Predigten


ROGATE

Gebet für geistliche Frucht im persönlichen Leben

Predigt zum Download oder lesenHes14,1-11

Idole im Herzen, hört mich dann Gott?

V 1-5 Unbekehrt zu Gott kommen?

Der Prophet Hesekiel stammt aus einem Priestergeschlecht und wurde mit dem Südreich, Jerusalem und Juda 597 v. Chr. in die babylonische Gefangenschaft geführt. Dort in Tel-Abib, am Eufratkanal wurde er in jungen Jahren zum Propheten für die Verschleppten berufen. Nach der vollkommenen Zerstörung Jerusalems in 586 verkündet er Gottes Eingreifen, die zukünftige Rückkehr Israels und den neuen Aufbau des Tempels.

In unserem Abschnitt besuchen ihn Älteste der Exilanten. Diese wohnen schon eine lange Zeit in Babylon, haben die Abgötter, Götzen, Bauwerke und Weisheitslehren ihrer Unterdrücker täglich vor Augen. Sie haben sich bereits ein gutes Stück angepasst, um zu überleben. Wenn es hier um Götzen geht, sind damit widergöttliche Bindungen gemeint. Götzen sind Idole, fest sitzende Gedanken im Herzen, die das Leben von Menschen bestimmen. Diese Leiter hatten jene Idole in ihr Herz geschlossen und auch vor sich als Abbild aufgestellt. So sind sie in Schuld gefallen, haben gesündigt.

Anw. In unserer heutigen Zeit kann dies auch König Fußball sein, dem viele Menschen ihr Herz, ihre Begeisterung, ihr Ein und Alles geben. Es können auch Abhängigkeiten von Elektronik, beständigem Internet, Spielsucht oder andere im Herzen verborgenen Idole sein, die unser Denken fest bestimmen.

Diese jüdischen Ältesten kamen mit vielen widergöttlichen Bindungen Babylons zum Propheten, setzen sich vor ihn und wollten ein Orakel, eine Prophezeiung, von dem wahren Gott zusätzlich zu ihrem von Idolen bestimmten Leben erhalten. Genau hier erhält der Prophet von Gott Jahwe die Einsicht, dass diese Leiter geteilten Herzens sind und zusätzlich andere Götter neben ihrem Bundesgott verehren.

Anw. Wissen wir nicht um Mt 6,24? Niemand kann zwei oder mehr Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen oder den anderen lieben. Entweder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten! Es gibt nur den einen, Gott –  Jahwe! Doch da gab es ein Problem: Die damalige synkretistische Umwelt, in der Religionen und Philosophien vermischt wurden. Sollte der Prophet solchen Menschen den Willen Gottes für ihr Leben und ihre Zukunft sagen? Dazu sagt Gott: Nein! Denn Gottes Angesicht steht gegen solche, die ihr Herz mit anderen Idolen als nur mit dem lebendigen Gott gefüllt haben. Deshalb verbietet es Gott Hesekiel, ihnen zu antworten, weil Gott andernfalls selbst den Propheten richten würde. Damit kündet Gott durch Hesekiel für diese Leiter ein exemplarisches Gericht an. Der Prophet soll ihnen so antworten: Wenn ihr weiter Liebe und Liga mit den Götzen macht, im Bund mit Idolen steht, und so Gott in eurer Scheinheiligkeit befragt, dann wird er euch richten nach eurer tatsächlichen Missetat und nicht nach eurer angeblichen halbherzigen Frömmigkeit. Ihr heuchelnden Ältesten werdet aus dem Gottesvolk ausgemerzt werden. Dadurch soll jedoch ein warnendes Beispiel geschaffen werden, damit die Gemeinschaft des Volkes im Exil reformiert und erneuert werden kann. Das soll bewirken, dass das  Haus Israel nicht mehr von Gott weg in die Irre laufen soll. Sie sollen sich wieder an das erste Gebot halten und nur den einen Bundes-Gott in ihr Herz schließen und sich ausschließlich nur an ihn hängen. V 11.

So soll das gesamte Volk Gottes von solch einer Religions- und Gottesvermischung abgeschreckt werden. Und das gilt nicht nur für damals.

Anw. Auch heute im Blick auf einen sich immer vergrößernden Pluralismus und Toleranz scheint es äußerst attraktiv und modern zu sein, sich offen für alle Meinungen, offen für alle vermeintlichen Wahrheiten und offen für einen anders bezeichneten Gott oder Naturgötter zu zeigen. Meinen diese wirklich alle den einen Gott der Erzväter und Jesu Christi?  – Wir werden aber durch Hesekiel gewarnt, auch heute keine Glaubensvermischung zu betreiben. Wir können nicht den Vater unseres Herrn Jesus Christus anbeten und gleichzeitig Allah, dessen sogenannter Prophet Mohammed Jesus Christus als den Sohn Gottes leugnet.

Die Wahrheit besteht aber darin, wenn wir mehr und mehr uns in die Wahrheit der Heiligen Schrift und dem Wesen Gottes und seinem Heils vertiefen, werden wir herausfinden, dass es unvereinbar ist, gleichzeitig einer anderen Religion oder mehreren Glaubensrichtungen anzugehören.

Hören wir auf Jesus, der so zu seinen Jüngern und zu uns spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Dies ist der Auschließlichkeitanspruch des wirklichen Christentums, und dafür stehen wir als Kirche. Auch dann gilt dies noch, wenn wir als intolerant oder fundamental angesehen werden. Es gibt in keinem anderen Heil und Rettung als nur im Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes.

V 6-11 Deshalb bekehrt euch

Nun aber haben wir das Problem. Die Leiter des Volkes sitzen mit unbekehrten Herzen in Hesekiels Haus vor dem Propheten und erhalten nur eine Gerichtsbotschaft. Solche Menschen mit Götzen, Idolen in ihren Herzen, mit festsitzenden Gedanken, die gegen Gottes Willen und Wesen sind, sie erhalten keinen Antwort für die Richtung ihres Lebens, außer, dass sie wegen ihrer Schuld von Gottesvolk ausgemerzt werden sollen, wenn sie sich nicht bekehren.

Anw. Kennen wir auch solche nachfolgenden Aussagen von Menschen, die einen Gottesdienst besuchen wie?

Ich habe meine eigenen festen Gedanken im Herzen, lasse mir im Gottesdienst zusätzlich von Gott Empfehlungen geben, die ich aber meistens gleich wieder vergesse.

Ich frage schon nach dem Willen Gottes, aber mein Herz ist immer geteilt.

Ich gehe zwar in den Gottesdienst, aber ich will mein Leben wie bisher weiter leben.

Eigentlich komme ich zum Gottesdienst ohne Erwartungen, einfach nur, um hinterher zu reden und zu brunschen.

Ich schalte mit Beginn der Predigt ab, weil mich das nicht interessiert, ich mich nicht ändern will.

Eigentlich sitze ich freudlos und unbeteiligt im Gottesdienst, weil nur die Freude der Welt mein verspanntes Gesicht noch zum Lachen bringen kann.

Ich fühle mich schon wohl unter Christen, doch bin ich nicht bereit, das Kreuz Jesu zu tragen.

Ich möchte schon, dass das Licht des Evangeliums mich erwärmt, bin selbst aber nicht bereit, als Fackel zu leuchten und zu verbrennen.

Anw. Wird Gott denn uns, wenn wir mit ähnlichen Einstellungen zum Gottesdienst kommen, Weisung für unser Leben geben? Kann er das überhaupt? Kann es sein, dass wir mit solchen Einstellungen erkennen müssen, dass wir uns wie die Ältesten von Israel von unseren neuen Idolen abwenden und uns zu Gott durch unseren Herrn Jesus Christus bekehren müssen?

Hier wird angedeutet, dass z.Z. Hesekiels und auch heute, Menschen mehr ihre Idole lieben, ihre widergöttlichen Bindungen weiter pflegen wollen. Sie sprechen und leben nach ihrem idolengeprägten Herzens. Können denn solche Menschen Frieden in ihrem Herzen finden, die zweigeteilten Herzens sind, wenn sie weiter Feindschaft gegen Gott betreiben?

Der Rat, der allen aber zur Verhinderung dieses furchtbaren Verhängnisses in Vers 6 gegeben wird heißt. Kehrt um von euren Götzen. Kehrt euch weg von den Gräueln, von denen ihr krank geworden seid; und dann erst werdet ihr willkommen sein, den Herrn zu befragen.

Wollen wir unser Herz von eigenen Idolen leeren, uns ganz zu Jesus und dem einzigen Weg bekehren, Jesus ungeteilt  in unser Herz aufnehmen.        

 Erst dann wird uns mit Vers 11 verheißen: Du wirst mein Kind und ich dein Gott sein. Dann sollst du zu meinem Volk gehören und ich will Dein Gott sein, den du auch immer für Dein Leben befragen kannst.

 Bischof.Meyer@rekd.de

Download:  Predigt zum Ostergebet und Schriftlesungen

Auferstehung Ikone Moskau

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

In unserer Welt des Terrorismus (Paris und Brüssel) und der Kriege (Afghanistan – Syrien), der Unsicherheit und Verzweiflung scheint es sehr schwer, eine Hoffnung auf die Ewigkeit aufrecht zu erhalten.

Unser Glaube ist aber eine Grundlegung dessen, was man erhofft und der Beweise für die Dinge, die man nicht sieht! Hebr. 11,1 (ZÜB)

Unser christlicher Glaube gemäß dem apostolischen Glaubensbekenntnis ist die objektive Grundlage und Basis dafür, dass Christus auferstanden ist und wir uns selbst daran festhalten können. Wir werden wie Christus auferstehen! Er hat mit Ostern die Tür zum Paradies wieder aufgestoßen.

Doch viele, sehr viele Menschen, kennen weder diese Hoffnung, noch wissen sie, was der nächste Tag ihnen bringen wird.

Als Christen und Nachfolger Jesu haben wir einen ganz anderen Status. Auch wir kennen Sorgen und Probleme. Aber wir wissen, dass er uns darin vorangeht und wir unserem Heiland und Erlöser in diesen hindurch folgen können. Er ist selbst durch den Tod hindurch gegangen und hat ein unvergängliches herrliches Leben ans Licht gebracht. Und das ist unser Evangelium, dem wir folgen.

Nun wurde er von den Toten auferweckt. Nun sitzt er zur rechten Hand Gottes, des Vaters, und betet allezeit für uns, damit dieser Glaube und diese Hoffnung uns bereits hier den Sieg gibt.

Christ ist erstanden, nichts liegt mehr im Grab!

Christ ist erstanden, die Engel sie jauchzen!

Christ ist erstanden, Dämonen sie fliehen!

Christ ist erstanden, kein Weltherrscher mehr!

Christ ist erstanden, und regieren tut er!

Christ ist erstanden, Er ist mein Herr!

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Fußwaschung3

Predigt am Gründonnerstag in der Christuskapelle

zur Einsetzung des Heiligen Abendmahls mit 
gleichzeitiger Fußwaschung einer Christin.

Die Fußwaschung, ein Beispiel für den Umgang mit unvollkommen und zurückgefallenen Mitchristen Joh 13,1-12

Download: joh13 Demutsdienst

Krippenspiel 2013

Predigt zum Tagesgebet: Gepriesener Herr! Du hast die gesamte Heilige Schrift uns zur Belehrung schreiben lassen. Schenke, dass wir sie so hören, überdenken und in unseren Herzen bewegen, dass wir durch die Geduld und den Trost Deines Wortes die selige Hoffnung des ewigen Lebens ergreifen und immer festhalten, die Du uns in Jesus Christus, unserem Erlöser, verliehen hast. Amen.

Lesungen: Altes Testament: Mal 3,19-24; Psalm: 50,1-6; Epistel: Röm 15,4-13; Evangelium: Lk 21,25-33

Download Predigt zum 2. Sonntag im Advent: Rö 15,4-13 BCP Advent 2

Die Gottesbeziehung

 

Kurzbotschaft

zur Jahresgemeindestunde:

Zum Download  unten anklicken:

Freundschaft mit Gott

Das Gleichnis vom Unkraut und Weizen erklärt sich eigentlich von selbst, wenn wir die Verse 36 – 43 lesen.

Who is who? Sämann? Guter Samen? Unkraut? Feind?

Auslegungsmöglichkeiten: Welt – Kirche – Mensch
Das Gleichnis wird gewöhnlich auf die Welt allgemein und / oder auf die Kirche bezogen. Es gibt dazu unterschiedliche Auslegungen in der Kirchengeschichte. Möglicherweise sind beide Auslegung akzeptabel. Sie mögen sehr interessant sein, aber was nützt dies mir persönlich?
Wir wissen aber, dass es Böse und Gute in der Welt und Politik gibt. Gleicherweise haben wir auch immer wieder negative Beispiele aus der Kirche. (Priester und Pfarrer, die sich an Kindern vergehen oder Bischöfe, die falsch handeln oder Geld veruntreuen.
Aber kritisieren nach außen, mit dem Finger auf andere zeigen, das kann jeder. Aber was hilft das mir, dem Gläubigen persönlich?

1. Anwendung auf unser eigenes Leben:
Wenn es also Böses und Gutes in Politik und Kirche Christi gibt, finden wir diese Bereiche nicht auch in unserem eigenen Leben? Paulus sagt: Das Gute, was ich tun will, tue ich nicht, aber das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich. Rö. 8,19
Wissen wir um das Gute, die gute Saat der Gnade, die Gott in unserem Leben gesät hat? Wenn ja, dann hat Gott dich zum Weizen berufen, aber nicht Unkraut zu sein.

Oder finden wir doch noch eine Menge Unkraut in unserem Leben? Gibt es Unordnung auf vielen Gebieten?
Der Christ stellt fest: Ja, da findet sich auch noch Unkraut in meinem Leben. Aber, woher kommt das Unkraut?
Es kommt von außen, aber auch von innen aus dem Herzen heraus.
Wie und wann entsteht es?
Das Unkraut, das der Böse säte, hat nicht nur in der Welt böse Frucht hervorgebracht, sondern auch direkt in meinem Leben, und ich verabscheue es sogar. Deshalb möchte auch verstehen, unter welchen Voraussetzungen so etwas zustande kommt.

a) Wenn Christen schlafen
V 24 Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut.
Während ich schlafe, kommt der Böse und sät Unkraut in mein Leben. Es gibt viele Schlafformen: Träume, vor sich hin dösen, Visionen haben, Halbschlaf, etc.. Unser geistlicher Schlaf ist also Einfallstor für dem Bösen und das Unkraut. Dies gilt für mein Leben, aber auch für die Welt, Politik, für Kirche und Gemeinde.
Immer, wenn die Jesusleute geistlich schlafen, nicht hellwach sind, dann kommt der Teufel und treibt sein Unwesen in ihrem Leben. Für mich heißt es: Immer, wenn ich halbwach bin, döse oder einschlafe, dann kann Satan seine Arbeit beginnen.

In einer berühmten Predigt über Röm. 14 hat der englische Bischof Hugh Latimer Satans Arbeit so beschrieben:
Und jetzt möchte ich euch eine seltsame Frage stellen: Wer ist eifrigste Bischof und Prälat in ganz England, der alle übertrifft? Ich kann es Ihnen sagen, denn ich weiß, wer es ist, ich kenne ihn gut. Und jetzt merke ich, wie Sie hören und die Ohren spitzen, dass ich ihn nenne. Es ist einer, der alle anderen übertrifft und er ist der fleißigsten Prälat und Prediger in ganz England. Und wollt ihr wissen, wer es ist? Ich werde es euch sagen: Es ist der Teufel. Er ist der fleißigste Prediger von allen. Er ist nie aus seiner Diözese, nie von seiner Pfarrei weggegangen. Ihr werdet ihn nie lässig finden. Er ist immer in seiner Gemeinde. Er behütet seine Residenz allezeit. Ihr werdet ihn nie außerhalb finden. Rufe ihn jederzeit, wenn du willst an, er ist immer zu Hause. Er ist der eifrigste Prediger im ganzen Bezirk, und er hat immer seine Hand an den Pflug gelegt. Kein Herrscher noch Herumlungerer kann ihn stoppen. Er wird immer sein Geschäft im Griff haben. Man wird ihn nie im Leerlauf finden, ich versichere es dir. Und sein Büro ist dazu da, die Religion, den christlichen Glauben zu behindern, den Aberglauben zu pflegen, Götzendienst zu fördern, und eine Art des Papsttums zu unterstützen. Er ist bereit, seinen aufgestellten Pflug nach Wunsch zu benutzen und nach allen Möglichkeiten zu suchen, wie man die Herrlichkeit Gottes verunstalten und verschleiern kann.

Lektion: Unsere erste Abwehr gegen Unkraut und den Bösen besteht also darin, dass wir geistliche wach bleiben. Deshalb:
Schreibe dir geistliche Notizen auf, hänge dir Zettel an die Wand oder wie die Juden, schreibe dir Bibelverse auf Hände, Arme oder an deine Stirn. Weiter: Lass andere Christen dich erinnern, anrufen, SMS schicken, etc., und plane reglmäßig Zeiten des Gebets und Bibelstudiums ein. Lese täglich fortlaufend nach einem Bibelleseplan. Benutze den Ein- oder Zweijahresplan unserer REK (oder andere Lektionare).  Beginne und unterhalte geistliche Gespräche mit anderen Christen oder Nichtchristen. Trinke „geistlichen Kaffee“, nehme eine „geistliche Dusche“, wenn du zu ermüden beginnst: Besuche eine christliche Freizeit, ein Retraite oder Bibelseminar oder gehe mal eine Woche in ein Kloster. Und wenn du müde und schläfrig im Alltag wirst, dann hau dir selbst eins ins Gesicht. Reiß das Fenster deines Lebensautos auf und lass frische Luft hinein, damit du auf der Autobahn deines Lebens nicht einschläfst und einen Totalschaden erlebst. Hallo1 geistliche Wachbleiben, damit kein Teufelsunkraut in deinem Leben aufgeht.

b) Das Prinzip des gleichzeitigen Wachstums – Böses / Gutes
Nicht immer wissen wir, was in uns gleichzeitig zu wachsen beginnt. Besonders bei kleinen Kindern erkennen wir, wie Weizen und Unkraut zusammen wachsen.
Was kann nicht alles bei einem 2-Jährigen gesät werden, was dann bei einem 5-Jährigen schon Früchte bringt? Wenn wir nichts tun und den Unkrautsamen wachsen lassen, dann kann er sich zu einem kriminellen Unkraut in Leben eines Teenagers entwickeln.
Besonders finden wir beide Seiten bei jüngeren Menschen, die in der Pubertät von ihren Emotionen und neu entdeckter Körper-Chemie und Schwarz-Weiß-Sicht der Welt zerrissen werden.

Feststellung: Wir stellen fest, dass guter und schlechter Same gleichzeitig, aber langsam im Leben aller Menschen aufwächst, ohne dass sie es sofort bemerken. Dies scheint einfach organisch zusammengehören.
Bei einem Neubekehrten, der dies merkt, mag es sein, dass er impulsiv sich wörtlich nach der Schrift am liebsten die Hand abhacken und das Auge ausreißen will.

Wenn wir aber reifere oder ältere Christen sind, werden wir feststellen, dass man die entdeckten Unkrauteigenschaften nicht auf diese Weise ausreißen kann, noch dass die Schrift so zu verstehen ist.
Wir sollen also nicht radikal an das Unkraut unseres Lebens oder das anderen Menschen herangehen. Es bedeutet nicht, dass uns dies Teufelskraut egal sein soll, sondern dass wir überlegt, sorgfältig und nachhaltig mit dem entdeckten Unkraut umgehen sollen. Wir können es nicht vorzeitig, plötzlich und gewaltsam ausreißen. Denn wir lesen: am Ende werden Gottes Arbeiter, seine Engel, es erst ausreißen, bündeln und verbrennen. Also bitte nicht gleich draufgängerisch, eigenherrlich es befehlend aus unserem Leben verbannen. Gewalttätig können wir keine Sünde, noch unser selbst Unkraut ausreißen. Denn der Weizen, die gute Frucht, muss zuerst wachsen und deutlich reif werden.
Im Befehlston Unkraut wegjagen zu wollen geht nicht. Wenn ich dies aber trotzdem in eigener Kraft versuche, werde ich dabei stolz. Dann aber wende ich meine Augen vom Herrn ab und von seiner Methode, mir auf andere Weise die Unkrautsünden wegzunehmen.
Verzweifeln wir nicht oft daran, dass wir meinen, die Sünden in unserem Leben oder dem unserer Kinder könnten niemals ausgerottet werden? Gerade zur Verzweiflung oder zum Übermut wegen unseres Sündenunkrauts will uns der Teufel bewegen. Unsere Verzweiflung über das Wachsen des Unkrauts ist für den Bösen genauso delikat, wie unser Sündenunkraut an sich. Wenn also die Verzweiflung oder das Sündenunkraut an sich mich dazu bringen, dass ich mich dann ganz auf mich selbst konzentriere, mich damit aber von Jesus weg bewege, dann kann ich sicher sein, dass ich den Bösen, den Teufel, recht glücklich damit mache: Nimm dein Unkraut jetzt selbst in die Hand, reiß es sofort aus oder verzweifle darüber.

Feststellung:
Ich stelle fest, dass mein Unkraut, meine Sünden mit mir organisch wachsen, genauso, wie auch gleichzeitig Christus in mir Gestalt angenommen hat. Da ist der „Neue Mensch“ – Christus in mir, aber die böse Neigung ist auch noch da. Deshalb besteht meine Aufgabe hauptsächlich darin, ihn täglich anzurufen, damit er nach seiner Weise zur rechten Zeit in mir mein Unkraut ausjätet, aber besonders ihn zu bitten, dass der gute Weizen, der gute Charakter und die guten Taten beständig wachsen.

2. Vertrauen in den Guten – Menschensohn – festigen
Nun wollen wir unser Augenmerk darauf lenken, wie Jesus mit dem Unkraut in meinem Leben umgeht. Jesus hat es erlaubt, dass das Unkraut noch weiter in meinem Leben existiert. Vergleichen wir hier einige Ähnlichkeiten Richter 3,1:

Dies sind die Völker, die der HERR übrig ließ – damit er durch sie Israel prüfte, alle, die nichts wussten von den Kriegen um Kanaan,
2 und die Geschlechter Israels Krieg führen lehrte, die früher nichts davon wussten -,
4 Diese blieben, um Israel durch sie zu prüfen, damit es kundwürde, ob sie den Geboten des HERRN gehorchten, die er ihren Vätern durch Mose geboten hatte.
Warum hatte Gott dieses heidnische Götzenunkraut im Lande Kanaan gelassen, bzw. aufgehen lassen? Damit alle Unwissenden um Gottes persönliche Führung geprüft würden, ob sie Gott vertrauen, lieben und seinem Willen gehorchen.

Lektion für uns: Prüfung, Vertrauen, Geduld
Gott hat das Unkraut in meinem Leben gelassen, wenigsten teilweise, damit Vertrauen und Geduld in meinem Leben entstehen, ihn persönlich zu erfahren und nach seinem Willen leben. Denn so, unter Prüfung, wächst in mir die Frucht, der gute Weizen, aber in der Auseinandersetzung, gestärkt im Kampf.

Achtung Missverständnis!
Gott will aber kein Unkraut in unserem Leben. Es soll tatsächlich so schnell wie möglich aus unserem Leben verschwinden. Aber wie und in welcher Zeit?
Wir wissen, dass Jesus Wasser in Wein verwandelt hat. Dies sieht aus, als würde heute ein Kind einen Zauberstab nehmen und Hokuspokus sagen, etwas mit einem Zauberstab tun, ein Kinderspiel! Doch nicht so im Leben seiner Nachfolge. Jesus hat an dem, was er litt, selber erst Gehorsam gelernt. Doch Jesu liebstes Wunder ist Böses in Gutes umzuwandeln. Dazu benötigt er im Leben der Menschen seine Zeit. Dagegen geht es bei Satans wie mit einem Zauberstück entgegengesetzt her: Mit einem plötzlichen Schnipsen will er das Gute in Böses umkehren.
Deshalb spricht Jesus immer wieder davon: Böses mit Gutem zu erwidern, die andere Backe auch noch hinzuhalten oder, wenn gezwungen, zwei Meilen anstatt eine zu gehen, oder auch zu segnen, die uns verfolgen.
Tatsächlich kann dass Vorhandensein von Unkraut in unserem Leben auch Grund für manche Segnungen werden. Die Motive und Handlungen beim Unkraut bleiben zwar immer noch böse, aber Gott gebraucht das Unkraut zum Guten in unserem Leben.
Denken wir an so vielen Tugenden, Stärken, Erfindungen, die deshalb entstehen, weil es so viel böse, schlechte Nachrichten und Unglücke in der Welt gibt?
Wir wissen, die Liebe kann nur in eine Welt voller Dunkelheit hell erscheinen. Wie viel Liebe haben Missionare und Missionarinnen, Ordensleute, Priester und Pfarrer in einer Welt voller Dunkelheit gezeigt, in der Welt einer verkommenen und bösen Generation? Sie leuchteten dort wie die Sterne.

Wie viel Missionseifer ist nicht schon wegen einer verunkrauteten bösen Welt zur Evangelisation entstanden, damit dort Gottes Weizen aufgeht, ob unter Moslems, sozialen Brennpunkten oder in Prostituiertenvierteln? Wie viele Kirchen- und Missionsorganisationen zur Verbreitung des Evangeliums in aller Welt sind nicht in den letzten Jahrhunderten entstanden, damit Licht in die Finsternis der Völker, der gute Same hineingesät wird?
Wie viel Vertrauen, Geduld und Liebe wurden nicht schon trotz Leid und Zerstörung während und nach den Weltkriegen zur Saat ausgeschüttet?

Lektion:
Wir können uns nicht so einfach und sofort vom Unkraut in unserem Leben trennen. Wir müssen lernen, damit zu leben und umzugehen, ohne zu murren. Wir sind aber aufgefordert Böses in Gutes umzuwandeln, berufen den guten Samen, den Weizen Gottes, in unserem Leben wachsen zu lassen. Wir sollen geduldig beten für die Umwandlung und Bekehrung zum Guten, zum Wachsen des Weizens.
Noch wichtiger ist, dass wir unter unseren Mitmenschen so leben, wie Gott es wünscht, indem wir den Sündern mit Gutem begegnen, ohne dass wir selber wie sie werden; ohne zu murren, zu schimpfen, zu fluchen oder Schlechtes zu reden.

Der größte Segen ist jedoch, selbst in der Gegenwart Gottes zu bleiben, obwohl ich all das Unkraut um mich herum sehe. Mein Wunsch ist, nicht so wie jene zu werden.

Meine einzige Hilfe ist, mich zum Sämann zu wenden, zu Jesus, dem Gärtner des Garten Gottes selbst.
Möge er in mir das gute Werk, das er angefangen hat, in mir auch vollenden.

Es ist das Unkraut in mir, das mich in des Sämanns Arme treibt; es sind die Unkrautmenschen um mich herum, die mich in des Gärtners Arme bringen. Und zwar: vertrauensvoll und in Geduld. Dies zeigt aber, dass ich den Wunsch habe, Jesu Charakter in mir entstehen zu lassen, den guten Weizen.

Es ist mein gößter Wunsch, durch Jesus gute Frucht zu bringen, und gerade wegen des Unkrauts in mir und in meiner Umwelt. Amen