Tagesgebet / Kollekte:

Unser Gottesdienst am Heilig Abend 16 Uhr Christuskapelle Richbergstr. 11, Schwarzenborn.

Unser Gottesdienst am Heilig Abend
16 Uhr Christuskapelle
Richbergstr. 11, Schwarzenborn.

 
O Herr! Wir bitten Dich: erheb Dich in Deiner Macht, komm in unsre Mitte und steh uns bei durch Deine große Kraft, damit wir nicht länger durch unsre Sünden und Schwachheiten in dem Kampf, der uns bestimmt ist, gehemmt und gehindert werden, sondern uns durch Deine Gnade und Barmherzigkeit Hilfe und Errettung zuteil wird. Durch Jesus Christus, unsern Herrn, dem mit Dir und dem Heiligen Geist alle Ehre und Herrlichkeit gebührt, jetzt und allezeit und in Ewigkeit.  Amen.

Predigt: Die Frage aller Fragen: Kennst du Ihn?

Evangelium Joh 1,19-28

Der Apostel Paulus verfolgte als junger Mann die Jünger Jesu, die Christen und verschleppte sie zur Anklage nach Jerusalem bis er die Worte hörte: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Warum verfolgte er sie? Weil er Jesus nicht kannte.

Kennst du Ihn? Dies ist der Titel einer Biografie über Christus von Ludwig Schneller. Kennen wir ihn? Kennst du Ihn? Ihn zu kennen, das ist Leben!
Kannten ihn die Juden zurzeit Johannes des Täufers als Jesus unter ihnen bereits wandelte?
Diese Juden, die uns hier vorgestellt werden, sind von den Pharisäern abgesandt (V24). Sie gehörten zu der Partei der Konservativen und Bibeltreuen, die sich als rechtschaffen, fromm und Wächter Israels ausgaben. Auch sie waren oft ähnlich wie Paulus gut ausgebildete Schriftenkenner und kannten jene Schriftstellen über den kommenden Messias.

Und selbst das einfache Volk wusste, dass man am Ende der Zeiten auf Elia oder den verheißenen Propheten oder auf den Messias wartete. Doch mit welcher Haltung und Einstellung fragten die Führer der Juden?

Waren ihre Fragen darin begründet, dass sie den Messias suchen, finden und anbeten wollten? Oder war dies genauso eine vordergründige Heuchelei wie bei König Herodes: Denn der wusste, wenn es der Messias, der neugeborene König der Juden wirklich wäre, dann müsste er ihm huldigen und ihn anbeten.
Worum ging es aber diesen Juden, die hier einige Priester und Leviten zu dem Priestersohn Johannes, einem vorbildhaften frommen Menschen sandten, um ihm Fragen zu seiner Person und seiner Tätigkeit zu stellen?
Waren es echte Fragen, ob Johannes Elia, der Prophet oder der Messias sei? Nein.
Einmal war es natürlich nur pure Neugier. Doch Fragen, die nur die Kuriosität der Menschen befriedigen, dienen nicht dazu jemanden kennen zulernen. Neugierde ist jedoch nur ein oberflächlicher Kontakt aus eigenem Interesse. Sie hält immer die Distanz und verhindert das rechte Kennenlernen des anderen.
Beispiel – Fragen von Händlern, Straßenverkäufer etc. aus Eigeninteresse! Weiter, haben ihre Fragen den gleichen Zweck, wie später bei Jesu Leidenszeit. Es sind Fragen, die letztendlich gegen ihn verwandt werden sollen, um ihn dann endgültig zum Schweigen zu bringen.

Lektion 1:
Um jemanden kennen zulernen müssen wir zuerst die rechte Einstellung zu ihm haben, um dann die rechten Fragen stellen. Wenn wir aber Fragen aus Neugierde stellen oder Fragen, die nur dazu verwendet werden sollen, um eine Abwehrhaltung aufrechtzuerhalten oder hervorzurufen oder persönlichen Gewinn zu erlangen, dann werden wir diese Menschen keinesfalls persönlich kennen lernen. Aber, wenn wir uns die Frage stellen lassen: Kennst du Ihn, und willst du ihn kennen lernen? Dann müssen wir bereit sein, auch die Verantwortung und Konsequenz auf uns nehmen, auch das Leben mit dieser Person teilen zu wollen und auch willig sein, Opfer zu bringen. Ist dies vielleicht dieser Grund, warum Menschen heute nicht bereit sind ehrliche und bedeutende Fragen zu stellen? Weil sie Angst um die Folgen, ihren persönlichen Einsatz haben? Viele wollen nur oberflächlich bleiben. Kennen lernen bedeutet auch sich verletzlich zu machen.

Ist es nicht so, dass oft keine aufrichtigen Fragen gestellt werden, weil jene Frager keine Verantwortung und Verpflichtungen übernehmen wollen? Liegt es vielleicht daran, dass sie keine Veränderungen wollen und Hingabe und Opfer scheuen?
Kennst du ihn? Willst du Jesus wirklich kennen lernen? Dann sei auch bereit Opfer zu bringen. Im gleichen Kapitel des Johannesevangeliums heißt es:

5 Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.
6 Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes.
7 Der kam zum Zeugnis, um von dem Licht zu zeugen, damit sie alle durch ihn glaubten.
8 Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.
9 Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen.
10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn gemacht; aber die Welt erkannte ihn nicht.
11 Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Warum nahmen ihn die Seinen nicht auf? Weil sie wie einst Saulus in der Finsternis lebten, und die Finsternis es nicht ergriffen hat, sie Ihn wegen ihrem Leben in Finsternis nicht erkannt hatten.

Lektion 2. Fragen wegen Veränderung und Erneuerung im Leben?
Wie aber wird Jesu erkannt? ER wird erkannt, wenn jene kritischen Frager aufhören, ihr dickes Ich zu polieren, wenn sie sich nicht mehr in den Mittelpunkt stellen. Wenn sie von sich selbst wegweisen wie Johannes, der dreimal ihre Fragen verneinte und antwortet: Haltet mich nicht für den. Nein, ich bin es nicht, ich bin es nicht, ich bin es nicht. Auch wenn ihr mich dafür oder für eine andere bedeutende prophetische Figur haltet, ich bin diese nicht.
Nein, Johannes war nicht das Licht. Jesus ist das Licht der Welt. Doch Johannes sollte zeugen von diesem Licht. Johannes aber bezeichnet sich in seiner folgenden positiven Antwort schließlich als „eine Stimme“. Nur eine Stimme. Nichts mehr und nichts weniger. Eine Stimme:
23 Er sprach: »Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat .
Warum sagte Johannes in einer Art Zynismus, einer Stilform des beißenden Spottes: Ich taufe mit Wasser; aber Er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennt.
Beides, die Taufe und die Stimme sind ergänzende Scheinwerfer auf Christus. Die Stimme weist auf den Herrn, den Erlöser hin, und auch die Taufe (Reinigung auf Jesus) ist auf den Herrn, den Erlöser gerichtet.
Was will Johannes damit sagen?

Erstens: Ich leuchte mit dem Scheinwerfer des Wortes und durch die Taufe auf Christus, aber Ihr schaut trotzdem in eine falsche Richtung. Ihr wollt euch nicht ändern. Leute, er steht schon mitten unter euch. Schaut euch um! Erkennt ihr IHN? Oder steht Ihr noch im Mittelpunkt?
Wir können anders auch sagen: Das Wort (des Johannes) und das Sakrament der Taufe weisen auf den Erlöser hin. Die Stimme ist das hörbare Wort Gottes, das andere ist das anfassbare Wort Gottes (Wasser -Sakrament).

Zweitens gilt, und nur dann können wir Christus kennen lernen, wenn wir auch bereit sind, uns von ihm durch Wort und Taufe reinigen und verändern zulassen. Wollen sich die Fragenden verändern lassen?
Willst du dich reinigen und verändern lassen, durch Wort und Taufe, um den Retter und Herrn wirklich kennen zu lernen?

Wie können wir aber heute den Herrn kennen lernen? Doch nur, wenn wir auf die Stimme der Boten Jesu heute hören und unsere krummen Wege für den Herrn ebnen. Wo geschieht dieses Ebnen? In unseren Herzen oder in unserem Willen. Denn nur wo ein guter Wille ist, da können wir Christus wirklich kennen lernen. Ein Wille, der Gottes Willen gern tut.
Stellten nicht auch einige Menschen, die damals zur Taufe kamen, wichtige Fragen, Fragen der Opferbereitschaft, des guten Willens? Nämlich: Was sollen wir denn tun? Zuerst solche, die nicht im Herzen bereit waren:
7 Als er nun viele Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? 8 Seht zu, bringt rechtschaffene Frucht der Buße!
Waren es nicht gerade diese Pharisäer, die diese Fragen beantwortet haben wollten, doch in ihren Herzen eine Schlangenbrut waren? Warum erkannten diese Schriftenkenner Jesus nicht? Weil sie ganz verschlagene Heuchler waren und sich keinesfalls ändern wollten. Doch der aufrichtigen Gruppe, den anderen Nachfolgenden, gab Johannes die rechte Antwort auf ihre aufrichtigen Fragen. Ihre Fragen hatten das Ziel, dass sich in ihrem Herzen und äußerem Leben etwas änderte sollte. Denn sie hatte es erfasst, dass sie nur mit einer solchen Einstellung,“der Hingabe ihres Willens an Gott“, den Weg für den Herr bereiten würden, und dass sie nur so durch die Opferung ihres Willens und durch ihre Bereitschaft zur Lebensveränderung Christus erkennen würden.

10 Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?
11 Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.
12 Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun?
13 Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!
14 Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold!

Ja, bei Ihnen war Christus, das Licht, in ihr Leben gekommen. Sie brachten ihren Willen als Opfer und fragten: Was sollen wir tun? Beten auch wir, dass Christus so in unser Leben kommt und wir täglich fragen: Herr, was sollen wir den tun?

Und wenn du diese ehrliche Frage stellst, dann sei gewiss, er ist auch unter uns, Er ist auch in deine Gegenwart getreten, und du wirst ihn deutlich erkennen. Amen.

http://www.rekd.de ; Bischof.Meyer@rekd.de

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