesen der Macht leiteten den Gottesdienst. Sie machten Vorgaben für alle übrigen und als kleiner Chor stimmen sie zum Lobpreis an. Danach fallen 24 Vertreter aller Gläubigen auf die Knie und verehren Gott, legen ihre Kronen, ihre geschenkte Ehrung zu Gottes Füßen. Diese Ältesten sind nicht von ihrem Können und Amt eingenommen. Es gibt keine eigene Ehre vor dem Thron Gottes. Auch die von Gott geschenkte Ehre wird nur dazu benutzt, um ihm allein wieder die Ehre zu bringen.
3. Was sind die Worte der Verehrung?
Die liturgischen Engelwesen als Gottesdienstleiter sprachen die Worte: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Wir merken, dass Worte der Heiligkeit und der Beschreibung des ewigen Gottes den Akt der Anbetung einleiten. Gott ist vollkommen, allmächtig und ewig. Als nächstes folgen die Worte der Anbetung durch die 24 Ältesten: Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft.
Dies sind Worte der Würdigung. Ja, Gott ist es wert, dass man ihn ehrt, und nur ihn allein. Auch die Stellvertreter des Volkes Gottes haben alle ihre eigenen Ehrungen vom Haupt genommen. So sollen auch alle Gläubigen ihn würdigen und wertschätzen.
Weiter wollen wir hier anmerken, dass biblische Gebete im Gottesdienst gewöhnlich stellvertretende Gebete der Leiter oder gemeinsame mit einem Munde gesprochene Gebete aller sind. Wenn schon die 24 Stellvertreter das Gebet gemeinsam sprechen,
wie viel mehr sollte dies das Volk Gottes hier auf Erden in ihren Gottesdiensten tun: Gemeinsame biblische Gebete sprechen, die sich auf Gottes Wesen und Werk gründen, und Gott mit dem Wort und Sinn der Schrift anbeten. Dies ist sicherlich, „Gott im Geist und der Wahrheit anbeten“. Wir finden hier im Himmel auch keine Spontangebete, die gerade jemanden in den Sinn kommen, auch nicht, dass alle gleichzeitig wie im Bienenschwarm vor sich hinsummend, ihre individuellen Gebete simultan sprechen. Auch hören wir nichts von Reden in anderen Sprachen vor dem Thron Gottes, sondern alles geht in Ehre erbietender verständlicher Ordnung zu.

4. Was ist der Grund ihrer Anbetung?

a) Gott ist der Schöpfer aller Dinge
… denn du hast alle Dinge geschaffen… Die Ursache aller Anbetung: Die Geschöpfe sind aber auf Grund ihrer Geschöpflichkeit dazu bestimmt und verpflichtet, Gott zu verehren und anzubeten. Doch Gott schuf nicht nur den Menschen, sondern auch alle Welt und das gesamte Universum; den Mikrokosmos und den Makrokosmos. Und da der Mensch in Sünde fiel, erschuf Gott den neuen Menschen in Christus, auch uns durch die Wiedergeburt als neue Kinder Gottes. Weil er all dieses tat, soll auch kein geschaffenes Ding, sondern nur der Schöpfer angebetet werden. Unsere Anbetung Gottes hat ihren guten und festen Grund, den Schöpfer.

b) Gott ist der Erhalter aller Dinge
… und durch deinen Willen waren sie. Oder wir können auch übersetzen: durch deinen Willen sind sie. Weil Gott nicht nur der Uhrmacher war, der die „Weltenuhr“ herstellte, aufzog und sie nun ablaufen lässt, sondern alle Abläufe aller Dinge in seiner Hand hat und alle Lebensgesetze weiter aktiv unterhält, auch unseren Glauben und unser ewiges Leben sicherstellt, deshalb sollen wir ihn allein verehren. Er ist der Erhalter aller Dinge. Und deshalb dürfen auch keine anderen Dinge oder Menschen, die auch von Gottes Macht und Willen abhängig sind, angebetet und verehrt werden.

c) Gott ist Ursache und Ziel aller Dinge
…und wurden sie geschaffen. Weil Gott Ursache aller Dinge ist, alles auf ihn hin ausgerichtet, deshalb hat alles seine Bestimmung. Gottes Plan und Ratschluss besteht von Ewigkeit her und hat ein ewiges Ziel. Weil sein Ratschluss gut ist, deshalb sollen wir ihn allein im Gottesdienst verehren. Über den Zweck unserer eigenen Schöpfung fragt ein Katechismus: Warum hat Gott dich und alle Dinge erschaffen? Antwort: Zu seiner eigenen Verherrlichung. Deshalb wollen wir ihn auch allein verherrlichen.

+ + +

Wir durften uns den Gottesdienst-Typus des himmlischen Gottesdienstes vor Augen halten. Dieser beantwortet die Frage, wer wem im Gottesdienst dient: Gott den Menschen oder der Mensch Gott? Es ist uns von der Schrift klar geworden, dass nur der heilige und allmächtige und ewige Schöpfergott einziger Grund und Zentrum unserer Anbetung sein kann. Nun darf sich jeder Einzelne von uns fragen: Habe ich bereits eine Schau wie Johannes? Finde ich den Zugang zum heiligen Thron Gottes? Erkenne ich Gottes Wesen? Höre ich das „Dreimal Heilig“, wenn ich mich Gott nahe? Verneige ich mich vor ihm im Herzen, äußerlich mit meinem Körper und ganzem Sein? Spreche ich zu ihm die rechten Worte biblischer Anbetung? Wenn dies so ist, dann sind alle unsere ichbezogenen und psychologischen Fragen uninteressant: „Hat mir der Gottesdienst etwas gegeben? Hat mir die Musik gefallen?“ Denn wir sind doch allein vor Gott versammelt, um Gott etwas zu geben, was ihm gebührt: Uns selbst, dass wir seinen Lobpreis singen, sein Wort ihm zurückgeben, sowie unsere Schuld und auch unseren Glauben bekennen. Ob wir uns nun dabei erfreuen oder etwas empfangen oder verspüren, ist nicht so sehr wichtig in uns selbst zu beobachten. Jedoch soll unsere ganze Betrachtung auf Gott ausgerichtet sein. Denn wir dienen IHM.

Wenn wir Gott ganz in die Mitte unserer Gottesdiensterfahrung stellen, wird sein Segen uns bestimmt nachfolgen. Amen