ROGATE

Gebet für geistliche Frucht im persönlichen Leben

Predigt zum Download oder lesenHes14,1-11

Idole im Herzen, hört mich dann Gott?

V 1-5 Unbekehrt zu Gott kommen?

Der Prophet Hesekiel stammt aus einem Priestergeschlecht und wurde mit dem Südreich, Jerusalem und Juda 597 v. Chr. in die babylonische Gefangenschaft geführt. Dort in Tel-Abib, am Eufratkanal wurde er in jungen Jahren zum Propheten für die Verschleppten berufen. Nach der vollkommenen Zerstörung Jerusalems in 586 verkündet er Gottes Eingreifen, die zukünftige Rückkehr Israels und den neuen Aufbau des Tempels.

In unserem Abschnitt besuchen ihn Älteste der Exilanten. Diese wohnen schon eine lange Zeit in Babylon, haben die Abgötter, Götzen, Bauwerke und Weisheitslehren ihrer Unterdrücker täglich vor Augen. Sie haben sich bereits ein gutes Stück angepasst, um zu überleben. Wenn es hier um Götzen geht, sind damit widergöttliche Bindungen gemeint. Götzen sind Idole, fest sitzende Gedanken im Herzen, die das Leben von Menschen bestimmen. Diese Leiter hatten jene Idole in ihr Herz geschlossen und auch vor sich als Abbild aufgestellt. So sind sie in Schuld gefallen, haben gesündigt.

Anw. In unserer heutigen Zeit kann dies auch König Fußball sein, dem viele Menschen ihr Herz, ihre Begeisterung, ihr Ein und Alles geben. Es können auch Abhängigkeiten von Elektronik, beständigem Internet, Spielsucht oder andere im Herzen verborgenen Idole sein, die unser Denken fest bestimmen.

Diese jüdischen Ältesten kamen mit vielen widergöttlichen Bindungen Babylons zum Propheten, setzen sich vor ihn und wollten ein Orakel, eine Prophezeiung, von dem wahren Gott zusätzlich zu ihrem von Idolen bestimmten Leben erhalten. Genau hier erhält der Prophet von Gott Jahwe die Einsicht, dass diese Leiter geteilten Herzens sind und zusätzlich andere Götter neben ihrem Bundesgott verehren.

Anw. Wissen wir nicht um Mt 6,24? Niemand kann zwei oder mehr Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen oder den anderen lieben. Entweder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten! Es gibt nur den einen, Gott –  Jahwe! Doch da gab es ein Problem: Die damalige synkretistische Umwelt, in der Religionen und Philosophien vermischt wurden. Sollte der Prophet solchen Menschen den Willen Gottes für ihr Leben und ihre Zukunft sagen? Dazu sagt Gott: Nein! Denn Gottes Angesicht steht gegen solche, die ihr Herz mit anderen Idolen als nur mit dem lebendigen Gott gefüllt haben. Deshalb verbietet es Gott Hesekiel, ihnen zu antworten, weil Gott andernfalls selbst den Propheten richten würde. Damit kündet Gott durch Hesekiel für diese Leiter ein exemplarisches Gericht an. Der Prophet soll ihnen so antworten: Wenn ihr weiter Liebe und Liga mit den Götzen macht, im Bund mit Idolen steht, und so Gott in eurer Scheinheiligkeit befragt, dann wird er euch richten nach eurer tatsächlichen Missetat und nicht nach eurer angeblichen halbherzigen Frömmigkeit. Ihr heuchelnden Ältesten werdet aus dem Gottesvolk ausgemerzt werden. Dadurch soll jedoch ein warnendes Beispiel geschaffen werden, damit die Gemeinschaft des Volkes im Exil reformiert und erneuert werden kann. Das soll bewirken, dass das  Haus Israel nicht mehr von Gott weg in die Irre laufen soll. Sie sollen sich wieder an das erste Gebot halten und nur den einen Bundes-Gott in ihr Herz schließen und sich ausschließlich nur an ihn hängen. V 11.

So soll das gesamte Volk Gottes von solch einer Religions- und Gottesvermischung abgeschreckt werden. Und das gilt nicht nur für damals.

Anw. Auch heute im Blick auf einen sich immer vergrößernden Pluralismus und Toleranz scheint es äußerst attraktiv und modern zu sein, sich offen für alle Meinungen, offen für alle vermeintlichen Wahrheiten und offen für einen anders bezeichneten Gott oder Naturgötter zu zeigen. Meinen diese wirklich alle den einen Gott der Erzväter und Jesu Christi?  – Wir werden aber durch Hesekiel gewarnt, auch heute keine Glaubensvermischung zu betreiben. Wir können nicht den Vater unseres Herrn Jesus Christus anbeten und gleichzeitig Allah, dessen sogenannter Prophet Mohammed Jesus Christus als den Sohn Gottes leugnet.

Die Wahrheit besteht aber darin, wenn wir mehr und mehr uns in die Wahrheit der Heiligen Schrift und dem Wesen Gottes und seinem Heils vertiefen, werden wir herausfinden, dass es unvereinbar ist, gleichzeitig einer anderen Religion oder mehreren Glaubensrichtungen anzugehören.

Hören wir auf Jesus, der so zu seinen Jüngern und zu uns spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Dies ist der Auschließlichkeitanspruch des wirklichen Christentums, und dafür stehen wir als Kirche. Auch dann gilt dies noch, wenn wir als intolerant oder fundamental angesehen werden. Es gibt in keinem anderen Heil und Rettung als nur im Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes.

V 6-11 Deshalb bekehrt euch

Nun aber haben wir das Problem. Die Leiter des Volkes sitzen mit unbekehrten Herzen in Hesekiels Haus vor dem Propheten und erhalten nur eine Gerichtsbotschaft. Solche Menschen mit Götzen, Idolen in ihren Herzen, mit festsitzenden Gedanken, die gegen Gottes Willen und Wesen sind, sie erhalten keinen Antwort für die Richtung ihres Lebens, außer, dass sie wegen ihrer Schuld von Gottesvolk ausgemerzt werden sollen, wenn sie sich nicht bekehren.

Anw. Kennen wir auch solche nachfolgenden Aussagen von Menschen, die einen Gottesdienst besuchen wie?

Ich habe meine eigenen festen Gedanken im Herzen, lasse mir im Gottesdienst zusätzlich von Gott Empfehlungen geben, die ich aber meistens gleich wieder vergesse.

Ich frage schon nach dem Willen Gottes, aber mein Herz ist immer geteilt.

Ich gehe zwar in den Gottesdienst, aber ich will mein Leben wie bisher weiter leben.

Eigentlich komme ich zum Gottesdienst ohne Erwartungen, einfach nur, um hinterher zu reden und zu brunschen.

Ich schalte mit Beginn der Predigt ab, weil mich das nicht interessiert, ich mich nicht ändern will.

Eigentlich sitze ich freudlos und unbeteiligt im Gottesdienst, weil nur die Freude der Welt mein verspanntes Gesicht noch zum Lachen bringen kann.

Ich fühle mich schon wohl unter Christen, doch bin ich nicht bereit, das Kreuz Jesu zu tragen.

Ich möchte schon, dass das Licht des Evangeliums mich erwärmt, bin selbst aber nicht bereit, als Fackel zu leuchten und zu verbrennen.

Anw. Wird Gott denn uns, wenn wir mit ähnlichen Einstellungen zum Gottesdienst kommen, Weisung für unser Leben geben? Kann er das überhaupt? Kann es sein, dass wir mit solchen Einstellungen erkennen müssen, dass wir uns wie die Ältesten von Israel von unseren neuen Idolen abwenden und uns zu Gott durch unseren Herrn Jesus Christus bekehren müssen?

Hier wird angedeutet, dass z.Z. Hesekiels und auch heute, Menschen mehr ihre Idole lieben, ihre widergöttlichen Bindungen weiter pflegen wollen. Sie sprechen und leben nach ihrem idolengeprägten Herzens. Können denn solche Menschen Frieden in ihrem Herzen finden, die zweigeteilten Herzens sind, wenn sie weiter Feindschaft gegen Gott betreiben?

Der Rat, der allen aber zur Verhinderung dieses furchtbaren Verhängnisses in Vers 6 gegeben wird heißt. Kehrt um von euren Götzen. Kehrt euch weg von den Gräueln, von denen ihr krank geworden seid; und dann erst werdet ihr willkommen sein, den Herrn zu befragen.

Wollen wir unser Herz von eigenen Idolen leeren, uns ganz zu Jesus und dem einzigen Weg bekehren, Jesus ungeteilt  in unser Herz aufnehmen.        

 Erst dann wird uns mit Vers 11 verheißen: Du wirst mein Kind und ich dein Gott sein. Dann sollst du zu meinem Volk gehören und ich will Dein Gott sein, den du auch immer für Dein Leben befragen kannst.

 Bischof.Meyer@rekd.de

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