Predigten


Gefängnis

Befreit zur Nachfolge – Mit Jesus auf dem Weg hinauf nach Jerusalem

Download: Homilie zur Kollekte Septuagesimae Sonntag

 

3. Sonntag vor der Fastenzeit – Septuagesimä

Altes Testament: Jer 9,22-23; Ps. 31,20-25; Epistel: 1.Kor 9,24-27;  Evangelium: Mt 20,1-16

Wochenspruch:

„Wir liegen vor Dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf Deine große Barmherzigkeit.“ (Dan 9,18)

Tagesgebet

nach dem Allgemeinen Gebetbuch:

O Herr! Erhör wohlwollend die Gebete Deines Volkes, damit wir, die wir zurecht für unsre Missetaten bestraft werden, durch Deine Güte barmherzigst davon befreit werden. Durch Jesus Christus, unsern Erlöser, der mit Dir und dem Heiligen Geist, ein einiger Gott, lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit.  Amen.

* * *

Mit dem heutigen Sonntag Septuagesimä,

etwa 70 Tage vor Ostern, werden alle unsere Gedanken, die wir mit dem Kommen und der Erscheinung Christi unseren Geist gefangen hielten, fallen gelassen. Von heute an – im christlichen Kalender – wird ein neuer Abschnitt mit veränderter Betonung eingeläutet.

 

Mit diesem Sonntag bekommen wir unseren ersten Eindruck auf die nun anbrechende Zeit der Erniedrigung Christi. Und somit fällt eine sich immer mehr verdunkelnde Wolke auf unser Kirchenjahr bis Karfreitag und -samstag. Das christliche Jahr begann mit der Ankunft und Geburt Christi, und wir sangen: Christ der Retter ist da!

Jetzt aber folgen wir ihm nach mit einem neuen Blick auf seine Erniedrigung, erkennen seinen Auftrag und die Last, die er für uns trägt, um unser Retter zu werden. Von heute an zählen auch nicht mehr die Sonntage nach Weihnachten und nach Epiphanias, seinem Erscheinen, sondern wir zählen jetzt rückwärts, wie wir dies bei einem Raketenstart gewohnt sind: …10, 9, 8, … ,3,2,1- Zero – Null. Von diesem Sonntag an bis zum Tod unseres Retters am Kreuz heißt es: Septuagesimä 70, Sexagesimä 60, Quinquagesimä 50, dann: Quadragesimä 40 (ein Wort, das von quadraginta herstammt). Dann aber sind es nur noch 40 Tage bis Ostern.

Mit dem Aschermittwoch, dem nochmaligen besonderen Einschnitt, dem Beginn der Fastenzeit, zählen wir weiter rückwärts und möchten uns in unserem Geist und Körper auf unseres Herrn einstellen, der spricht: Kommt, lasst uns hinaufgehen nach Jerusalem und dort alles vollenden.

Von diesem Weg der Nachfolge in der Erniedrigung sprechen auch heute unsere Lesungen und stimmen uns auf diesen geistlichen Countdown ein.

In der AT Lesung

erkennen wir, was Gott von seinem Volk in der Nachfolge und im Bund Gottes erwartet hatte. Die Menschen, die dem Willen Gottes folgen, sollten sich weder ihrer eigenen Weisheit, persönlichen Macht oder ihrer Reichtümer rühmen. Ich weiß was, ich kann was, ich hab‘ was. Stattdessen sollten solche Menschen sich nur rühmen oder darauf stolz sein, dass sie ihren Herrn innig kennen und auch verstehen. Es geht um eine innige, liebevolle Kenntnis von Gott (1Joh 3,1). Gott wollte, dass das Volk seine Güte und Gerechtigkeit genau kennt. Barmherzigkeit oder Güte bezieht sich auf Gottes treue Liebe: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte – Jer 31,3 (33,11; Klgd 3,22). Gott würde zu seiner Verpflichtung gegenüber seinem Volk treu stehen, selbst inmitten ihres sündigen Lebens. Denn über ganz Israel steht Gottes Urteil: Sie haben ein unbeschnittenes Herz. Aber in seiner großen Barmherzigkeit verkündet er, dass er es ist, der ihnen ein beschnittenes Herz geben will. Dies trifft aber nur die, die nicht auf ihr eigenes Können, Wissen und Haben stolz sind. Denn Beschnittene können nur Menschen sein, die sich selbst zurücknehmen, nicht viel von sich halten, besonnene und fromme, die alles von ihrem Herrn erwarten, ihn lieben und nachfolgen.

In unserer Epistel spricht Paulus von dem ungeteilten Einsatz, aber auch von der Möglichkeit des Scheiterns im Christenleben, und nicht nur für diejenigen, die im himmlischen Rennen laufen (1Kor 9, 24, 26). Wir denken auch an die, die einem anderen Evangelium nachlaufen. Das heißt für alle im Reich Gottes Kämpfenden, dass sie in der Nachfolge und für das Himmelreich manche Strapazen durchstehen, um Gottes Herrlichkeit und einen Siegeskranz zu erlangen. Diese Anstrengungen treffen hier auf den Apostel Paulus zu, in denen er sich eigentlich immer befindet. (V 27). Trotz allem möchte er nicht vergeblich gekämpft haben. Wenn er schon so um seine Nachfolgelauf besorgt ist, wie viel mehr sollten gerade wir um unseren Einsatz im Reich Gottes besorgt sein?

Das Evangelium

nimmt das gleiche Thema auf. Dort im abschließenden Vers schreibt Matthäus, um uns in unserer Nachfolge an eine wichtige Angelegenheit zu erinnern. Denn, obwohl viele berufen wurden, in Gottes Weinberg und Mission zu arbeiten, sind doch nur wenige von ihnen auserwählt, die letztlich den Siegespreis gewinnen werden. Erst und Letzte?  Denn viele sind berufen, doch wenige auserwählt! Matth 20,16

 Das Kollektengebet

selbst ist in eine Bewegung der Erniedrigung eingebettet. Es stellt sich wie eine Person im Bußgewand vor, die um Vergebung bittet. Sie befindet sich im Gefängnis hinter Gittern und bittet um Erbarmen und Erhörung. Christus steht noch in einer Entfernung und vernimmt den Ruf um barmherzige Befreiung aus diesem Gefängnis.

Damit werden wir heute durch alle drei Abschnitte der Schrift, die im Gottesdienst gelesen wurden, erinnert, dass sich nun ein neuer Abschnitt des christlichen Kirchenjahres mit Blick auf unsere eigene Jesusnachfolge fortsetzt.

Ab jetzt aber werden wir begleitet von ernsten, schmerzenden und auch mehr traurige Motiven und Melodien. Sie sollen uns mit auf dem Weg begleiten und verstehen und empfinden lassen, dass wir in unserer Nachfolge mit Christus den schweren Weg hinauf nach Jerusalem gehen, mit ihm dem Kreuzestod entgegen.     Amen

Predigt download: Jesus sehen – sein wie Jesus

Jesus sehen

Auf Jesus schauen, das macht den Unterschied. 1. Johannes 3,1-10

  1. Joh 3,1 beginnt mit einem Befehl: Sehet, schaut doch, ihr sollt das nachfolgend Erwähnte betrachten, nämlich die Liebe Gottes! Siehst du. erkennst du diese?
  1. Niemand hat Gott je gesehen, doch einer hat ihn uns verkündigt.

    Joh. 1. 18. Wie schauen wir Gott? Zuerst doch durch die Verkündung Christi durch seine Boten, durch sein ewiges Wort. Heute und gewöhnlich können wir Gott nicht dauernd durch Visionen, sondern durch Hören und Glauben sehen.

Was bedeutet dann in Ex 24,9+10: Sie sahen den Gott Israels? Die Ältesten Israels stiegen beim Bundesschluss auf den Berg und dürfen in einer Theophanie, einer Gotteserscheinung, die Herrlichkeit Gottes schauen. Sie essen und trinken in der Gegenwart Gottes umgeben von einer unübertrefflichen Herrlichkeit.

Wenn immer im Alten Bund Menschen den Engel Gottes sahen: Mose, Elia oder auch Gideon, dann war es eine Gottesvision von dem Engel Jahwes. Und das ist Jesus im AT. Er ist das Ebenbild Gottes dann sichtbar im NT. Doch der sündige Mensch kann Gott nicht direkt sehen, da er sonst in Gegenwart der Heiligkeit Gottes stirbt.

  1. Doch zum Sehen kommen wir nur durch eine Neugeburt.

Nikodemus ist uns hier ein Vorbild. Wenn Gott dem Herz und Sinn des Menschen eine Neugeburt schenkt, dann kann er neu sehen, dann kann er Dinge des Reiches Gottes sehen und erkennen, die er früher nicht sah. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bis, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen (Jo 17,3).

Die Neugeburt erst schenkt einen Blick in das Reich Gottes, und der Blick auf den Gottessohn ist Grund und Auswirkung der Neugeburt.

Bisher erkennen, sehen wir nur bruchstückweise. Niemand, auch nicht der Gemeinde-Prophet hat die Erkenntnis oder den vollkommenen Blick auf Jesus. Wenn er einen Blick besitzt, dann nur einen kurzen erhaschenden Blick in der Zeit für eine kurze Zeit. Doch morgen mag sein Blick wieder getrübt oder vollkommen dunkel sein.

Dazu ein Kirchenlied: Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet. Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet:Gutes denken, tun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten.

  1. Wir werden aber Christus sehen, wenn er wiederkommt, um sichtbar zu herrschen.

V 2b+3 Wir wissen aber, wenn er erscheint, dass wir Christus ähnlich sein werden. Nämlich, wenn wir einen verherrlichten vollkommenen neuen Körper erhalten. Dann, wenn wir vollkommen frei von Sünde sein werden, ganz heil und geheiligt sind, werden wir ihn vollkommen sehen. Dies geschieht bei Jesus Wiederkunft. Hinweis auf das Predigtlied: Jesus, wir sehen auf dich.

Wollen wir JESUS sehen? Wenn ja, dann bringt gerade diese Sicht Veränderungen in unserem Leben hervor, innerlich und auch äußerlich.

Hoffst du darauf, dass du ihm ähnlich sein wirst? Oder hast du Angst, ihn zu sehen? Wir hoffen und warten! Und aus diesem Grund wollen wir alle, wie eine Braut, die sich für den Bräutigam hübsch und annehmbar macht, gut aussehen. Wir werden uns überlegen müssen, welche schmutzige oder unschöne Kleider der Sünde wir noch ablegen sollen, um das sündlose Kleid und den Charakter Christi anzuziehen. Wir wollen doch keine sündigen Fastnachts- und Karnevalskleider anziehen, um mit der Masse der Karnevalsfreunde bis Aschermittwoch mitzufeiern.

Lebst du in der Heiligung, der Erneuerung, willst du, dass dein Wesen verändert wird, damit du Christus ähnlich, Christus gleich wirst? Dann schaue auf Jesus.

  1. Jeder, der Christus beständig vor Augen hat, der bleibt in Verbindung mit ihm und sündigt nicht.

In Ps. 16,8 sagt David: Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.

Die Wiederholung in Apg. 2,25 sagt: … Ich habe den Herrn beständig vor Augen, er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Wie aber wankt man nicht oder steht fest als Christ? Wenn man im Herrn bleibt, wenn man sich in Christus wie in einer Schutzburg befindet.

Wer sich in der „Christusburg“ aufhält, der wird von den Feinden von außerhalb der Mauer nicht angegriffen. Wer in der Liebe bleibt, der kann nicht hassen. Wer im Frieden bleibt, der kann keinen Unfrieden stiften. Wer in der Ruhe bleibt, der wird keine Unruhe verbreiten.

Nun steht in V 6 übersetzt: Wer in Christus beständig bleibt, der macht sich die Sünde nicht zur Gewohnheit. Hier steht: Der sündigt nicht. Das steht hier in der Gegenwartsform.

Wir wissen, dass Christen solange sie leben noch die alte Natur Adams besitzen. Dieser alte Adam sündigt weiter, … und wir fehlen oft. Aber doch sündigen wir nicht dauernd oder willentlich. Oder beharren wir dauernd willentlich in der Sünde?

Irrlehrer behaupten entweder: Der Christ kommt an einem Punkt, dass er nie mehr auf Erden sündigt oder sie behaupten, der Christ sündigt dauernd, er kann sogar so viel sündigen, wie er will. Es kommt nur auf den Geist, auf die Gedanken an. Die müssen in Ordnung sein. Der Körper darf ruhig sündigen, das macht dem reinen Geist dann nichts aus. Doch beide dieser Irrlehren sind abzulehnen.

Hier steht im Johannesbrief, dass der sich in der „Christusburg“ Befindliche sicher ist und nicht dauernd gewohnheitsmäßig sündigt. Das gewohnheitsmäßige Sündigen ist aber ein Zeichen, dass dieser Mensch nicht das wahre Christenleben, nicht das ewige Leben besitzt.

Beispiel: Spanische Prinzessin und Schweinchen, das geputzt mit Schleife sich suhlte.

Wer dauernd in die Pfützen der Welt tritt und sich an der Übertretung der 10 Gebote freut, auch noch Witze darüber macht, andere nach Rö 1,30ff zur Sünde zu ermutigen, der hat Christus nicht gesehen, ist nicht wiedergeboren, und für den Himmel verloren. Dieser Mensch ist noch blind und ein Kind Satans. Er befindet sich immer noch in der Finsternis.

Beispiel: Schaf oder Katze, die Pfützen meiden.

Wer aber Christus erkennt und ihn im Glauben gesehen hat, der lebt nicht mehr gewohnheitsmäßig in der Sünde, suhlt sich nicht darin, freut sich nicht darüber, im Schmutz Zuhause zu sein.

Wollen wir mehr und mehr Jesus sehen und uns wie eine Braut vorbereiten, uns mit den Kleidern des Charakters Christi zu schmücken.

Diese Erneuerung ist unsere beständige Aufgabe. Wir werden zwar oft noch fehlen, aber doch nicht mehr beständig willentlich sündigen. Unser Verlangen wird nicht nur dies sein: w. w. J tun? Sondern Jesus zu sehen, um wie er zu sein.

„To be like Jesus“. – w.J.s .– Wie Jesus (zu) sein. Ist dies dein Verlangen? Amen.

Predigt Trinitatis 11 – Christusgemeinde

Download hier klicken —> Kollektenpredigt Trinitatis11

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Allmächtige Gnade oder gnädige Allmacht in Deinem Leben?

Predigt zum 11. Sonntag nach Trinitatis

Wochenspuch: „Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den

Lesungen: Altes Testament: Dan 9,3-6.14-18; Epistel: 1 Kor 15,1-11; Evangelium: Lk 18,9-14
Tagesgebet:
O Gott. Du erweist Deine Allmacht vor allem darin, dass Du Mitleid und Erbarmen zeigst. Verleihe uns nach Deiner Barmherzigkeit ein solches Maß Deiner Gnade, dass wir – dem Weg Deiner Gebote folgend – Deine gütigen Verheißungen erlangen und so Teilhaber Deiner himmlischen Schätze werden. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Das heutige Kollektengebet (Tagesgebet für die Woche) bezieht sich auf unsere drei obigen Schriftlesungen, insbesondere wie Gottes Allmacht vor allem in seiner Gnade (Barmherzigkeit und in seinem Mitleid) gesehen wird und von dieser Grundlage aus sein allmächtiges Handeln geschieht.

„Dieser Zusammenhang – Gnade und Allmacht – ist besonders in den Gedanken zu finden, dass die Bekehrung und Errettung eines Sünders dann Anteil an Gott an seinem „himmlischen Schatz“ gibt.

  1. Das Werk der Barmherzigkeit ist jedoch zugleich Gottes höchstes Handeln in Macht. Denn die Kräfte, die hier benötigt werden, um die Rechtfertigung eines von Gott getrennten Sünders zu erreichen sind folgend: Es geht darum die geistliche Trennung zwischen Gott und den Menschen aufzuheben. Und dies geschieht durch nichts Geringeres als durch das Blutvergießen und den Gehorsam seines Sohnes. Darin liegt die allmächtige Kraft.
  2. Auch die Kräfte, die notwendig sind, um die Heiligung des nun geretteten Sünders zu bewirken, ist nichts Geringeres als das weiter mächtige Wirken des Geistes Gottes. Dieses erste und zweite Eingreifen geschieht aus Gnade, bzw. aus Mitleid und Barmherzigkeit Gottes an allen Gläubigen.

Das hier angesprochene Ineinander greifen des Wunders der Barmherzigkeit und der Macht Gottes wird am deutlichsten am Beispiel des Apostels Paulus in der heutigen Epistel Lesung erkannt (1 Kor 15,1-11). Gott erklärte seine Allmacht am Nachdrücklichsten in Rückgewinnung dieses Verfolgers der Gemeinde Christi. – Er musste gebändigt werden, durch Blendung seiner Augen, durch Sturz vom Pferd, durch Schrecken und Hilflosigkeit bei der Orientierung, durch Besuch und Gebet eines einfachen Bruders und Begnadigung. Die Gnade, die einherging mit Allmacht, verwandelte diesen unwürdigen Pharisäer, diese Fehlgeburt Saulus in einen bekehrten Paulus. Und wie alle Menschen von Geburt an durch Sünde Adams auch eine Fehlgeburt sind, so müssen auch wir durch Gottes Allmacht von unserem hohen Ross geworfen werden, müssen geblendet werden, um blind zu werden für den Glitz und Glamour dieser Welt, und der Welt Satans. Der sagt: All diese neuesten Dinge der Welt musst du besitzen, alle deine selbst gesteckten Ziele musst du erreichen, du musst vor den Menschen nach Anerkennung streben, du musst dich selbst verwirklichen, du musst nur an dich denken, sind seine Eingebungen.

Erkennen wir, es benötigt eine ungeheure Kraft, uns aus der Macht unserer Gedanken, unseres verbogenen Willens und der Macht Satans herauszulösen.

Diese Herauslösung geschah bei Paulus aus Gnade.

Bei jeder Bekehrung zu Gott und Ergreifen der Erlösung durch Christus finden wir, dass die Macht Gottes mit Barmherzigkeit gepaart ist, mit der Gnade daherkommt.

Denn je schlimmer die Sünde des Sünders, je tiefer der Abgrund, in den er vor Gott und Menschen gesunken ist, je dunkler sein Leben, desto stärker ist die Macht Gottes gefragt, die Ihn oder Sie aus Sumpf und Dunkelheit herausziehen kann.

In jedem Fall ist die unbegrenzte Macht und die unbegrenzte Gnade Gottes gefragt und wird tätig.

Dies geschah bei Paulus, der die Kirche Gottes und damit Christus selbst verfolgte. Er, der Unwürdige, die Fehlgeburt, wird nun durch die geistliche Neugeburt gleichzeitig berufen, ein Instrument zur Verbreitung des Evangeliums zu werden.

Und er wird es auch, mehr als die anderen Apostel. Der unwürdigste Apostel wird zum meist gebrauchten Apostel, zum effektivsten in der Mission. Warum? Durch die allmächtige Gnade.

Paulus wurde damit berufen, ein Instrument zur Verbreitung des Evangeliums zu werden.

Und dieses Evangelium ist uns im Wortlaut überliefert. An diesen Wortlaut müssen wir uns halten, dass Christus wegen unserer Schuld vor Gott gestorben und von den Toten auferstanden ist nach drei Tagen, und dass ihn mehr als 520 Zeugen lebend gesehen haben.

Ja, die Gnade Gottes geht einher mit der Allmacht Gottes, besonders in der machtvollen Auferstehung Jesu Christi.

Gottes Allmacht zeigt sich besonders auch bei seinem auserwählten Volk.

Immer wieder fiel es von Gott ab vom Errichten des goldenen Kalbes bis zum Anbeten von Götzen auf allen Höhen und unter Bäumen und Unzucht treiben im Tempel. Gott führte es in seiner Allmacht in die Gefangenschaft der Völker.

In unserer AT Lesung betet Daniel und bekennt für sich und das ganze Volk, dass sie immer wieder nicht getan haben, was sie tun sollten, aber getan, was sie unterlassen sollten, und dass kein Heil in ihnen vorhanden war.

Dann aber antwortet Gott in seiner allmächtigen Gnade. Er führt sie nach 70 Jahren wieder in das verheißene Land, zurück nach Israel. Er unterstützt sie sogar durch ihre einstigen Unterdrücker und lässt durch sie Jerusalem und den Tempel wieder aufbauen.

So sagt auch der Psalmist (106, 7-8). Unsre Väter in Ägypten wollten deine Wunder nicht verstehen. Sie gedachten nicht an deine große Güte und waren ungehorsam am Meer, am Schilfmeer. Er aber half ihnen um seines Namens willen, dass er seine Macht beweise.

Obwohl also Israel immer wieder so tief gefallen war, befreite sie Gott – nicht um ihrer guten Werke oder ihres großmütigen Charakters willen – sondern um seines Namens willen, aus Gnade, um darin seine Macht zu beweisen. Allmächtige Gnade!

Gottes Allmacht zeigt sich auch in unserer Evangeliumslese in Gnade. Im Kontrast zwischen dem sich als Nr. 1 darstellenden Pharisäer, der besser und vollkommener sich neben Gott im Tempel stellte als der in der Ferne stehende Sünder. Gott hätte ja noch froh sein müssen, solch einen Kerl im Gottesdienst zu haben und ihn bedienen zu können. Er hätte ihm noch danken sollen, dass dieser makellose Kerl ihn im Tempel besucht.

Doch nein, Gott verachtet die Stolzen, die Hochmütigen, die da überall auffallen und sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Bei jenen kann seine allmächtige Gnade nicht wirken. Sie wird von dem blitzenden Ego-Feuerwerks des Selbstgerechten abgewiesen.

Doch bei unserem Zöllner oder Zolleintreiber, der wusste, dass er viel Dreck am Stecken durch Unwahrheit und Betrug hatte, bei ihm zeigt Gott seine Allmacht und Gnade. Dieser Mensch hatte vor Gott nichts verdient, hatte keinerlei Anspruch auf Anhörung, Zuneigung oder irgendein Entgegenkommen Gottes.

Da dieser sich aber als völlig bloß, als vollkommen bedürftig, als Armer vor Gott im Geist darstellt, deshalb wird er zum Gegenstand der Gnade und Liebe Gottes.

Der Zöllner sagt quasi: meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld, und: Sei mir gnädig.

Damit öffnet er sein leeres Leben, öffnet das Schleusentor, sein ausgetrocknete Lebensdock. Jetzt strömen und schießen die Wasser der Gnade hinein in sein Leben. Er erhält das Wasser des Heils umsonst, ohne jegliches Verdienst.

Lass auch Du – wie bei Paulus und dem Zöllner – die Allmacht Gottes besonders durch die Gnade Gottes in dein Leben einströmen. Lass Dein Leben durch die Macht der Gnade verändern. Denn Dein Leben soll das eines würdigen Gesandten des Evangeliums sein, der den Wortlaut der Gnade recht verkündigt. Dann werden auch Fernstehende durch sie verändert. Amen.

Trinity

 

 

Download: –> Predigt zu Offb 4,1-11 Trinitatis

TRINITATIS 2019 – Wer dient wem?

Oder spiegelt unser Gottesdienst den himmlischen wieder?

Offenb. 4,1-11

 

Gottesdienst, das ist eine Verpflichtung und ein Privileg für das Volk Gottes, im Alten, wie auch im Neuen Bund. Die Frage nach dem rechten Gottesdienst wird immer wieder neu gestellt. Liturgie oder Gottesdienst, hat dies vorrangig mit uns Menschen oder mit Gott zu tun? Geht es darum, dass wir etwas vom Gottesdienst haben, dass er uns etwas gibt, dass wir aufgebaut werden? Wohin geht der heutige Gottesdienst-Trend?
Wir kommen doch zusammen, um eine gute Zeit zu haben! Nun, wenn wir solche Aussagen betrachten, scheint es sich bei solchen Treffen doch stark um die Bedürfnisse der Gottesdienst-Zuschauer zu gehen, die befriedigt werden sollen. Das ist also die Frage aller Fragen. Bedeutet denn Gottesdienst, dass wir Gott dienen? oder doch eher, dass Gott uns dient? Geht es um Bedürfnisbefriedigung des Menschen oder um die Ehrerbietung Gottes?
Ohne jedoch auf die gesamte alt- und neutestamentliche Gottesdienstgestaltung oder die Bedeutung von Liturgia, dem „Wirken des Volkes“ für einen höheren Sinn einzugehen, wollen wir heute nur den Predigttext aus Offenbarung 4,1-11 betrachten und eine Antwort finden. Hier wird dem Apostel Johannes ein Blick in den himmlischen Thronraum gewährt, der ja ein Vorbild unseres irdischen Gottesdienstes ist.

1. Wer ist der Gegenstand der Anbetung?

Er wird hier wird mit ER beschrieben und sitzt auf einem Thron. Ein Thron spricht von Würde und Macht. Er wird beschrieben mit leuchtender Heiligkeit und mit blutroten Erlösungsfarben sowie die Regenbogenfarben, die an seinen fortgesetzten Schöpfungsbund erinnern.
Die 24 Ältesten repräsentieren 2 x 12 Vertreter des Gottesvolkes aus dem gläubigen Israel und den gläubigen Nichtjuden. Sie versammeln sich um den Thron und bringen Gott dem Schöpfer stellvertretend für alle Gläubigen die Ehre da. Die vier Wesen als Tiere dargestellt scheinen vier ranghohe Engel zu sein, die Gott dienen, und seine Macht stützen. Dies ist der Gegenstand unserer Anbetung. Wer steht hier im Mittelpunkt? Es ist Gott allein, der von der Kirche des Alten und Neuen Bundes und den Engeln angebetet wird.

2. Was sind die Handlungen ihrer Anbetung?

Die vier Wesen der Macht leiteten den Gottesdienst. Sie machten Vorgaben für alle übrigen und als kleiner Chor stimmen sie zum Lobpreis an. Danach fallen 24 Vertreter aller Gläubigen auf die Knie und verehren Gott, legen ihre Kronen, ihre geschenkte Ehrung zu Gottes Füßen. Diese Ältesten sind nicht von ihrem Können und Amt eingenommen. Es gibt keine eigene Ehre vor dem Thron Gottes. Auch die von Gott geschenkte Ehre wird nur dazu benutzt, um ihm allein wieder die Ehre zu bringen.
3. Was sind die Worte der Verehrung?
Die liturgischen Engelwesen als Gottesdienstleiter sprachen die Worte: Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.
Wir merken, dass Worte der Heiligkeit und der Beschreibung des ewigen Gottes den Akt der Anbetung einleiten. Gott ist vollkommen, allmächtig und ewig. Als nächstes folgen die Worte der Anbetung durch die 24 Ältesten: Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft.
Dies sind Worte der Würdigung. Ja, Gott ist es wert, dass man ihn ehrt, und nur ihn allein. Auch die Stellvertreter des Volkes Gottes haben alle ihre eigenen Ehrungen vom Haupt genommen. So sollen auch alle Gläubigen ihn würdigen und wertschätzen.
Weiter wollen wir hier anmerken, dass biblische Gebete im Gottesdienst gewöhnlich stellvertretende Gebete der Leiter oder gemeinsame mit einem Munde gesprochene Gebete aller sind. Wenn schon die 24 Stellvertreter das Gebet gemeinsam sprechen,
wie viel mehr sollte dies das Volk Gottes hier auf Erden in ihren Gottesdiensten tun: Gemeinsame biblische Gebete sprechen, die sich auf Gottes Wesen und Werk gründen, und Gott mit dem Wort und Sinn der Schrift anbeten. Dies ist sicherlich, „Gott im Geist und der Wahrheit anbeten“. Wir finden hier im Himmel auch keine Spontangebete, die gerade jemanden in den Sinn kommen, auch nicht, dass alle gleichzeitig wie im Bienenschwarm vor sich hinsummend, ihre individuellen Gebete simultan sprechen. Auch hören wir nichts von Reden in anderen Sprachen vor dem Thron Gottes, sondern alles geht in Ehre erbietender verständlicher Ordnung zu.

4. Was ist der Grund ihrer Anbetung?

a) Gott ist der Schöpfer aller Dinge
… denn du hast alle Dinge geschaffen… Die Ursache aller Anbetung: Die Geschöpfe sind aber auf Grund ihrer Geschöpflichkeit dazu bestimmt und verpflichtet, Gott zu verehren und anzubeten. Doch Gott schuf nicht nur den Menschen, sondern auch alle Welt und das gesamte Universum; den Mikrokosmos und den Makrokosmos. Und da der Mensch in Sünde fiel, erschuf Gott den neuen Menschen in Christus, auch uns durch die Wiedergeburt als neue Kinder Gottes. Weil er all dieses tat, soll auch kein geschaffenes Ding, sondern nur der Schöpfer angebetet werden. Unsere Anbetung Gottes hat ihren guten und festen Grund, den Schöpfer.

b) Gott ist der Erhalter aller Dinge
… und durch deinen Willen waren sie. Oder wir können auch übersetzen: durch deinen Willen sind sie. Weil Gott nicht nur der Uhrmacher war, der die „Weltenuhr“ herstellte, aufzog und sie nun ablaufen lässt, sondern alle Abläufe aller Dinge in seiner Hand hat und alle Lebensgesetze weiter aktiv unterhält, auch unseren Glauben und unser ewiges Leben sicherstellt, deshalb sollen wir ihn allein verehren. Er ist der Erhalter aller Dinge. Und deshalb dürfen auch keine anderen Dinge oder Menschen, die auch von Gottes Macht und Willen abhängig sind, angebetet und verehrt werden.

c) Gott ist Ursache und Ziel aller Dinge
…und wurden sie geschaffen. Weil Gott Ursache aller Dinge ist, alles auf ihn hin ausgerichtet, deshalb hat alles seine Bestimmung. Gottes Plan und Ratschluss besteht von Ewigkeit her und hat ein ewiges Ziel. Weil sein Ratschluss gut ist, deshalb sollen wir ihn allein im Gottesdienst verehren. Über den Zweck unserer eigenen Schöpfung fragt ein Katechismus: Warum hat Gott dich und alle Dinge erschaffen? Antwort: Zu seiner eigenen Verherrlichung. Deshalb wollen wir ihn auch allein verherrlichen.

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Wir durften uns den Gottesdienst-Typus des himmlischen Gottesdienstes vor Augen halten. Dieser beantwortet die Frage, wer wem im Gottesdienst dient: Gott den Menschen oder der Mensch Gott? Es ist uns von der Schrift klar geworden, dass nur der heilige und allmächtige und ewige Schöpfergott einziger Grund und Zentrum unserer Anbetung sein kann. Nun darf sich jeder Einzelne von uns fragen: Habe ich bereits eine Schau wie Johannes? Finde ich den Zugang zum heiligen Thron Gottes? Erkenne ich Gottes Wesen? Höre ich das „Dreimal Heilig“, wenn ich mich Gott nahe? Verneige ich mich vor ihm im Herzen, äußerlich mit meinem Körper und ganzem Sein? Spreche ich zu ihm die rechten Worte biblischer Anbetung? Wenn dies so ist, dann sind alle unsere ichbezogenen und psychologischen Fragen uninteressant: „Hat mir der Gottesdienst etwas gegeben? Hat mir die Musik gefallen?“ Denn wir sind doch allein vor Gott versammelt, um Gott etwas zu geben, was ihm gebührt: Uns selbst, dass wir seinen Lobpreis singen, sein Wort ihm zurückgeben, sowie unsere Schuld und auch unseren Glauben bekennen. Ob wir uns nun dabei erfreuen oder etwas empfangen oder verspüren, ist nicht so sehr wichtig in uns selbst zu beobachten. Jedoch soll unsere ganze Betrachtung auf Gott ausgerichtet sein. Denn wir dienen IHM.

Wenn wir Gott ganz in die Mitte unserer Gottesdiensterfahrung stellen, wird sein Segen uns bestimmt nachfolgen. Amen

 

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Download – 2019 Mai Gemeindebrief-x

2. So n. Ostern 05.05.2019

Der gute Hirte

10.00 Uhr Christuskapelle/Knüll

Abendmahlsgottesdienst

Wochenspruch: Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir und ich gebe ihnen ewiges Leben.“ Johannes 10, 27

Lesungen:  Jeremia 23, 1-8; Psalm 23;  1.Petrus 2,18-25;Johannesevangelium 10,11-16

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  1. So n. Ostern 12.05.2019

Die neue Schöpfung

10.00 Uhr Christuskapelle/Knüll,  Abendmahlsgottesdienst

 Wochenspruch:  „Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alt ist vergangen, Neues ist gworden“ 2. Kor 5,17

Lesungen:

Jesaja 65,16-25; Psalm 66

Erster Petrusbrief 2,11-16

Johannesevangelium 16,16-22

 MUTTERTAG

Wenn Du noch eine Mutter hast…
Wenn Du noch eine Mutter hast
so danke Gott und sei zufrieden,
nicht allen auf dem Erdenrund
ist dieses hohe Glück beschieden.

Friedr. Wilhelm Kaulisch (1827-1881)

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  1. So n. Ostern 19.05.2019

Die singende Gemeinde

10.00 Christuskapelle/Knüll

Abendmahlsgottesdienst

 Wochenspruch: „Singt dem Herrn ein neues Lied! Denn er tut Wunder.“ Psalm 98,1

Lesungen:

Jesaja 42,10-17;

Psalm 98; Brief des Jakobus 1,17-21;

Johannesevangelium 16,4-15

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  1. AKD Synode in  Schwarzenborn

 Freitag, 24. Mai 2019

 20.00 Pfarrkonvent: Klerikertreffen & Prädikanten

Samstag, 25. Mai 2019

08.00 Morgenlob in der Kapelle

08.45 Frühstück

10.00 Beginn der 19. Synode

12.30 – Mittagessen

14.30 Frauentreffen – Dienst der Frauen in der AKD, Grace Meyer.

14.00    GAFCON & die AKD

15.00 Gemeindegründung in der Großstadt, Stephan Pues

17.00 Abendlob in der Kapelle

18.30 Feierliches Büfett (10,- €)

20.00 Treffen in der Jause – Musik & Attlantic Bridge – Vorstellung

 

Sonntag 26. Mai 2019

08.30 Frühstück

10.00 Abschlussgottesdienst -im Haus Rhönblick

Predigt: Erzbischof Sutton

12.00 Mittagessen

danach Kaffee, Reisesegen, Abfahrt

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  1. So n. Ostern 26.05.2019

Die betende Gemeinde

10.00 Uhr Haus Rhönblick – Abendmahlsgottesdienst

Predigt Erzbischof Sutton

Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. Psalm 66,20

 Lesungen

Jesaja 55,6-13; Psalm 108; Jakobusbrief 5,13-18; Johannesevangelium 16,23-33

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Christi Himmelfahrt 30.05.2019

Am Knüllköpfchen

10 Uhr Ökumenischer Gottesdienst

Die Rückkehr zum Vater

Wochenspruch: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen.“ Joh 12

 

Lesungen:

Apostelgeschichte 1,1-11;

Lukasevangelium 24,44-53

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-Gemeinde

Schwarzenborn

Ortsgemeinde der Anglikanischen

Kirche i.D. www.anglikanischekirche.de

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Herausgeber:

Bischof Gerhard Meyer, M.Div; D.D.; Ordinarius

Redaktion: Richbergstr. 11,

34639 Schwarzenborn/Knüll

 

 Fon & Fax: 05686 – 9309235

E-Mail: bischof.meyer@rekd.de

http://christusgemeinde.rekd.de/

 

Gemeindevertreter:

Grace Meyer & Eva Gabelmann

Pfarrervertreter: Daniel Bentzer

 

Erzbischof:

 The Most Rev. Ray R. Sutton, Dallas, Texas

Konto: Anglikanische Kirche e.V. –

mit VERMERK: „Christus Gemeinde“

Kreissparkasse Schwalm-Eder,  BLZ 520 521 54; Kto.-Nr. 0 214 017 741,

Sie erhalten am Ende des Jahres unaufgefordert eine Spendenquittung für das Finanzamt.

 

 

 

 

 

 

 

Von der Grablegung bis zur Auferstehung

– Sind wir aber mit Ihm auferstanden ?

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Osterpredigt 2010 zu Kol 3,1-5

Bist du mit Christus auferstanden, dann zeige diese himmlische Gesinnung durch die Tugenden Christi in deinem Leben.

 

  1. Wie, können wir bereits jetzt schon auferstehen?

In Kol 3,1-4 liegt ein Geheimnis vor uns. Uns wird gesagt, dass wir schon damals mit Christus auferstanden sind! Tatsächlich lag dies im Plan Gottes vor Grundlegung der Welt. Es geschah für alle Gläubigen als Jesus in Jerusalem vor beinah 2000 Jahren am Ostermorgen vom Tod auferstand.

Genau dies ist die Lehre von Kolosser 3 und auch Römer 6. Mit Christus auferstanden sein bedeutet, dass ich an diesem einmaligen Geschehen bereits seit jenem ersten Ostermorgen teilhabe. Denn als ein Glied Christi habe ich Anteil an meinem Haupt. Steht das Haupt Christus auf, stehen auch seine Glieder mit auf. Wird das Haupt lebendig, werden wir lebendig.

Dies muss so sein. Die Grundlage dafür ist aber Jesu Auferstehung, an der wir jetzt im Glauben teilhaben dürfen.

  1. Nun, wenn dies stimmt, dass du bereits gestorben und auferstanden bist, ….dann gibt es für dich nur noch ein himmlisches Streben: Nämlich das Streben nach der Königsherrschaft Jesus Christi in deinem Leben. Diese Königsherrschaft will deine Gesinnung und deine Tugenden verändern, um dich dann zum Herrschen unter Christi Vollmacht einzusetzen.

 

a) Dein Denken soll sich beständig um die Christusherrschaft (Reich Gottes) drehen. Wer mit Christus auferstanden ist, der trachtet beständig nach dem Reich Gottes, in und durch seine Gemeinde.

Unser Leben ist auf das Vorbild Christi und auf die nun wirksame Kraft Christ aus der Höhe gerichtet. Sind wir nun mit ihm zum neuen Leben auferstanden, dann wird sich diese wirksame Kraft vom Himmel her folgendermaßen auswirken:

 

b) Dein Wille soll böse Gewohnheiten und Verhaltensmuster zu Tode zu bringen: Kolosser gibt uns eine Liste von Untugenden oder Lastern wieder. Dies sind die schlechten Gewohnheiten, die zu unserer irdischen Natur gehören. Diese Liste beginnt mit sexuellen Sünden oder Begierden und endet mit der Begierde der materiellen Sucht. Dies betrifft vor allem das letzte der 10 Gebote. Schon immer war der Bereich dieser Begierde oder, was für unsere geerbte Adamsnatur als böse Lust beschrieben wird, das Problem aller Menschheit. Es ist die Leidenschaft, die uns dann selber Leiden schafft und die, Begierde, die uns zerstört. Wenn wir also mit Christus auferstanden sind, dann wird ein neues Denken einsetzen. Das Begehren wird mit der Zufriedenheit Christi ausgewechselt werden. Wenn du in Christus zufrieden bist, wird aber das Begehren nach dem Willen Gottes einsetzen.

Dann bestimmt unsere neue Gesinnung unsere neuen Tugenden. Schlechtes Denken führt aber zu Untugenden oder Laster.  Bist du nun mit Christus auferstanden – damals zu Ostern, dann wird in dir das Verlangen entstehen, diese Laster zu hassen und sie zu Tode zu bringen. Du musst diesen Lastern (Untugenden) schließlich den Dolchstoß ins Zentrum ihrer Aktivität versetzen und die Begierde töten. Du musst sagen: Ich will meine Unwahrheit, meinen Hass, meinen Stolz, die Lüge und schlechten sexuellen Gedanken töten. Ich will nicht mehr die schlechten Fernsehsendungen oder Internetangebote ansehen. Ich will nicht mehr die Artikel der Begierde und Lust in Zeitungen, Romanen und Illustrieren lesen. Dies muss ein Ende haben! Dies zerstört sonst deine neue himmlische Auferstehungsgesinnung. Denn wer mit Christus auferstanden ist, der wird diese Lasterkleider schließlich ablegen. Mit Christus auferstandene Gläubige müssen jedoch ihre Untugenden und Laster willentlich erdolchen. Willst du dies tun? Nein sagen, aufgeben, ablegen?

 

c) Deine neuen Gewohnheiten müssen nun eingeübt werden.

Seit Anfang des 20 Jahrhunderts ist der Begriff Tugendlehre ganz aus der evangelischen Ethik verschwunden. Doch Tugend ist die Entfaltung des Heils oder anders der Weg in die Fülle des Heils. 2. Petr. 1,5. Darum setzt allen Eifer daran, mit dem Glauben die Tugend zu verbinden: Nun folgt Selbstbeherrschung, Ausdauer, Frömmigkeit, Brüderlichkeit, Liebe usw. Sehr ähnlich beschreibt auch Paulus diese Tugenden hier für uns. Er beginnt mit herzlichem Erbarmen und endet mit der Tugend der Liebe.

Was sind nun Tugenden? Tugend spricht von dem Besten,  von Tüchtigkeit und Tauglichkeit, von einer Stärke. Tauglich vor Gott und den Menschen sind die Großtaten Gottes. Gottes größte Tat war die Opferung seines Sohnes. In dieser Großtat wird die göttliche Tugend der Liebe sichtbar. Doch Liebe wird immer sichtbar durch den Willen in einer Tat, nicht im Gefühl. Deshalb muss sich auch unser Glaube durch den guten Willen in guten Taten äußern. An unseren Taten und unserem Umgang erkennen wir schließlich unsere Tugenden. Und gerade in unseren Tugenden erkennen wir jedoch den echten Auferstehungsglauben. Nun geht es mit der Auferstehung darum, dass Christi Tugenden eingeübt werden müssen. Sie kommen nicht automatisch, entspringen nicht freudig unserem egoistischen, selbstischen Willen. Christliche Tugenden wollen bewusst gewollt werden. Jede Tugend ist immer eine Überwindung, und sie muss immer wieder neu im Leben eingeübt und trainiert werden. Sie entstehen nicht von selbst. Wer herzliches Erbarmen schon drei Monaten nach seiner Bekehrung aufgibt, der wird in dieser Tugend einen moralischen Muskelschwund bekommen und diese Tauglichkeit oder Stärke verlieren. Doch wer sie durch Gottes Geist einübt und unterhält, der besitzt die göttlichen Tugenden Gottes und nimmt Teil an Gott selbst. Heißt es nicht, dass wir an Gottes Natur teilhaben sollen? Wohlgemerkt, diese Tugend ist Gottes Werk, ein Werk des Heiligen Geistes, auch dann, wenn wir hierbei kräftig mitwirken sollen. Der echte Auferstehungsglaube übt nun die Tugenden ein, zieht sie an, ganz besonders die Liebe, die sich dann in liebevollen Taten äußert. Dies ist das hauptsächliche Werk des Heiligen Geistes. Er bewirkt, dass wir die Kleider der Tugenden Christi anziehen.

An unseren Tugenden – den Charakterzügen und Eigenschaften aus Gott – können wir erkennen, ob wir mit Christus am Ostermorgen auferstanden sind. Besitzt du die hier aufgezählten Eigenschaften? Wenn ja, dann bist du bereits auferstanden, wenn nicht, dann lege doch die noch vorhandenen alten und bösen ab und wirke deine Erlösung aus mit Furcht und Zittern.

Bitte aber den Herrn, dass er in dir das gute Verlangen zu diesen Tugenden schafft und dass er dir die Kraft und Ausdauer gibt, diese Tugenden beständig einzuüben und zu behalten.

Wenn du also mit Christus auferstanden bist, dann werden deine christlichen Tugenden bzw. das Wesen Christi in dir, deine eigene Osterauferstehung bezeugen.

 

 

Brot und Wein
Melchisedek / Christus Brot und Wein – Erquickung zum Leben

In Russland und anderen Ostländern werden Staatsmänner oder auch Touristen oft in Landestracht und mit Brot und Salz begrüßt. Hier in unserem Bibeltext begrüßt und erquickt ein König einen Fremdling mit Brot und Wein.

Gen 14, 17-24.  Melchisedek: Christus und unsere Beziehung zu ihm, Brot & Wein und unsere Dankbarkeit (Zehnten ?)

Hier im angeführten Abschnitt der Bibel wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Psalm 110, 4.

Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks  – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7.  Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.

In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).

26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 

28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.

Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay [yhvh] ​​zidqenu) in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (shar-shalom) in Jes 9,6.  Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abram Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war.  Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.

Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils.  – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.

Hebr 7,7   Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.

Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?

Im ganzen AT wird besonders in den Gottesdiensten immer wieder das Geben des Zehnten dargestellt wurde.

Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gott dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.

In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November müssen wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2018 aufstellen. Da sollten wir dies vor Gott bringen, darüber beten, wieviel wir jeden Monat der Gemeinde vor Ort geben können. Denn wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die Kosten.

Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.

Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“ weist auch darauf hin, dass er weiterhin auch im NT den Zehnten empfangen soll als praktische Ehrung.  – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3), es sei denn das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen? Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch Finanzen.

Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf den hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst war, in menschlicher Gestalt, eines Menschen. Er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen wird. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden. Wollen wir uns Brot und Wein als Teilhabe an der Erlösung geben lassen und Christus dankbar unseren Zehnten geben.  Bf. + G. M

ROGATE

Gebet für geistliche Frucht im persönlichen Leben

Predigt zum Download oder lesenHes14,1-11

Idole im Herzen, hört mich dann Gott?

V 1-5 Unbekehrt zu Gott kommen?

Der Prophet Hesekiel stammt aus einem Priestergeschlecht und wurde mit dem Südreich, Jerusalem und Juda 597 v. Chr. in die babylonische Gefangenschaft geführt. Dort in Tel-Abib, am Eufratkanal wurde er in jungen Jahren zum Propheten für die Verschleppten berufen. Nach der vollkommenen Zerstörung Jerusalems in 586 verkündet er Gottes Eingreifen, die zukünftige Rückkehr Israels und den neuen Aufbau des Tempels.

In unserem Abschnitt besuchen ihn Älteste der Exilanten. Diese wohnen schon eine lange Zeit in Babylon, haben die Abgötter, Götzen, Bauwerke und Weisheitslehren ihrer Unterdrücker täglich vor Augen. Sie haben sich bereits ein gutes Stück angepasst, um zu überleben. Wenn es hier um Götzen geht, sind damit widergöttliche Bindungen gemeint. Götzen sind Idole, fest sitzende Gedanken im Herzen, die das Leben von Menschen bestimmen. Diese Leiter hatten jene Idole in ihr Herz geschlossen und auch vor sich als Abbild aufgestellt. So sind sie in Schuld gefallen, haben gesündigt.

Anw. In unserer heutigen Zeit kann dies auch König Fußball sein, dem viele Menschen ihr Herz, ihre Begeisterung, ihr Ein und Alles geben. Es können auch Abhängigkeiten von Elektronik, beständigem Internet, Spielsucht oder andere im Herzen verborgenen Idole sein, die unser Denken fest bestimmen.

Diese jüdischen Ältesten kamen mit vielen widergöttlichen Bindungen Babylons zum Propheten, setzen sich vor ihn und wollten ein Orakel, eine Prophezeiung, von dem wahren Gott zusätzlich zu ihrem von Idolen bestimmten Leben erhalten. Genau hier erhält der Prophet von Gott Jahwe die Einsicht, dass diese Leiter geteilten Herzens sind und zusätzlich andere Götter neben ihrem Bundesgott verehren.

Anw. Wissen wir nicht um Mt 6,24? Niemand kann zwei oder mehr Herren dienen. Entweder wird er den einen hassen oder den anderen lieben. Entweder er wird an dem einen hängen und den anderen verachten! Es gibt nur den einen, Gott –  Jahwe! Doch da gab es ein Problem: Die damalige synkretistische Umwelt, in der Religionen und Philosophien vermischt wurden. Sollte der Prophet solchen Menschen den Willen Gottes für ihr Leben und ihre Zukunft sagen? Dazu sagt Gott: Nein! Denn Gottes Angesicht steht gegen solche, die ihr Herz mit anderen Idolen als nur mit dem lebendigen Gott gefüllt haben. Deshalb verbietet es Gott Hesekiel, ihnen zu antworten, weil Gott andernfalls selbst den Propheten richten würde. Damit kündet Gott durch Hesekiel für diese Leiter ein exemplarisches Gericht an. Der Prophet soll ihnen so antworten: Wenn ihr weiter Liebe und Liga mit den Götzen macht, im Bund mit Idolen steht, und so Gott in eurer Scheinheiligkeit befragt, dann wird er euch richten nach eurer tatsächlichen Missetat und nicht nach eurer angeblichen halbherzigen Frömmigkeit. Ihr heuchelnden Ältesten werdet aus dem Gottesvolk ausgemerzt werden. Dadurch soll jedoch ein warnendes Beispiel geschaffen werden, damit die Gemeinschaft des Volkes im Exil reformiert und erneuert werden kann. Das soll bewirken, dass das  Haus Israel nicht mehr von Gott weg in die Irre laufen soll. Sie sollen sich wieder an das erste Gebot halten und nur den einen Bundes-Gott in ihr Herz schließen und sich ausschließlich nur an ihn hängen. V 11.

So soll das gesamte Volk Gottes von solch einer Religions- und Gottesvermischung abgeschreckt werden. Und das gilt nicht nur für damals.

Anw. Auch heute im Blick auf einen sich immer vergrößernden Pluralismus und Toleranz scheint es äußerst attraktiv und modern zu sein, sich offen für alle Meinungen, offen für alle vermeintlichen Wahrheiten und offen für einen anders bezeichneten Gott oder Naturgötter zu zeigen. Meinen diese wirklich alle den einen Gott der Erzväter und Jesu Christi?  – Wir werden aber durch Hesekiel gewarnt, auch heute keine Glaubensvermischung zu betreiben. Wir können nicht den Vater unseres Herrn Jesus Christus anbeten und gleichzeitig Allah, dessen sogenannter Prophet Mohammed Jesus Christus als den Sohn Gottes leugnet.

Die Wahrheit besteht aber darin, wenn wir mehr und mehr uns in die Wahrheit der Heiligen Schrift und dem Wesen Gottes und seinem Heils vertiefen, werden wir herausfinden, dass es unvereinbar ist, gleichzeitig einer anderen Religion oder mehreren Glaubensrichtungen anzugehören.

Hören wir auf Jesus, der so zu seinen Jüngern und zu uns spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Dies ist der Auschließlichkeitanspruch des wirklichen Christentums, und dafür stehen wir als Kirche. Auch dann gilt dies noch, wenn wir als intolerant oder fundamental angesehen werden. Es gibt in keinem anderen Heil und Rettung als nur im Namen Jesu Christi, des Sohnes Gottes.

V 6-11 Deshalb bekehrt euch

Nun aber haben wir das Problem. Die Leiter des Volkes sitzen mit unbekehrten Herzen in Hesekiels Haus vor dem Propheten und erhalten nur eine Gerichtsbotschaft. Solche Menschen mit Götzen, Idolen in ihren Herzen, mit festsitzenden Gedanken, die gegen Gottes Willen und Wesen sind, sie erhalten keinen Antwort für die Richtung ihres Lebens, außer, dass sie wegen ihrer Schuld von Gottesvolk ausgemerzt werden sollen, wenn sie sich nicht bekehren.

Anw. Kennen wir auch solche nachfolgenden Aussagen von Menschen, die einen Gottesdienst besuchen wie?

Ich habe meine eigenen festen Gedanken im Herzen, lasse mir im Gottesdienst zusätzlich von Gott Empfehlungen geben, die ich aber meistens gleich wieder vergesse.

Ich frage schon nach dem Willen Gottes, aber mein Herz ist immer geteilt.

Ich gehe zwar in den Gottesdienst, aber ich will mein Leben wie bisher weiter leben.

Eigentlich komme ich zum Gottesdienst ohne Erwartungen, einfach nur, um hinterher zu reden und zu brunschen.

Ich schalte mit Beginn der Predigt ab, weil mich das nicht interessiert, ich mich nicht ändern will.

Eigentlich sitze ich freudlos und unbeteiligt im Gottesdienst, weil nur die Freude der Welt mein verspanntes Gesicht noch zum Lachen bringen kann.

Ich fühle mich schon wohl unter Christen, doch bin ich nicht bereit, das Kreuz Jesu zu tragen.

Ich möchte schon, dass das Licht des Evangeliums mich erwärmt, bin selbst aber nicht bereit, als Fackel zu leuchten und zu verbrennen.

Anw. Wird Gott denn uns, wenn wir mit ähnlichen Einstellungen zum Gottesdienst kommen, Weisung für unser Leben geben? Kann er das überhaupt? Kann es sein, dass wir mit solchen Einstellungen erkennen müssen, dass wir uns wie die Ältesten von Israel von unseren neuen Idolen abwenden und uns zu Gott durch unseren Herrn Jesus Christus bekehren müssen?

Hier wird angedeutet, dass z.Z. Hesekiels und auch heute, Menschen mehr ihre Idole lieben, ihre widergöttlichen Bindungen weiter pflegen wollen. Sie sprechen und leben nach ihrem idolengeprägten Herzens. Können denn solche Menschen Frieden in ihrem Herzen finden, die zweigeteilten Herzens sind, wenn sie weiter Feindschaft gegen Gott betreiben?

Der Rat, der allen aber zur Verhinderung dieses furchtbaren Verhängnisses in Vers 6 gegeben wird heißt. Kehrt um von euren Götzen. Kehrt euch weg von den Gräueln, von denen ihr krank geworden seid; und dann erst werdet ihr willkommen sein, den Herrn zu befragen.

Wollen wir unser Herz von eigenen Idolen leeren, uns ganz zu Jesus und dem einzigen Weg bekehren, Jesus ungeteilt  in unser Herz aufnehmen.        

 Erst dann wird uns mit Vers 11 verheißen: Du wirst mein Kind und ich dein Gott sein. Dann sollst du zu meinem Volk gehören und ich will Dein Gott sein, den du auch immer für Dein Leben befragen kannst.

 Bischof.Meyer@rekd.de

Download:  Predigt zum Ostergebet und Schriftlesungen

Auferstehung Ikone Moskau

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

In unserer Welt des Terrorismus (Paris und Brüssel) und der Kriege (Afghanistan – Syrien), der Unsicherheit und Verzweiflung scheint es sehr schwer, eine Hoffnung auf die Ewigkeit aufrecht zu erhalten.

Unser Glaube ist aber eine Grundlegung dessen, was man erhofft und der Beweise für die Dinge, die man nicht sieht! Hebr. 11,1 (ZÜB)

Unser christlicher Glaube gemäß dem apostolischen Glaubensbekenntnis ist die objektive Grundlage und Basis dafür, dass Christus auferstanden ist und wir uns selbst daran festhalten können. Wir werden wie Christus auferstehen! Er hat mit Ostern die Tür zum Paradies wieder aufgestoßen.

Doch viele, sehr viele Menschen, kennen weder diese Hoffnung, noch wissen sie, was der nächste Tag ihnen bringen wird.

Als Christen und Nachfolger Jesu haben wir einen ganz anderen Status. Auch wir kennen Sorgen und Probleme. Aber wir wissen, dass er uns darin vorangeht und wir unserem Heiland und Erlöser in diesen hindurch folgen können. Er ist selbst durch den Tod hindurch gegangen und hat ein unvergängliches herrliches Leben ans Licht gebracht. Und das ist unser Evangelium, dem wir folgen.

Nun wurde er von den Toten auferweckt. Nun sitzt er zur rechten Hand Gottes, des Vaters, und betet allezeit für uns, damit dieser Glaube und diese Hoffnung uns bereits hier den Sieg gibt.

Christ ist erstanden, nichts liegt mehr im Grab!

Christ ist erstanden, die Engel sie jauchzen!

Christ ist erstanden, Dämonen sie fliehen!

Christ ist erstanden, kein Weltherrscher mehr!

Christ ist erstanden, und regieren tut er!

Christ ist erstanden, Er ist mein Herr!

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!

Fußwaschung3

Predigt am Gründonnerstag in der Christuskapelle

zur Einsetzung des Heiligen Abendmahls mit 
gleichzeitiger Fußwaschung einer Christin.

Die Fußwaschung, ein Beispiel für den Umgang mit unvollkommen und zurückgefallenen Mitchristen Joh 13,1-12

Download: joh13 Demutsdienst

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