Text: Lev. 19, 1-2, 9-18; Matthäus 22,34-40

 Christliche Liebe ist gelebte Heiligkeit: Heiligkeit zeigt sich weniger im in der Zurückgezogenheit vom alltäglichen Leben, sondern in der christlichen Nächstenliebe, die das praktische Alltagsleben durchdringt und gestaltet.

Das Gebot haben wir, dass wer Gott liebt, auch seine Bruder liebt.
AT: 3.Mo 19,1-2.9-18 Der heilige Gott fordert von uns einen heiligen Wandel.

Heiligkeit zeigt sich weniger in der Zurückgezogenheit vom täglichen Leben, sondern in der Nächstenliebe, die das praktische Alltagsleben durchdringt und gestaltet.

1. Komische Heilige Beispiele: Kein Fernsehen, keine Disco, kein Kirmesgang, kein Fußball, keine Zigarette rauchen Oder in der Vergangenheit: Säulenheilige, Zurückgezogene, Wüstenmönche

2. Definition von falscher und rechter Heiligkeit:
a) Falsche Heiligkeit: Zurückgezogenheit von äußeren Dingen, entsagen von Nahrung und Kleidung, Kontakt mit Sündern usw. – Es ist nicht eine rituelle äußerliche Heiligkeit an Leib, Land und Wohnung, obwohl durch äußerliche Handlungen Zeichen gesetzt werden.
b) Rechte Heiligkeit ist das fortgesetzte Wirken des Heiligen Geistes, durch das er den Sünder reinigt, dessen ganze Natur im Ebenbild Gottes erneuert und ihn befähigt, gute Werke zu vollbringen.

Zur ursprüngliche Heiligkeit und Gerechtigkeit: 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn
24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

c) Herkunft der Heiligkeit:
Sie begründet sich in der Ebenbildlichkeit Gottes:“ Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde“. Der Mensch war im Anfang im Ebenbild Gottes geschaffen. Damit war er ganz vollkommen, ganz gut. Und er sollte der Werke Gottes tun, die Erde bebauen und sie beherrsche. Er sollte gute Werke vollbringen.

Die Äußerung der Heiligkeit: Sie beinhaltet Liebe. Denn Heiligkeit steht immer in Verbindung mit Gerechtigkeit. Gerechtigkeit aber äußert sich in liebendem Handeln.

3. Beispiele, dass unsere Heiligkeit sich vor allem in Liebe äußert. Lev 19
Weil Gott heilig ist, soll es auch überall im Leben gerecht zugehen: Die Heiligkeit des Lebens wird in Kap 18-20 betrachtet.

Sie beginnt mit dem Thema Nr. 1: Sex, der geschlechtliche Umgang im Leben. Hier werden die geschlechtlichen Verirrungen aufgezeigt. Hier muss es gerecht zugehen.
In Kapitel 19 betrifft nun viele Themen nämlich: von der Ecke des Ackers, bis zur Ecke des Bartes

Aber doch beginnt die Heiligung des Alltagslebens mit dem Thema Nr. 2. „Der Umgang der Kinder mit ihren Eltern.“ Und setzt sich fort mit:
a) Umgang mit dem Gottesdienst
b) Umgang vor Gericht
c) Umgang mit Armen
d) Umgang mit Reichen
e) Umgang mit Ausländern
f) Umgang mit ungerecht handelnden Nachbarn – Zurechtweisung usw.

Schlussfolgerung: Die rechte Heiligkeit im Alltag ist nichts anderes als der das gerechte verhalten in allen unseren Lebensgebieten. Es ist nichts anderes als gelebte Liebe:
Damit wird Liebe nicht als Gefühl, sondern als verantwortlicher und gerechter Umgang mit dem Nächsten bezeichnet. Der Brunnen heißt Heiligkeit. Daraus fließt Liebe.
Selbst unser Umgang gegenüber unseren Feinden wird davon betroffen. So spricht Jesus in der Bergpredigt, nachdem er die vollkommene Liebe des Vaters dargestellt hat, der die Sonne über Böse und Gute aufgehen lässt und es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte:

Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. Mt 5,48
Gute Nachricht: Nein, wie die Liebe eures Vater im Himmel, so soll auch eure Liebe sein: vollkommen und ungeteilt.

Liebe oder praktische Heiligkeit ist eine besondere Qualität unseres Handelns, die alle unsere Lebensgebiete durchdringt, transformiert und verändert – nämlich zum Guten und Vollkommenen. Diese praktische Heiligkeit im Umgang mit den Mitmenschen betrifft aber alle familiären und sozialen Gebiete. Gottes Heiligkeit – Oder seine Vollkommenheit gut zu sein, macht uns verantwortlich ungeteilt gut zu handeln, nicht halbe Sache zu machen. Liebe deinen Nächsten ist nichts Neutestamentliches, auch nichts nur Innerliches. „Denn wir sollen unseren Bruder nicht hassen in unserem Herzen“ V17. Heiligkeit ist die Vollkommenheit Gottes, die durch sein Volk, durch mich handeln will, den andern vollkommen und gut zu machen. Die Heiligung unseres alltäglichen Lebens betrifft alles im Leben, alle Ecken werden von der vollkommenen Gutheit und dem vollkommen Heil betroffen.: die Ecken des Feldes – das etwas für die Armen zurückbleiben soll – bis zu den Ecken der Haare auf dem Kopf (kein Götzendienerhaarschnitt), die Ecken meiner Arme (keine Tätowiierung mit ungöttlichen Symbolen oder Ringen) und die Ecken der Gesellschaft, unser Umgang mit den Ausländern. Und last not least, zum Schluss unser Umgang mit den Alten, vor dessen graues Haupt man aufstehen und sie ehren soll: In der Straßenbahn und im Altenheim.
Die praktische Heiligung beginnt mit: den Eltern, aber hier sagt Gott aus der Praxis zuerst: Ein jeder fürchte seine Mutter – dies gilt für die Kinder – weil die Mutter gewöhnlich als erste untergebuttert wird – und es betrifft auch ihren Mann, der selbst zuerst eine hohe Achtung vor seiner Frau entwickeln muss, damit er diese Haltung den Kindern vorlebt, diese es beobachten und er sie dahin erziehen kann – nämlich eure Mutter zu fürchten. – Hier versagten viel so genannte heiligen Männer im Lebensalltag, die die Praxis nicht kennen.
Die Lebensheiligung endet mit. Ihr sollt in eurerm wirtschaftlich Handel, privat, auf dem Dorfmarkt , dem Autoverkauf, Internetverkauf und dem Weltmarkt gerecht und aufrichtig handeln, jeder soll verdienen, aber keiner darf übers Ohr gehauen werden. Auch dies ist praktische Heiligung oder anders unsere LIEBE in Aktion.

Damit ist Liebe immer eine Verantwortung, die sich im Umgang mit dem Anderen in Beziehungen und Taten ausdrückt. Liebe besteht immer in der Tat, Liebe besteht nicht in Worten, sondern in Gedanken und Gefühlen, die sich aber schließlich im Handeln ausdrücken. Wer sagt, er liebt, aber handelt nicht, dessen Worte sind heiße Luft und er lebt nicht in der praktischen Alltagsheiligung.

Jesus selbst sprach vom Zentrum der Gebote, Gott zu lieben von ganzem Herzen und den Nächsten wie sich selbst. Das Prinzip der Gebote, die Liebe, wurde von ihm in der Bergpredigt als Zusammenfassung so formuliert:
Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten. Mt 7,12.
Damit führt Jesus hier klar aus, dass das Zentrum der Gebote in einer Liebe besteht, die sich darin äußert, dass wir nach dem Wunsch anderer Leute handeln sollen. Echte Heiligung wird in handelnder Liebe bei uns im Alltag sichtbar.

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