Kirchenjahr


Letzter Sonntag im Kirchenjahr

Schriftlesungen:

Jeremia 23,5-8; Psalm 39,5-14; Matthäus 25,1-13

Erweckungssonntag oder Gottesdienst zum letzten Sonntag im Kirchenjahr.

Mit dem nächsten Sonntag beginnt das neue Kirchenjahr. Mit welchen Erwartungen gehen wir in die Adventszeit hinein? Wird noch vor Weihnachten mit der Impfung gegen die Coronapandemie begonnen werden? Werden wir Weihnachten alle als Singles erleben müssen, ohne Treffen mit Freunden und Verwandten? Es gibt viele Unsicherheiten. –

Heute feiern katholischen Gläubige den letzten Sonntag im Jahr als Christkönigssonntag, die evangelischen Christen meist als Ewigkeitssonntag. Beide Bezeichnungen haben einen Bezug zueinander jedoch mit etwas anderer Betonung.

Als Anglikaner, (quasi in der Mitte  – als Brückenkirche) benutzen wir oft die gleichen alten evangelischen Lesungen, nennen diesen Sonntag aber: „Erweckungs-Sonntag! Oder Wach-auf-Sonntag! Genauer: „Entzünde –unsern Willen-Sonntag“ .

Dies hat mit unserer besondere Kollekte – oder Tagesgebet für diesen letzten Sonntag im Kirchenjahr zu tun:

Wir bitten dich, o Herr, erwecke den Willen Deines gläubigen Volkes, dass es – reichlich Früchte guter Werke bringend – von Dir reichlich dafür belohnt werde. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Dieses Gebet stammt ursprünglich aus dem Sakramentar von Papst Gregor, einer Sammlung von Gebeten für gottesdienstliche Feiern aus dem 6.-7. Jahrhundert.

Dies ist ein Gebet, das hier eine Verbindung zu den kommenden vier Adventssonntagen und deren besonderen Gebeten herstellt. Der im Englischen bekannte Name heißt auch „Stirr up Sonntag“, erinnert uns an die Tradition, den englischen Weihnachtspudding jetzt zu beginnen und ihn in den nächsten Tagen durch die Familienangehörige vorbereiten lassen, indem sie sich in den kommenden Tagen im Rühren des Puddings dabei abwechseln.

Sollte nicht unser Leben solch ein Pudding sein, in dem besonders Gott (und auch andere verantwortliche Gläubige) abwechselnd unser Leben umrühren sollten, damit der rechte Lebenspudding entsteht? Werden wir nicht in der Coronazeit mächtig umgerührt? Lassen wir und dadurch und durch unseren Gemeindehirten bewegen, dass ein guter Lebenskuchen bei uns entsteht?

Unser Wochengebet besteht aus drei Punkten:

Gott soll:

  1. Den Willen des gläubigen Volkes erwecken – oder entzünden.
  2. Als Ergebnis soll reichlich Frucht entstehen.
  3. Wir sollen reichlich belohnt werden.
  1. Den Willen des gläubigen Volkes erwecken.

Nun sagen wir: „Des „Menschen Wille ist sein Himmelreich“. Gewöhnlich alles, was der Mensch vornimmt, das erreicht er auch. Aber, was er nicht will – keinen Bock drauf hat – das bleibt liegen. So war es auch mit dem alten Gottesvolk. Die meisten blieben ungläubig und erreichten nicht das Gelobte Land, damals und auch später waren sie immer rebellisch und taten ihren eigenen Willen, obwohl sie Gott anrührte, erwecken wollte. So heißt es auch, wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Und weiter: Aber, sie haben nicht gewollt. Auch hören wir von den 10 NT Aussätzigen, dass nur ein Samariter erweckt wurde , zurückkam und Jesus dankte, dass nur Zachäus sich vom stolzen Baum herabrufen ließ, dass allein Paulus vom hohen Ross fiel und seinen Willen Gottes Willen unterordnete.

Die heutige Evangeliumslesung Mt 25,1-13 spricht von den fünf gläubigen und willigen Jungfrauen. Ihr Wille war bereit, dieser hatte auch vorgeplant, und sie ließen sich aufwecken. Dieser Erweckungs-Sonntag“ ist ein Weckruf an deinen Willen. Wozu? Zu einer echten Erweckung. Auch von Christus hören wir es vorbildhaft, was beständige Erweckung ist: Vater, deinen Willen tue ich gern, dein Wort habe ich in meinem Herzen. – Weiter: Gott schafft das Wollen und Vollbringen. Er kann dich gerade in dieser Jahres- oder Lebenszeit erwecken, anzünden und dein Leben endlich total umrühren. Er sagt: Gib mir mein Sohn, meine Tochter dein Herz. Das ist der Sitz deines Willens. Gott will deinen Willen erwecken. Du kannst zwar sagen: Ok. Wie beim Wecker. Ich habe ihn gehört! Aber, ich drehe mich nochmals um im Lebensbett, oder drücke noch mal die Austaste, drücke einfach ab. Damit bleibst du unerweckt. Doch Gott will uns erwecken und entzünden, nicht kurzfristig unsere Emotionen, sondern zuerst unseren bleibenden Willen. Bist du bereit geistlich aufzustehen? Wozu auch?

2. Als Ergebnis soll reichlich Frucht entstehen.

Das Christenleben ist kein bloßes Gedankenspiel, sondern etwas Handfestes. Die Frucht entsteht bei den Gläubigen nicht so sehr in ihren Gedanken oder in ihren Gefühlen, Eindrücken, noch in ihrer Begeisterung und in Worten, sondern als Frucht werden ihre guten Werke bezeichnet. Es soll etwas Sichtbares und Anfassbares entstehen, Zuhause, bei Verwandtschaft, in der Schule und am Arbeitsplatz. Bei uns selbst, für die Christus sein bestes Werk am Kreuz vollbracht hat,  –  Schmerzlich und anfassbar – hier sollen aus Glauben und Dankbarkeit Frucht entstehen. Einmal ist das die Frucht des Geistes, der gute Charakter Christi in uns (Gal 5,22), und dann die guten Werke sind das Ergebnis. Das sind Liebestaten, weil Er uns zuerst geliebt hat. Darauf schaut doch unser Herr!

Die bösen Werke aus dem Fleisch, die sind auch erfassbar: Wie Streit, Unzucht, Feindschaft, Götzendienst, Unsittlichkeit, Trink- und Fressgelage. Dies ist das Gegenteil von guten Früchten. Wollen wir uns jedoch entzünden lassen zu den göttlichen Liebeswerken, gerade in einer Zeit, wo es dunkler wird, wo unsere Weltregierungen Tausende Milliarden Schulden wegen Corona anhäufen, wo Krisen, Stürme, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit sich breit machen. Da lasst uns einander und anderen Hilfsbedürftigen helfen, je nach unserem Vermögen. Also praktisch: Alte, Kranke, Gefangene und Asylsuchende besuchen, helfen, die eigene Ortsgemeinde regelmäßig und in ihrer Evangelisation unterstützen, besonders aber die Liebeswerke Zuhause und bei unseren Nächsten entfalten helfen, ohne aufs Geld oder die eigene Zeit zu sehen.

Zu welcher neuen Einstellung, Hilfe und welchem Einsatz, welchem Gutes tun, lässt du deinen Willen entzünden? Dann aber folgt:

3. Wir sollen reichlich belohnt werden.

Ist es denn unchristlich auf Lohn oder Ehrung zu hoffen? Nein. Es ist gerade notwendig, dass wir wissen, unser Handeln aus Liebe ist nicht sinnlos, sondern es hat einen Ewigkeitswert. Es ist gerade biblisch und von Gott gewollt, dass wir auch auf die Belohnung von Gott schauen.

Abraham wartete auf die Stadt mit ewigen Grundmauern im Himmel, Sarah auf die Verheißung ihres Sohnes, Nachkommen, wie Sterne am Himmel zu besitzen.

Mose hielt die Schmach des Messias für einen größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er dachte an den zukünftigen Lohn.

Denken wir an alle die Gleichnisse Jesu, die von Belohnung sprechen, auch an die Worte des Paulus, dass unser Lohn im Himmel ist, dass wir Kronen empfangen werden, und wie Daniel bemerkte, dass einige Lehrer glänzen werden wie des Himmels Glanz.

Wollen wir auf die Verheißung Gottes schauen, dass wir reich belohnt werden sollen. Dass dies uns dann auch motiviert, reich zu werden an Liebeswerken, das ist doch klar.

Doch vorrangig gilt für uns, dass Gott unseren guten Willen entzündet, besonders am letzten Sonntag im Kirchenjahr, damit wir im kommenden christlichen Jahr, dem Kirchenjahr, viele sichtbare Früchte bringen, weil unser Wille durch den Heiligen Geist echt erweckt wurde. Das ist echte Erweckung.

Wollen wir den“ Erweckungs-Sonntag, den

„Entzünde- unseren Willen-Sonntag“ fest im Herzen behalten. Amen.

Gefängnis

Befreit zur Nachfolge – Mit Jesus auf dem Weg hinauf nach Jerusalem

Download: Homilie zur Kollekte Septuagesimae Sonntag

 

3. Sonntag vor der Fastenzeit – Septuagesimä

Altes Testament: Jer 9,22-23; Ps. 31,20-25; Epistel: 1.Kor 9,24-27;  Evangelium: Mt 20,1-16

Wochenspruch:

„Wir liegen vor Dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf Deine große Barmherzigkeit.“ (Dan 9,18)

Tagesgebet

nach dem Allgemeinen Gebetbuch:

O Herr! Erhör wohlwollend die Gebete Deines Volkes, damit wir, die wir zurecht für unsre Missetaten bestraft werden, durch Deine Güte barmherzigst davon befreit werden. Durch Jesus Christus, unsern Erlöser, der mit Dir und dem Heiligen Geist, ein einiger Gott, lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit.  Amen.

* * *

Mit dem heutigen Sonntag Septuagesimä,

etwa 70 Tage vor Ostern, werden alle unsere Gedanken, die wir mit dem Kommen und der Erscheinung Christi unseren Geist gefangen hielten, fallen gelassen. Von heute an – im christlichen Kalender – wird ein neuer Abschnitt mit veränderter Betonung eingeläutet.

 

Mit diesem Sonntag bekommen wir unseren ersten Eindruck auf die nun anbrechende Zeit der Erniedrigung Christi. Und somit fällt eine sich immer mehr verdunkelnde Wolke auf unser Kirchenjahr bis Karfreitag und -samstag. Das christliche Jahr begann mit der Ankunft und Geburt Christi, und wir sangen: Christ der Retter ist da!

Jetzt aber folgen wir ihm nach mit einem neuen Blick auf seine Erniedrigung, erkennen seinen Auftrag und die Last, die er für uns trägt, um unser Retter zu werden. Von heute an zählen auch nicht mehr die Sonntage nach Weihnachten und nach Epiphanias, seinem Erscheinen, sondern wir zählen jetzt rückwärts, wie wir dies bei einem Raketenstart gewohnt sind: …10, 9, 8, … ,3,2,1- Zero – Null. Von diesem Sonntag an bis zum Tod unseres Retters am Kreuz heißt es: Septuagesimä 70, Sexagesimä 60, Quinquagesimä 50, dann: Quadragesimä 40 (ein Wort, das von quadraginta herstammt). Dann aber sind es nur noch 40 Tage bis Ostern.

Mit dem Aschermittwoch, dem nochmaligen besonderen Einschnitt, dem Beginn der Fastenzeit, zählen wir weiter rückwärts und möchten uns in unserem Geist und Körper auf unseres Herrn einstellen, der spricht: Kommt, lasst uns hinaufgehen nach Jerusalem und dort alles vollenden.

Von diesem Weg der Nachfolge in der Erniedrigung sprechen auch heute unsere Lesungen und stimmen uns auf diesen geistlichen Countdown ein.

In der AT Lesung

erkennen wir, was Gott von seinem Volk in der Nachfolge und im Bund Gottes erwartet hatte. Die Menschen, die dem Willen Gottes folgen, sollten sich weder ihrer eigenen Weisheit, persönlichen Macht oder ihrer Reichtümer rühmen. Ich weiß was, ich kann was, ich hab‘ was. Stattdessen sollten solche Menschen sich nur rühmen oder darauf stolz sein, dass sie ihren Herrn innig kennen und auch verstehen. Es geht um eine innige, liebevolle Kenntnis von Gott (1Joh 3,1). Gott wollte, dass das Volk seine Güte und Gerechtigkeit genau kennt. Barmherzigkeit oder Güte bezieht sich auf Gottes treue Liebe: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte – Jer 31,3 (33,11; Klgd 3,22). Gott würde zu seiner Verpflichtung gegenüber seinem Volk treu stehen, selbst inmitten ihres sündigen Lebens. Denn über ganz Israel steht Gottes Urteil: Sie haben ein unbeschnittenes Herz. Aber in seiner großen Barmherzigkeit verkündet er, dass er es ist, der ihnen ein beschnittenes Herz geben will. Dies trifft aber nur die, die nicht auf ihr eigenes Können, Wissen und Haben stolz sind. Denn Beschnittene können nur Menschen sein, die sich selbst zurücknehmen, nicht viel von sich halten, besonnene und fromme, die alles von ihrem Herrn erwarten, ihn lieben und nachfolgen.

In unserer Epistel spricht Paulus von dem ungeteilten Einsatz, aber auch von der Möglichkeit des Scheiterns im Christenleben, und nicht nur für diejenigen, die im himmlischen Rennen laufen (1Kor 9, 24, 26). Wir denken auch an die, die einem anderen Evangelium nachlaufen. Das heißt für alle im Reich Gottes Kämpfenden, dass sie in der Nachfolge und für das Himmelreich manche Strapazen durchstehen, um Gottes Herrlichkeit und einen Siegeskranz zu erlangen. Diese Anstrengungen treffen hier auf den Apostel Paulus zu, in denen er sich eigentlich immer befindet. (V 27). Trotz allem möchte er nicht vergeblich gekämpft haben. Wenn er schon so um seine Nachfolgelauf besorgt ist, wie viel mehr sollten gerade wir um unseren Einsatz im Reich Gottes besorgt sein?

Das Evangelium

nimmt das gleiche Thema auf. Dort im abschließenden Vers schreibt Matthäus, um uns in unserer Nachfolge an eine wichtige Angelegenheit zu erinnern. Denn, obwohl viele berufen wurden, in Gottes Weinberg und Mission zu arbeiten, sind doch nur wenige von ihnen auserwählt, die letztlich den Siegespreis gewinnen werden. Erst und Letzte?  Denn viele sind berufen, doch wenige auserwählt! Matth 20,16

 Das Kollektengebet

selbst ist in eine Bewegung der Erniedrigung eingebettet. Es stellt sich wie eine Person im Bußgewand vor, die um Vergebung bittet. Sie befindet sich im Gefängnis hinter Gittern und bittet um Erbarmen und Erhörung. Christus steht noch in einer Entfernung und vernimmt den Ruf um barmherzige Befreiung aus diesem Gefängnis.

Damit werden wir heute durch alle drei Abschnitte der Schrift, die im Gottesdienst gelesen wurden, erinnert, dass sich nun ein neuer Abschnitt des christlichen Kirchenjahres mit Blick auf unsere eigene Jesusnachfolge fortsetzt.

Ab jetzt aber werden wir begleitet von ernsten, schmerzenden und auch mehr traurige Motiven und Melodien. Sie sollen uns mit auf dem Weg begleiten und verstehen und empfinden lassen, dass wir in unserer Nachfolge mit Christus den schweren Weg hinauf nach Jerusalem gehen, mit ihm dem Kreuzestod entgegen.     Amen

Predigt Trinitatis 11 – Christusgemeinde

Download hier klicken —> Kollektenpredigt Trinitatis11

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Allmächtige Gnade oder gnädige Allmacht in Deinem Leben?

Predigt zum 11. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspuch: „Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den

Lesungen: Altes Testament: Dan 9,3-6.14-18; Epistel: 1 Kor 15,1-11; Evangelium: Lk 18,9-14
Tagesgebet:
O Gott. Du erweist Deine Allmacht vor allem darin, dass Du Mitleid und Erbarmen zeigst. Verleihe uns nach Deiner Barmherzigkeit ein solches Maß Deiner Gnade, dass wir – dem Weg Deiner Gebote folgend – Deine gütigen Verheißungen erlangen und so Teilhaber Deiner himmlischen Schätze werden. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Das heutige Kollektengebet (Tagesgebet für die Woche) bezieht sich auf unsere drei obigen Schriftlesungen, insbesondere wie Gottes Allmacht vor allem in seiner Gnade (Barmherzigkeit und in seinem Mitleid) gesehen wird und von dieser Grundlage aus sein allmächtiges Handeln geschieht.

„Dieser Zusammenhang – Gnade und Allmacht – ist besonders in den Gedanken zu finden, dass die Bekehrung und Errettung eines Sünders dann Anteil an Gott an seinem „himmlischen Schatz“ gibt.

  1. Das Werk der Barmherzigkeit ist jedoch zugleich Gottes höchstes Handeln in Macht. Denn die Kräfte, die hier benötigt werden, um die Rechtfertigung eines von Gott getrennten Sünders zu erreichen sind folgend: Es geht darum die geistliche Trennung zwischen Gott und den Menschen aufzuheben. Und dies geschieht durch nichts Geringeres als durch das Blutvergießen und den Gehorsam seines Sohnes. Darin liegt die allmächtige Kraft.
  2. Auch die Kräfte, die notwendig sind, um die Heiligung des nun geretteten Sünders zu bewirken, ist nichts Geringeres als das weiter mächtige Wirken des Geistes Gottes. Dieses erste und zweite Eingreifen geschieht aus Gnade, bzw. aus Mitleid und Barmherzigkeit Gottes an allen Gläubigen.

Das hier angesprochene Ineinander greifen des Wunders der Barmherzigkeit und der Macht Gottes wird am deutlichsten am Beispiel des Apostels Paulus in der heutigen Epistel Lesung erkannt (1 Kor 15,1-11). Gott erklärte seine Allmacht am Nachdrücklichsten in Rückgewinnung dieses Verfolgers der Gemeinde Christi. – Er musste gebändigt werden, durch Blendung seiner Augen, durch Sturz vom Pferd, durch Schrecken und Hilflosigkeit bei der Orientierung, durch Besuch und Gebet eines einfachen Bruders und Begnadigung. Die Gnade, die einherging mit Allmacht, verwandelte diesen unwürdigen Pharisäer, diese Fehlgeburt Saulus in einen bekehrten Paulus. Und wie alle Menschen von Geburt an durch Sünde Adams auch eine Fehlgeburt sind, so müssen auch wir durch Gottes Allmacht von unserem hohen Ross geworfen werden, müssen geblendet werden, um blind zu werden für den Glitz und Glamour dieser Welt, und der Welt Satans. Der sagt: All diese neuesten Dinge der Welt musst du besitzen, alle deine selbst gesteckten Ziele musst du erreichen, du musst vor den Menschen nach Anerkennung streben, du musst dich selbst verwirklichen, du musst nur an dich denken, sind seine Eingebungen.

Erkennen wir, es benötigt eine ungeheure Kraft, uns aus der Macht unserer Gedanken, unseres verbogenen Willens und der Macht Satans herauszulösen.

Diese Herauslösung geschah bei Paulus aus Gnade.

Bei jeder Bekehrung zu Gott und Ergreifen der Erlösung durch Christus finden wir, dass die Macht Gottes mit Barmherzigkeit gepaart ist, mit der Gnade daherkommt.

Denn je schlimmer die Sünde des Sünders, je tiefer der Abgrund, in den er vor Gott und Menschen gesunken ist, je dunkler sein Leben, desto stärker ist die Macht Gottes gefragt, die Ihn oder Sie aus Sumpf und Dunkelheit herausziehen kann.

In jedem Fall ist die unbegrenzte Macht und die unbegrenzte Gnade Gottes gefragt und wird tätig.

Dies geschah bei Paulus, der die Kirche Gottes und damit Christus selbst verfolgte. Er, der Unwürdige, die Fehlgeburt, wird nun durch die geistliche Neugeburt gleichzeitig berufen, ein Instrument zur Verbreitung des Evangeliums zu werden.

Und er wird es auch, mehr als die anderen Apostel. Der unwürdigste Apostel wird zum meist gebrauchten Apostel, zum effektivsten in der Mission. Warum? Durch die allmächtige Gnade.

Paulus wurde damit berufen, ein Instrument zur Verbreitung des Evangeliums zu werden.

Und dieses Evangelium ist uns im Wortlaut überliefert. An diesen Wortlaut müssen wir uns halten, dass Christus wegen unserer Schuld vor Gott gestorben und von den Toten auferstanden ist nach drei Tagen, und dass ihn mehr als 520 Zeugen lebend gesehen haben.

Ja, die Gnade Gottes geht einher mit der Allmacht Gottes, besonders in der machtvollen Auferstehung Jesu Christi.

Gottes Allmacht zeigt sich besonders auch bei seinem auserwählten Volk.

Immer wieder fiel es von Gott ab vom Errichten des goldenen Kalbes bis zum Anbeten von Götzen auf allen Höhen und unter Bäumen und Unzucht treiben im Tempel. Gott führte es in seiner Allmacht in die Gefangenschaft der Völker.

In unserer AT Lesung betet Daniel und bekennt für sich und das ganze Volk, dass sie immer wieder nicht getan haben, was sie tun sollten, aber getan, was sie unterlassen sollten, und dass kein Heil in ihnen vorhanden war.

Dann aber antwortet Gott in seiner allmächtigen Gnade. Er führt sie nach 70 Jahren wieder in das verheißene Land, zurück nach Israel. Er unterstützt sie sogar durch ihre einstigen Unterdrücker und lässt durch sie Jerusalem und den Tempel wieder aufbauen.

So sagt auch der Psalmist (106, 7-8). Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer. Er aber half ihnen um seines Namens willen, dass er seine Macht beweise.

Obwohl also Israel immer wieder so tief gefallen war, befreite sie Gott – nicht um ihrer guten Werke oder ihres großmütigen Charakters willen – sondern um seines Namens willen, aus Gnade, um darin seine Macht zu beweisen. Allmächtige Gnade!

Gottes Allmacht zeigt sich auch in unserer Evangeliumslese in Gnade. Im Kontrast zwischen dem sich als Nr. 1 darstellenden Pharisäer, der besser und vollkommener sich neben Gott im Tempel stellte als der in der Ferne stehende Sünder. Gott hätte ja noch froh sein müssen, solch einen Kerl im Gottesdienst zu haben und ihn bedienen zu können. Er hätte ihm noch danken sollen, dass dieser makellose Kerl ihn im Tempel besucht.

Doch nein, Gott verachtet die Stolzen, die Hochmütigen, die da überall auffallen und sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Bei jenen kann seine allmächtige Gnade nicht wirken. Sie wird von dem blitzenden Ego-Feuerwerks des Selbstgerechten abgewiesen.

Doch bei unserem Zöllner oder Zolleintreiber, der wusste, dass er viel Dreck am Stecken durch Unwahrheit und Betrug hatte, bei ihm zeigt Gott seine Allmacht und Gnade. Dieser Mensch hatte vor Gott nichts verdient, hatte keinerlei Anspruch auf Anhörung, Zuneigung oder irgendein Entgegenkommen Gottes.

Da dieser sich aber als völlig bloß, als vollkommen bedürftig, als Armer vor Gott im Geist darstellt, deshalb wird er zum Gegenstand der Gnade und Liebe Gottes.

Der Zöllner sagt quasi: meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld, und: Sei mir gnädig.

Damit öffnet er sein leeres Leben, öffnet das Schleusentor, sein ausgetrocknete Lebensdock. Jetzt strömen und schießen die Wasser der Gnade hinein in sein Leben. Er erhält das Wasser des Heils umsonst, ohne jegliches Verdienst.

Lass auch Du – wie bei Paulus und dem Zöllner – die Allmacht Gottes besonders durch die Gnade Gottes in dein Leben einströmen. Lass Dein Leben durch die Macht der Gnade verändern. Denn Dein Leben soll das eines würdigen Gesandten des Evangeliums sein, der den Wortlaut der Gnade recht verkündigt. Dann werden auch Fernstehende durch sie verändert. Amen.

Trinity

 

 

Download: –> Predigt zu Offb 4,1-11 Trinitatis

TRINITATIS 2019 – Wer dient wem?

Oder spiegelt unser Gottesdienst den himmlischen wieder?

Offenb. 4,1-11

 

Gottesdienst, das ist eine Verpflichtung und ein Privileg für das Volk Gottes, im Alten, wie auch im Neuen Bund. Die Frage nach dem rechten Gottesdienst wird immer wieder neu gestellt. Liturgie oder Gottesdienst, hat dies vorrangig mit uns Menschen oder mit Gott zu tun? Geht es darum, dass wir etwas vom Gottesdienst haben, dass er uns etwas gibt, dass wir aufgebaut werden? Wohin geht der heutige Gottesdienst-Trend?
Wir kommen doch zusammen, um eine gute Zeit zu haben! Nun, wenn wir solche Aussagen betrachten, scheint es sich bei solchen Treffen doch stark um die Bedürfnisse der Gottesdienst-Zuschauer zu gehen, die befriedigt werden sollen. Das ist also die Frage aller Fragen. Bedeutet denn Gottesdienst, dass wir Gott dienen? oder doch eher, dass Gott uns dient? Geht es um Bedürfnisbefriedigung des Menschen oder um die Ehrerbietung Gottes?
Ohne jedoch auf die gesamte alt- und neutestamentliche Gottesdienstgestaltung oder die Bedeutung von Liturgia, dem „Wirken des Volkes“ für einen höheren Sinn einzugehen, wollen wir heute nur den Predigttext aus Offenbarung 4,1-11 betrachten und eine Antwort finden. Hier wird dem Apostel Johannes ein Blick in den himmlischen Thronraum gewährt, der ja ein Vorbild unseres irdischen Gottesdienstes ist.

1. Wer ist der Gegenstand der Anbetung?

Er wird hier wird mit ER beschrieben und sitzt auf einem Thron. Ein Thron spricht von Würde und Macht. Er wird beschrieben mit leuchtender Heiligkeit und mit blutroten Erlösungsfarben sowie die Regenbogenfarben, die an seinen fortgesetzten Schöpfungsbund erinnern.
Die 24 Ältesten repräsentieren 2 x 12 Vertreter des Gottesvolkes aus dem gläubigen Israel und den gläubigen Nichtjuden. Sie versammeln sich um den Thron und bringen Gott dem Schöpfer stellvertretend für alle Gläubigen die Ehre da. Die vier Wesen als Tiere dargestellt scheinen vier ranghohe Engel zu sein, die Gott dienen, und seine Macht stützen. Dies ist der Gegenstand unserer Anbetung. Wer steht hier im Mittelpunkt? Es ist Gott allein, der von der Kirche des Alten und Neuen Bundes und den Engeln angebetet wird.

2. Was sind die Handlungen ihrer Anbetung?

Die vier Wesen der Macht leiteten den Gottesdienst. Sie machten Vorgaben für alle übrigen und als kleiner Chor stimmen sie zum Lobpreis an. Danach fallen 24 Vertreter aller Gläubigen auf die Knie und verehren Gott, legen ihre Kronen, ihre geschenkte Ehrung zu Gottes Füßen. Diese Ältesten sind nicht von ihrem Können und Amt eingenommen. Es gibt keine eigene Ehre vor dem Thron Gottes. Auch die von Gott geschenkte Ehre wird nur dazu benutzt, um ihm allein wieder die Ehre zu bringen.
3. Was sind die Worte der Verehrung?
Die liturgischen Engelwesen als Gottesdienstleiter sprachen die Worte: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Wir merken, dass Worte der Heiligkeit und der Beschreibung des ewigen Gottes den Akt der Anbetung einleiten. Gott ist vollkommen, allmächtig und ewig. Als nächstes folgen die Worte der Anbetung durch die 24 Ältesten: Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft.
Dies sind Worte der Würdigung. Ja, Gott ist es wert, dass man ihn ehrt, und nur ihn allein. Auch die Stellvertreter des Volkes Gottes haben alle ihre eigenen Ehrungen vom Haupt genommen. So sollen auch alle Gläubigen ihn würdigen und wertschätzen.
Weiter wollen wir hier anmerken, dass biblische Gebete im Gottesdienst gewöhnlich stellvertretende Gebete der Leiter oder gemeinsame mit einem Munde gesprochene Gebete aller sind. Wenn schon die 24 Stellvertreter das Gebet gemeinsam sprechen,
wie viel mehr sollte dies das Volk Gottes hier auf Erden in ihren Gottesdiensten tun: Gemeinsame biblische Gebete sprechen, die sich auf Gottes Wesen und Werk gründen, und Gott mit dem Wort und Sinn der Schrift anbeten. Dies ist sicherlich, „Gott im Geist und der Wahrheit anbeten“. Wir finden hier im Himmel auch keine Spontangebete, die gerade jemanden in den Sinn kommen, auch nicht, dass alle gleichzeitig wie im Bienenschwarm vor sich hinsummend, ihre individuellen Gebete simultan sprechen. Auch hören wir nichts von Reden in anderen Sprachen vor dem Thron Gottes, sondern alles geht in Ehre erbietender verständlicher Ordnung zu.

4. Was ist der Grund ihrer Anbetung?

a) Gott ist der Schöpfer aller Dinge
… denn du hast alle Dinge geschaffen… Die Ursache aller Anbetung: Die Geschöpfe sind aber auf Grund ihrer Geschöpflichkeit dazu bestimmt und verpflichtet, Gott zu verehren und anzubeten. Doch Gott schuf nicht nur den Menschen, sondern auch alle Welt und das gesamte Universum; den Mikrokosmos und den Makrokosmos. Und da der Mensch in Sünde fiel, erschuf Gott den neuen Menschen in Christus, auch uns durch die Wiedergeburt als neue Kinder Gottes. Weil er all dieses tat, soll auch kein geschaffenes Ding, sondern nur der Schöpfer angebetet werden. Unsere Anbetung Gottes hat ihren guten und festen Grund, den Schöpfer.

b) Gott ist der Erhalter aller Dinge
… und durch deinen Willen waren sie. Oder wir können auch übersetzen: durch deinen Willen sind sie. Weil Gott nicht nur der Uhrmacher war, der die „Weltenuhr“ herstellte, aufzog und sie nun ablaufen lässt, sondern alle Abläufe aller Dinge in seiner Hand hat und alle Lebensgesetze weiter aktiv unterhält, auch unseren Glauben und unser ewiges Leben sicherstellt, deshalb sollen wir ihn allein verehren. Er ist der Erhalter aller Dinge. Und deshalb dürfen auch keine anderen Dinge oder Menschen, die auch von Gottes Macht und Willen abhängig sind, angebetet und verehrt werden.

c) Gott ist Ursache und Ziel aller Dinge
…und wurden sie geschaffen. Weil Gott Ursache aller Dinge ist, alles auf ihn hin ausgerichtet, deshalb hat alles seine Bestimmung. Gottes Plan und Ratschluss besteht von Ewigkeit her und hat ein ewiges Ziel. Weil sein Ratschluss gut ist, deshalb sollen wir ihn allein im Gottesdienst verehren. Über den Zweck unserer eigenen Schöpfung fragt ein Katechismus: Warum hat Gott dich und alle Dinge erschaffen? Antwort: Zu seiner eigenen Verherrlichung. Deshalb wollen wir ihn auch allein verherrlichen.

+ + +

Wir durften uns den Gottesdienst-Typus des himmlischen Gottesdienstes vor Augen halten. Dieser beantwortet die Frage, wer wem im Gottesdienst dient: Gott den Menschen oder der Mensch Gott? Es ist uns von der Schrift klar geworden, dass nur der heilige und allmächtige und ewige Schöpfergott einziger Grund und Zentrum unserer Anbetung sein kann. Nun darf sich jeder Einzelne von uns fragen: Habe ich bereits eine Schau wie Johannes? Finde ich den Zugang zum heiligen Thron Gottes? Erkenne ich Gottes Wesen? Höre ich das „Dreimal Heilig“, wenn ich mich Gott nahe? Verneige ich mich vor ihm im Herzen, äußerlich mit meinem Körper und ganzem Sein? Spreche ich zu ihm die rechten Worte biblischer Anbetung? Wenn dies so ist, dann sind alle unsere ichbezogenen und psychologischen Fragen uninteressant: „Hat mir der Gottesdienst etwas gegeben? Hat mir die Musik gefallen?“ Denn wir sind doch allein vor Gott versammelt, um Gott etwas zu geben, was ihm gebührt: Uns selbst, dass wir seinen Lobpreis singen, sein Wort ihm zurückgeben, sowie unsere Schuld und auch unseren Glauben bekennen. Ob wir uns nun dabei erfreuen oder etwas empfangen oder verspüren, ist nicht so sehr wichtig in uns selbst zu beobachten. Jedoch soll unsere ganze Betrachtung auf Gott ausgerichtet sein. Denn wir dienen IHM.

Wenn wir Gott ganz in die Mitte unserer Gottesdiensterfahrung stellen, wird sein Segen uns bestimmt nachfolgen. Amen

 

Von der Grablegung bis zur Auferstehung

– Sind wir aber mit Ihm auferstanden ?

Osterpredigt  Download

hier klicken:–>> Kol3,1-4 SG 14


Osterpredigt 2010 zu Kol 3,1-5

Bist du mit Christus auferstanden, dann zeige diese himmlische Gesinnung durch die Tugenden Christi in deinem Leben.

 

  1. Wie, können wir bereits jetzt schon auferstehen?

In Kol 3,1-4 liegt ein Geheimnis vor uns. Uns wird gesagt, dass wir schon damals mit Christus auferstanden sind! Tatsächlich lag dies im Plan Gottes vor Grundlegung der Welt. Es geschah für alle Gläubigen als Jesus in Jerusalem vor beinah 2000 Jahren am Ostermorgen vom Tod auferstand.

Genau dies ist die Lehre von Kolosser 3 und auch Römer 6. Mit Christus auferstanden sein bedeutet, dass ich an diesem einmaligen Geschehen bereits seit jenem ersten Ostermorgen teilhabe. Denn als ein Glied Christi habe ich Anteil an meinem Haupt. Steht das Haupt Christus auf, stehen auch seine Glieder mit auf. Wird das Haupt lebendig, werden wir lebendig.

Dies muss so sein. Die Grundlage dafür ist aber Jesu Auferstehung, an der wir jetzt im Glauben teilhaben dürfen.

  1. Nun, wenn dies stimmt, dass du bereits gestorben und auferstanden bist, ….dann gibt es für dich nur noch ein himmlisches Streben: Nämlich das Streben nach der Königsherrschaft Jesus Christi in deinem Leben. Diese Königsherrschaft will deine Gesinnung und deine Tugenden verändern, um dich dann zum Herrschen unter Christi Vollmacht einzusetzen.

 

a) Dein Denken soll sich beständig um die Christusherrschaft (Reich Gottes) drehen. Wer mit Christus auferstanden ist, der trachtet beständig nach dem Reich Gottes, in und durch seine Gemeinde.

Unser Leben ist auf das Vorbild Christi und auf die nun wirksame Kraft Christ aus der Höhe gerichtet. Sind wir nun mit ihm zum neuen Leben auferstanden, dann wird sich diese wirksame Kraft vom Himmel her folgendermaßen auswirken:

 

b) Dein Wille soll böse Gewohnheiten und Verhaltensmuster zu Tode zu bringen: Kolosser gibt uns eine Liste von Untugenden oder Lastern wieder. Dies sind die schlechten Gewohnheiten, die zu unserer irdischen Natur gehören. Diese Liste beginnt mit sexuellen Sünden oder Begierden und endet mit der Begierde der materiellen Sucht. Dies betrifft vor allem das letzte der 10 Gebote. Schon immer war der Bereich dieser Begierde oder, was für unsere geerbte Adamsnatur als böse Lust beschrieben wird, das Problem aller Menschheit. Es ist die Leidenschaft, die uns dann selber Leiden schafft und die, Begierde, die uns zerstört. Wenn wir also mit Christus auferstanden sind, dann wird ein neues Denken einsetzen. Das Begehren wird mit der Zufriedenheit Christi ausgewechselt werden. Wenn du in Christus zufrieden bist, wird aber das Begehren nach dem Willen Gottes einsetzen.

Dann bestimmt unsere neue Gesinnung unsere neuen Tugenden. Schlechtes Denken führt aber zu Untugenden oder Laster.  Bist du nun mit Christus auferstanden – damals zu Ostern, dann wird in dir das Verlangen entstehen, diese Laster zu hassen und sie zu Tode zu bringen. Du musst diesen Lastern (Untugenden) schließlich den Dolchstoß ins Zentrum ihrer Aktivität versetzen und die Begierde töten. Du musst sagen: Ich will meine Unwahrheit, meinen Hass, meinen Stolz, die Lüge und schlechten sexuellen Gedanken töten. Ich will nicht mehr die schlechten Fernsehsendungen oder Internetangebote ansehen. Ich will nicht mehr die Artikel der Begierde und Lust in Zeitungen, Romanen und Illustrieren lesen. Dies muss ein Ende haben! Dies zerstört sonst deine neue himmlische Auferstehungsgesinnung. Denn wer mit Christus auferstanden ist, der wird diese Lasterkleider schließlich ablegen. Mit Christus auferstandene Gläubige müssen jedoch ihre Untugenden und Laster willentlich erdolchen. Willst du dies tun? Nein sagen, aufgeben, ablegen?

 

c) Deine neuen Gewohnheiten müssen nun eingeübt werden.

Seit Anfang des 20 Jahrhunderts ist der Begriff Tugendlehre ganz aus der evangelischen Ethik verschwunden. Doch Tugend ist die Entfaltung des Heils oder anders der Weg in die Fülle des Heils. 2. Petr. 1,5. Darum setzt allen Eifer daran, mit dem Glauben die Tugend zu verbinden: Nun folgt Selbstbeherrschung, Ausdauer, Frömmigkeit, Brüderlichkeit, Liebe usw. Sehr ähnlich beschreibt auch Paulus diese Tugenden hier für uns. Er beginnt mit herzlichem Erbarmen und endet mit der Tugend der Liebe.

Was sind nun Tugenden? Tugend spricht von dem Besten,  von Tüchtigkeit und Tauglichkeit, von einer Stärke. Tauglich vor Gott und den Menschen sind die Großtaten Gottes. Gottes größte Tat war die Opferung seines Sohnes. In dieser Großtat wird die göttliche Tugend der Liebe sichtbar. Doch Liebe wird immer sichtbar durch den Willen in einer Tat, nicht im Gefühl. Deshalb muss sich auch unser Glaube durch den guten Willen in guten Taten äußern. An unseren Taten und unserem Umgang erkennen wir schließlich unsere Tugenden. Und gerade in unseren Tugenden erkennen wir jedoch den echten Auferstehungsglauben. Nun geht es mit der Auferstehung darum, dass Christi Tugenden eingeübt werden müssen. Sie kommen nicht automatisch, entspringen nicht freudig unserem egoistischen, selbstischen Willen. Christliche Tugenden wollen bewusst gewollt werden. Jede Tugend ist immer eine Überwindung, und sie muss immer wieder neu im Leben eingeübt und trainiert werden. Sie entstehen nicht von selbst. Wer herzliches Erbarmen schon drei Monaten nach seiner Bekehrung aufgibt, der wird in dieser Tugend einen moralischen Muskelschwund bekommen und diese Tauglichkeit oder Stärke verlieren. Doch wer sie durch Gottes Geist einübt und unterhält, der besitzt die göttlichen Tugenden Gottes und nimmt Teil an Gott selbst. Heißt es nicht, dass wir an Gottes Natur teilhaben sollen? Wohlgemerkt, diese Tugend ist Gottes Werk, ein Werk des Heiligen Geistes, auch dann, wenn wir hierbei kräftig mitwirken sollen. Der echte Auferstehungsglaube übt nun die Tugenden ein, zieht sie an, ganz besonders die Liebe, die sich dann in liebevollen Taten äußert. Dies ist das hauptsächliche Werk des Heiligen Geistes. Er bewirkt, dass wir die Kleider der Tugenden Christi anziehen.

An unseren Tugenden – den Charakterzügen und Eigenschaften aus Gott – können wir erkennen, ob wir mit Christus am Ostermorgen auferstanden sind. Besitzt du die hier aufgezählten Eigenschaften? Wenn ja, dann bist du bereits auferstanden, wenn nicht, dann lege doch die noch vorhandenen alten und bösen ab und wirke deine Erlösung aus mit Furcht und Zittern.

Bitte aber den Herrn, dass er in dir das gute Verlangen zu diesen Tugenden schafft und dass er dir die Kraft und Ausdauer gibt, diese Tugenden beständig einzuüben und zu behalten.

Wenn du also mit Christus auferstanden bist, dann werden deine christlichen Tugenden bzw. das Wesen Christi in dir, deine eigene Osterauferstehung bezeugen.

 

 

Download:  Predigt zum Ostergebet und Schriftlesungen

Auferstehung Ikone Moskau

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

In unserer Welt des Terrorismus (Paris und Brüssel) und der Kriege (Afghanistan – Syrien), der Unsicherheit und Verzweiflung scheint es sehr schwer, eine Hoffnung auf die Ewigkeit aufrecht zu erhalten.

Unser Glaube ist aber eine Grundlegung dessen, was man erhofft und der Beweise für die Dinge, die man nicht sieht! Hebr. 11,1 (ZÜB)

Unser christlicher Glaube gemäß dem apostolischen Glaubensbekenntnis ist die objektive Grundlage und Basis dafür, dass Christus auferstanden ist und wir uns selbst daran festhalten können. Wir werden wie Christus auferstehen! Er hat mit Ostern die Tür zum Paradies wieder aufgestoßen.

Doch viele, sehr viele Menschen, kennen weder diese Hoffnung, noch wissen sie, was der nächste Tag ihnen bringen wird.

Als Christen und Nachfolger Jesu haben wir einen ganz anderen Status. Auch wir kennen Sorgen und Probleme. Aber wir wissen, dass er uns darin vorangeht und wir unserem Heiland und Erlöser in diesen hindurch folgen können. Er ist selbst durch den Tod hindurch gegangen und hat ein unvergängliches herrliches Leben ans Licht gebracht. Und das ist unser Evangelium, dem wir folgen.

Nun wurde er von den Toten auferweckt. Nun sitzt er zur rechten Hand Gottes, des Vaters, und betet allezeit für uns, damit dieser Glaube und diese Hoffnung uns bereits hier den Sieg gibt.

Christ ist erstanden, nichts liegt mehr im Grab!

Christ ist erstanden, die Engel sie jauchzen!

Christ ist erstanden, Dämonen sie fliehen!

Christ ist erstanden, kein Weltherrscher mehr!

Christ ist erstanden, und regieren tut er!

Christ ist erstanden, Er ist mein Herr!

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!