Von der Grablegung bis zur Auferstehung

– Sind wir aber mit Ihm auferstanden ?

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Osterpredigt 2010 zu Kol 3,1-5

Bist du mit Christus auferstanden, dann zeige diese himmlische Gesinnung durch die Tugenden Christi in deinem Leben.

 

  1. Wie, können wir bereits jetzt schon auferstehen?

In Kol 3,1-4 liegt ein Geheimnis vor uns. Uns wird gesagt, dass wir schon damals mit Christus auferstanden sind! Tatsächlich lag dies im Plan Gottes vor Grundlegung der Welt. Es geschah für alle Gläubigen als Jesus in Jerusalem vor beinah 2000 Jahren am Ostermorgen vom Tod auferstand.

Genau dies ist die Lehre von Kolosser 3 und auch Römer 6. Mit Christus auferstanden sein bedeutet, dass ich an diesem einmaligen Geschehen bereits seit jenem ersten Ostermorgen teilhabe. Denn als ein Glied Christi habe ich Anteil an meinem Haupt. Steht das Haupt Christus auf, stehen auch seine Glieder mit auf. Wird das Haupt lebendig, werden wir lebendig.

Dies muss so sein. Die Grundlage dafür ist aber Jesu Auferstehung, an der wir jetzt im Glauben teilhaben dürfen.

  1. Nun, wenn dies stimmt, dass du bereits gestorben und auferstanden bist, ….dann gibt es für dich nur noch ein himmlisches Streben: Nämlich das Streben nach der Königsherrschaft Jesus Christi in deinem Leben. Diese Königsherrschaft will deine Gesinnung und deine Tugenden verändern, um dich dann zum Herrschen unter Christi Vollmacht einzusetzen.

 

a) Dein Denken soll sich beständig um die Christusherrschaft (Reich Gottes) drehen. Wer mit Christus auferstanden ist, der trachtet beständig nach dem Reich Gottes, in und durch seine Gemeinde.

Unser Leben ist auf das Vorbild Christi und auf die nun wirksame Kraft Christ aus der Höhe gerichtet. Sind wir nun mit ihm zum neuen Leben auferstanden, dann wird sich diese wirksame Kraft vom Himmel her folgendermaßen auswirken:

 

b) Dein Wille soll böse Gewohnheiten und Verhaltensmuster zu Tode zu bringen: Kolosser gibt uns eine Liste von Untugenden oder Lastern wieder. Dies sind die schlechten Gewohnheiten, die zu unserer irdischen Natur gehören. Diese Liste beginnt mit sexuellen Sünden oder Begierden und endet mit der Begierde der materiellen Sucht. Dies betrifft vor allem das letzte der 10 Gebote. Schon immer war der Bereich dieser Begierde oder, was für unsere geerbte Adamsnatur als böse Lust beschrieben wird, das Problem aller Menschheit. Es ist die Leidenschaft, die uns dann selber Leiden schafft und die, Begierde, die uns zerstört. Wenn wir also mit Christus auferstanden sind, dann wird ein neues Denken einsetzen. Das Begehren wird mit der Zufriedenheit Christi ausgewechselt werden. Wenn du in Christus zufrieden bist, wird aber das Begehren nach dem Willen Gottes einsetzen.

Dann bestimmt unsere neue Gesinnung unsere neuen Tugenden. Schlechtes Denken führt aber zu Untugenden oder Laster.  Bist du nun mit Christus auferstanden – damals zu Ostern, dann wird in dir das Verlangen entstehen, diese Laster zu hassen und sie zu Tode zu bringen. Du musst diesen Lastern (Untugenden) schließlich den Dolchstoß ins Zentrum ihrer Aktivität versetzen und die Begierde töten. Du musst sagen: Ich will meine Unwahrheit, meinen Hass, meinen Stolz, die Lüge und schlechten sexuellen Gedanken töten. Ich will nicht mehr die schlechten Fernsehsendungen oder Internetangebote ansehen. Ich will nicht mehr die Artikel der Begierde und Lust in Zeitungen, Romanen und Illustrieren lesen. Dies muss ein Ende haben! Dies zerstört sonst deine neue himmlische Auferstehungsgesinnung. Denn wer mit Christus auferstanden ist, der wird diese Lasterkleider schließlich ablegen. Mit Christus auferstandene Gläubige müssen jedoch ihre Untugenden und Laster willentlich erdolchen. Willst du dies tun? Nein sagen, aufgeben, ablegen?

 

c) Deine neuen Gewohnheiten müssen nun eingeübt werden.

Seit Anfang des 20 Jahrhunderts ist der Begriff Tugendlehre ganz aus der evangelischen Ethik verschwunden. Doch Tugend ist die Entfaltung des Heils oder anders der Weg in die Fülle des Heils. 2. Petr. 1,5. Darum setzt allen Eifer daran, mit dem Glauben die Tugend zu verbinden: Nun folgt Selbstbeherrschung, Ausdauer, Frömmigkeit, Brüderlichkeit, Liebe usw. Sehr ähnlich beschreibt auch Paulus diese Tugenden hier für uns. Er beginnt mit herzlichem Erbarmen und endet mit der Tugend der Liebe.

Was sind nun Tugenden? Tugend spricht von dem Besten,  von Tüchtigkeit und Tauglichkeit, von einer Stärke. Tauglich vor Gott und den Menschen sind die Großtaten Gottes. Gottes größte Tat war die Opferung seines Sohnes. In dieser Großtat wird die göttliche Tugend der Liebe sichtbar. Doch Liebe wird immer sichtbar durch den Willen in einer Tat, nicht im Gefühl. Deshalb muss sich auch unser Glaube durch den guten Willen in guten Taten äußern. An unseren Taten und unserem Umgang erkennen wir schließlich unsere Tugenden. Und gerade in unseren Tugenden erkennen wir jedoch den echten Auferstehungsglauben. Nun geht es mit der Auferstehung darum, dass Christi Tugenden eingeübt werden müssen. Sie kommen nicht automatisch, entspringen nicht freudig unserem egoistischen, selbstischen Willen. Christliche Tugenden wollen bewusst gewollt werden. Jede Tugend ist immer eine Überwindung, und sie muss immer wieder neu im Leben eingeübt und trainiert werden. Sie entstehen nicht von selbst. Wer herzliches Erbarmen schon drei Monaten nach seiner Bekehrung aufgibt, der wird in dieser Tugend einen moralischen Muskelschwund bekommen und diese Tauglichkeit oder Stärke verlieren. Doch wer sie durch Gottes Geist einübt und unterhält, der besitzt die göttlichen Tugenden Gottes und nimmt Teil an Gott selbst. Heißt es nicht, dass wir an Gottes Natur teilhaben sollen? Wohlgemerkt, diese Tugend ist Gottes Werk, ein Werk des Heiligen Geistes, auch dann, wenn wir hierbei kräftig mitwirken sollen. Der echte Auferstehungsglaube übt nun die Tugenden ein, zieht sie an, ganz besonders die Liebe, die sich dann in liebevollen Taten äußert. Dies ist das hauptsächliche Werk des Heiligen Geistes. Er bewirkt, dass wir die Kleider der Tugenden Christi anziehen.

An unseren Tugenden – den Charakterzügen und Eigenschaften aus Gott – können wir erkennen, ob wir mit Christus am Ostermorgen auferstanden sind. Besitzt du die hier aufgezählten Eigenschaften? Wenn ja, dann bist du bereits auferstanden, wenn nicht, dann lege doch die noch vorhandenen alten und bösen ab und wirke deine Erlösung aus mit Furcht und Zittern.

Bitte aber den Herrn, dass er in dir das gute Verlangen zu diesen Tugenden schafft und dass er dir die Kraft und Ausdauer gibt, diese Tugenden beständig einzuüben und zu behalten.

Wenn du also mit Christus auferstanden bist, dann werden deine christlichen Tugenden bzw. das Wesen Christi in dir, deine eigene Osterauferstehung bezeugen.