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Absturz Helikopter – „Banane“ Knüllköpfchen

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Denkmalpredigt am Fliegerdenkmal Knüll

Elisabeth von Thüringen war eine jüngere Zeitgenossin des Franz von Assisi. Beide verzichteten, obwohl reich geboren, auf ihre vergänglichen weltlichen Güter und ziehen sich zurück in vollkommene Armut, verzehren sich selbst aus tiefer Liebe. Beide haben die zentralen Lebensprinzipien aus dem heiligen Evangelium unseres Herrn Jesus Christus entdeckt und auch umgesetzt.

Denn Christus, obwohl er unermesslich reich war, klammerte sich nicht eigennützig an den Reichtum seines himmlischen Königreiches. Er wurde arm um unseretwillen, damit wir Armen am Geist reich werden am Himmlischen. Christus entleerte sich seiner Herrlichkeit so sehr, dass er Knechtsgestalt annahm, wurde gleich wie ein Mensch, starb frühzeitig am Kreuz, damit wir durch seinen Stellvertreter-Tod das ewige Leben annehmen dürfen. Durch diese Erniedrigung aus Liebe wurde er von Gott erhöht, auferweckt und zum König erhoben.

Franziskus erkannte dieses Prinzip der Erniedrigung, der Armut und der Liebe. Er legte alle Rechte ab, übernahm nicht die Tuchfabrik seines Vaters und ging hinweg, unbekleidet. Arm ging er in den Dienst der Nächstenliebe.

Elisabeth von Thüringen folgte diesem jugendlichen Vorbild beinahe seit ihrer Geburt. Mit 4 Jahren wurde sie ihrer Eltern beraubt und an einen 15-Jährigen verlobt, der frühzeitig starb. Doch sein Bruder heiratete sie. Trotz Ehe und dreier Kinder in ihrem noch Teenageralter geboren, verzichtet sie auf Pomp, Glitz und Glamour und verpflichtet sich der Armut und der Liebe zum Nächsten. Ihr Leben unter den schwierigsten Umständen der Aufopferung wurde jedoch gekennzeichnet durch die drei zentralen Charakterzüge die Paulus im 1. Korintherbrief Kapitel 13 so ausdrückt: Glaube, Hoffnung und Liebe!

Sie glaube an Christus zu ihrer Erlösung, hatte Hoffnung auf das ewige Leben und lebte ein Leben der Liebe in Armut.

Über den Glauben heißt es: Wenn ich Glauben hätte, der Berge versetzt, hätte aber keine Liebe. So wäre ich nichts.

Auch die Flugkameraden, die sich auf den Weg machten, um zu helfen flogen doch im Glauben, dass Berge versetzt würden, dass sie über das Knüllköpfchen hinüberfliegen würden, um zu helfen. Das taten sie im Glauben und in Verbindung mit der Liebe zu ihren Kameraden.

Weiter heißt es in der Schrift: Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

Elisabeth von Thüringen / Marburg gab alle ihre Habe, sogar ihren ganzen Witwenbesitz für den Bau des Hospitals in Marburg und für die Versorgung der Armen hin. Sie besaß nichts mehr an ihrem Leib als eine graue Nonnenkutte. Aber sie war glücklich, und ihr Herz brannte vor Liebe, Liebe zu ihrem Heiland Jesus Christus und für die sozial niedrigen Schichten, für die Armen.

Auch unsere Luftkameraden waren nur unterwegs in ihrer Fluguniform sowie mit medizinischer Versorgung und Gerät, um den verunglückten Kameraden zu helfen. Da geschah das Unglück.  Das Herz der Kameraden war unterwegs aus Liebe zu ihren Kameraden. Sie zerschellten hier und die meisten verbrannten. Sie ließen buchstäblich „Ihren Leib brennen!“ War das ohne Liebe? Nein!

So auch Elisabeth. Ihr geschwächtes Herz brannte bereits aus mit 24 Jahren in ihrem aufopfernden Dienst. Deshalb wollen auch wir heute all derer Soldaten gedenken und durch den HerzsteinHerzstein der Liebe sie eng in Verbindung mit Elisabeth von Marburg bringen. Und wir selber wollen uns von dieser Liebe, die von Christus her kommt entzünden lassen: Wollen langmütig und freundlich sein, uns nicht ereifern, nicht aufblähen, nicht Mutwillen mit anderen treiben, nicht egoistisch leben, anderen nichts Böses wünschen, sondern uns über jede Wahrheit freuen, wollen alles in Liebe ertragen, in Liebe erdulden, in Liebe erhoffen. Denn die Liebe Gottes, aus seinem Herzen hört niemals auf. Wollen wir durch diesen Herzstein entzündet werden, sodass unser Herz nicht kalt bleibt, sondern warm und beweglich für Gott und die Mitmenschen wird. Wollen wir uns wie Elisabeth von Marburg dem Reichtum der Armut zuwenden, der sich aus Liebe für den anderen verzehrt, auch wenn dabei unser Leib umkommen würde. Die Soldaten opferten sich, um Leben zu retten. Dies tat aber Christus aus Liebe zu uns. Liebe, um uns für die Ewigkeit zu retten. Amen.

http://www.bischof.meyer@rekd.de

Zeittafel Leben Elisabeth

http://www.ekkw.de/elisabethjahr/downloads/elisabeth_zeittafel.pdf

 

Herzstein

Gedenkstein hergestellt von Kamerad Herbert Bröde

https://www.hna.de/lokales/schwalmstadt/schwarzenborn-ort101492/gedenkstaette-hubschrauberabsturz-schwarzenborn-6028167.html

 

Segnung von Gedenksteinen

Antiphon: An der Stelle, wo Jesus gekreuzigt wurde, gab es einen Garten. Und im Garten war ein neues Grabmal, in dem noch nie ein Mensch gelegen hatte.

Zelebrant – danach wiederholen durch Teilnehmer:

Unsere Zuflucht ist bei dem Gott, der von alters her ist, …..

und unter seinen ewigen Armen.  ….                         Deu 33, 27

Lass uns beten.

O GOTT, dessen gesegneter Sohn in das Heilige Grab im Garten Gethsemane gelegt wurde: Wir segnen diesen „Herzstein der Liebe“ am Fliegerdenkmal Knüllköpfchen und bitten Dich, dass alle Soldaten, die hier ihr Leben beim Absturz im Glauben, in Hoffnung und Liebe + hingegeben haben, auch mit Christus im Paradies wohnen und zu Deinem himmlischen Reich kommen dürfen. Durch denselben Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

+ Besprengen des Steins dreifach mit Weihwasser

Download: Gedenksteinweihe