Matthäus 12,46-50 / Heilige Familie Gottes

Besonders um Weihnachten wird der Heiligen Familie, Joseph, Maria und Jesus, eine Menge Beachtung geschenkt. Und das ist auch richtig.
Maria insbesondere erhält von römischen Katholiken und orthodoxen Christen eine sehr große Beachtung.
In unserer Bibelstunde wollen wir über die Heilige Familie reden, welche natürlich die Familie Gottes ist. Über die Jesusfamilie, in der Jesus aufwuchs, haben wir zusätzlich zur Heiligen Schrift keine Informationen oder Einsichten.

Wir wollen nachdenken über die Ankündigung der Geburt Jesu an Maria und wie sie demütig und gläubig dieses Nachricht dieses großen Segens angenommen hat; dann an die Hirten und Engel denken, die sich zur Geburt Jesu eingefunden hatten, sowie über Josephs großen Gehorsam, in dieser Angelegenheit Adoptivvater zu werden. Weiter denken wir noch an die Sterndeuter, die später die Jesusfamilie besuchten. Und dann kennen wir noch das Ereignis über den 12-jährigen Jesus im Tempel und seine Eltern, die ihn suchten, die Gespräche dort führten und seine Ein- und Unterordnung danach in die Familie.
In unserem Text –  Mt. 12,46-50  – lesen wir mit großem Interesse, dass die Jesusfamilie, Maria und seine Brüder, unerwartet erscheinen und Jesus sehen wollen.

Mit einer besonderen Würdigung, der Maria von einigen Christen bedacht wird, könnten wir erwarten, dass Jesus sich hier schnell beeilen, sie grüßen und besonders ihr öffentliche Anerkennung schenken würde.
Aber es ist schon befremdend, dass wir nicht zu hören bekommen, was Jesus zu Maria sagte. Es scheint so, als würde er sich überhaupt nicht darum sorgen, dass sie da ist. In dieser Geschichte kann Maria warten, und sie scheint einfach zweitrangig zu sein. Zweitrangig wem gegenüber? Das ist die wunderbare kleine Geschichte, die sich dort am Ende von Kapitel 12 befindet. Worum geht es eigentlich? Dass Jesus sich so sehr um andere Angelegenheiten kümmert, dass er Maria, seine Mutter, so vernachlässigt, sie nicht beachtet?
Diese erstaunenswerte Sache betrifft damit uns, seine Jünger, seine Familie Gottes.
Wir würden erwarten, dass Jesus sich erhebt, sich in eine erhobene Position begibt, dann auf Maria zuläuft und dabei seine Jünger perplex zurücklässt.
Aber, er tut es nicht. Dagegen antwortete er jenen, die ihm sagten, dass seine Mutter und Brüder draußen stehen, „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ V48. In anderen Worten sagt Jesus, dass hier gegenwärtig etwas stattfindet, das wichtiger ist als seine leibliche Mutter, der „Mutter Maria“.
Mt 12,49-50 Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
Was für eine erstaunliche Aussage! Sehen wir, was Jesus hier getan hat? Er hat uns damit auf die Ebene von Maria gehoben, auf ihre gleiche Position gebracht! Er hat hier den Willen seines vollkommenen himmlischen Vaters über den Willen seiner fehlbaren und irdischen Mutter gestellt. Das heißt nicht, irgendetwas von ihr zu nehmen oder sie zu demontieren oder sie zu erniedrigen. Doch sie ist wirklich hier nicht die Hauptsache, sondern wir, seine Jünger.

Jesu Belehrung an seine Jünger soll uns schockieren wegen dessen, was Jesus an sich ist und tut. Tatsächlich erhebt er uns zu sich selbst. Das soll nicht heißen, dass wir eine niedrige Sicht von der Mutter Maria haben, sondern es bedeutet, dass ich eine Hochachtung vor dem habe, was Jesus für jeden tut, der wahrhaftig sein Jünger ist. Das trifft zuerst auf Maria zu, aber auch auf uns, wenn wir den Willen unseres Vaters im Himmel tun. Genauso wie der Heilige Geist in Maria einzog, so zieht er auch in uns ein (natürlich nicht auf dieselbe Weise). Doch Jesus hat uns ausersehen, dass wir Mitglieder seine Familie sind, und so sind wir genauso wichtig wie seine Mutter.
Was Jesus hier tut, ist etwas so Wunderbares wie Gott es mit Maria getan hat, als er durch den Heiligen Geist Jesus zu ihr brachte. Was Jesus hier für uns tut ist, dass er uns zu sich bringt und somit zum Vater, dass wir eins mit ihm werden. Was Jesus also tut ist, dass er uns mit ihm zum Himmel erhebt, wenn wir den Willen des Vaters tun.

Er sagt uns damit, dass er sich wünscht, so eins mit uns zu werden, wie er es mit dem Vater ist: Durch Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters. Deshalb kam Jesus auf die Erde; und das ist es, was wir tun sollen. Mt 7,21; Jo 5,30.

Durch diesen Abschnitt bringt uns Jesus mitten in seine Familie hinein – die Heilige Familie. Stellen wir uns vor, wir wären wirklich einer der Brüder Jesu oder eine seiner Schwestern in Nazareth! Wie würde das sein? Würde es nicht fantastisch sein! Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es hatte nicht viel seinen Brüdern gebracht, die ursprünglich nicht an ihn glaubten. Aber, wir träumen viel zu wenig. Wenn wir sagen, dass Jesus uns zu Mitgliedern seiner Heiligen Familie macht, meinen wir nicht nur Maria und Joseph und Jakobus, Joses, Simon und Judas (Markus 6,3 Matthäus13,55).

Jesus macht uns zu Mitgliedern der noch größeren Heiligen Familie zu dem der Vater, der Sohn und der Heilige Geist gehört. Was bedarf es nun, um am Leben der Heiligen Dreifaltigkeits – Familie teilzunehmen? Der eigentlichen „ Heiligen Jesusfamilie“? Diese Frage bedarf einer Antwort. Es ist ein erhabener und gesegneter Traum, den Jesus als erfahrbare Wirklichkeit hervorgehoben hat. Denn, wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Ruf zum Gehorsam – Ruf zur Einheit und zur Familie Gottes
Denken wir über dieses heute nach: Jedes Mal, wenn wir den Willen des Vaters tun, sind wir verbunden mit der Heiligen Dreieinigkeit.
Jedes Mal, wenn du wie ein Sohn oder Tochter Gott gehorchst, dann bist du ein Sohn oder eine Tochter Gottes.
Jedes Mal, wenn du den Willen des Vater tust, dann demonstrierst du damit, dass du zu Jesus Christus gehörst und Teil seiner Familie bist.
So gehören wir dann zur weltweiten Familie Gottes –zur katholischen/allumfassenden Kirche, die den Willen Gottes tut (dazu gehört die militante Kirche auf Erden, die noch kämpft gegen Sünde, Selbst und Satan, und auch die triumphierenden Kirche, die bereits im Himmel bei Christus ist, die abgerufenen Christen bei Gott). Das ist unsere wirkliche Familie.
Der Ruf zum Gehorsam ist nicht so sehr ein Warnruf, wenn wir versagen, dass wir bestraft werden, sondern ein Ermutigungsruf und eine Herausforderung zu der Familie der gesegneten Gehorsamen unseres himmlischen Vaters zu gehören. Wir sind dann Teil dieser Heiligen Familie Gottes.

Ich werde deshalb gehorchen, nicht aus Furcht, auch nicht einfach aus Pflicht, sondern aus Liebe und Freude, die dadurch entsteht, dass ich mit dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist verbunden bin.

Zum Nachdenken:
1. Was sind die Segnungen als Ergebnis, dass wir Teil der Heiligen Familie Gottes sind?
2. In welcher Weise ruft Gott uns, ihm zu gehorchen, damit wir Teil von ihm wirst und dass er uns segnet?

Entscheidung:
Ich entscheide mich für den heutigen Tag, dem Vater so zu gehorchen, wie er es mir aufgetragen hat.

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